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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Inglorious Basterds“

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Handlung:
Im während des zweiten Weltkriegs besetzten Frankreich wird die Familie von Shosanna Dreyfuss von Nazis unter der Führung des Judenjägers Hans Landa brutal ermordet - ihr gelingt die Flucht. Vier Jahre später hat sich eine Gruppe amerikanischer Soldaten einen ganz besonderen Ruf unter den deutschen Soldaten erkämpft, denn sie skalpieren alle Nazis, die ihnen in die Finger geraten. Als zur Premiere eines neuen Propagandafilms die gesamte Nazi-Prominenz inklusive Landa ausgerechnet in das Kino kommt, das Shosanna mittlerweile gehört, kreuzt sich ihr Weg mit dem der Basterds...
Filmkritik:
Quentin Tarantino hat wieder einmal ganz großes Kino abgeliefert: Sein Film ist ein solch wohltuendes Gegenstück zu hirnlosen Effektorgien, wie sie im Kino leider viel zu oft stattfinden, dass beinahe jede Sekunde des Films eine Wohltat ist. Wieder einmal zelebriert der Meister des geschliffenen Dialoges unzählige kleine Details und die große Handlung tritt hinter der dichten Atmosphäre des Films eher in den Hintergrund. Das heißt allerdings nicht, dass die Handlung nicht dennoch hintergründig und originell wäre.
Besonders ist jedoch, wie der Regisseur seine exzellente Besetzung in Szene setzt. Andere Filme nehmen sich die Zeit für einige wenige 'Character Moments', um ihre Figuren einzuführen und ihnen Tiefe zu geben − Tarantinos Filme bestehen zum größten Teil aus solchen 'Character Moments' und diese sind es auch, die hinterher am meisten im Gedächtnis bleiben. Bis in die Nebenrollen hinein ist der Film exzellent besetzt − besonders stechen jedoch Christoph Waltz (Hans Landa), Brad Pitt (Aldo Raine) und Mélanie Laurent (Shosanna Dreyfuss) heraus. Da ist es nur konsequent, dass der Film − wie dies vor Jahrzehnten üblich war − mit langen Schrifttafeln beginnt, die alle Schauspieler nennen.
Hinzu kommt, dass Tarantinos Filme stets wahre Zitatensammlungen sind und zwar auch visuell und stilistisch: Eine Einstellung, die eine rennende Person durch eine geöffnete Tür hindurch zeigt und die langen Close-Ups auf Gesichter erinnern an Spaghetti-Westerns, eine Mordszene erscheint wie eine Verbeugung an Hitchcock, … für Filmkenner sind diese vielen kleinen Verbeugungen ein Genuss. Ebenfalls sehr zur Athmosphäre tragen die vielen Sprachen im Film bei: Viele Dialoge finden in Deutsch, Französisch oder auch Italienisch mit Untertiteln statt.
Mit seiner schrägen Geschichte, dem Mut zu Langsamkeit, langen Einstellungen und einer fast theaterhaften Inszenierung stellt „Inglorious Basterds“ eine Ausnahmeerscheinung im modernen Kino dar und dennoch hat der Film das Zeug zu einem großen Hit. Sehr empfehlenswert!
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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