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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Ein Chef vom Verlieben“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: oberflächliche und müde Komödienkost, die auch ihre Darsteller nicht mehr retten können
CONTRA: Schwächen bei Bild und Ton
CONTRA: knappe Extras

Handlung:
George Wade ist ein windiger Geschäftsmann, der im Unternehmen seines Bruders eher eine Rolle als Vorzeige-Chef hat. Mit seiner charmanten Ausstrahlung und seinen gelungenen Reden ist er das Aushängeschild des großen Immobilienkonzerns, in Wahrheit nehmen den größten Teil der Zeit des Dandys jedoch seine Frauengeschichten ein. Da er speziell seine jungen und stets weiblichen Rechtsvertreterinnen regelmäßig vernascht und schnell verschleißt, ist er wieder einmal auf der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin, als ihm Lucie Kelson begegnet.
Die junge Anwältin tritt aktiv für den Erhalt sozialer Begegnungsstätten ein und kommt eigentlich mit der Absicht zu Wade, bei ihm für mehr Engagement für ihre Sache zu werben. Wade macht ihr jedoch ein Angebot, welches sie nicht abschlagen kann. Die folgenden Monate werden zu einer echten Pferdekur. Lucie und George sind beruflich ein Spitzenteam, allerdings entwickelt George eine regelrechte Abhängigkeit von Lucie, die ihm von nun an bei jeder noch so unwichtigen Entscheidung beistehen muss. Das führt dazu, dass er sie praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit anruft. Die junge Frau gerät in einen Konflikt zwischen ihrer Karriere und den Dingen, die ihr vorher so wichtig waren und zudem ist sie dem Stress, den ihr George auferlegt, einfach nicht mehr gewachsen. Sie kündigt. Fortan bleiben den beiden noch zwei Wochen (daher auch der Originaltitel „Two weeks notice“) − zwei Wochen in denen sich beide über all das zwischen ihnen klar werden müssen, was über eine reine Arbeitsbeziehung hinausgeht…
Filmkritik:
Wenn man eine romantische Komödie mit einer solchen Topbesetzung wie Hugh Grant und Sandra Bullock dreht, dann kann eigentlich nicht so viel schief gehen, könnte man meinen. Hugh Grant spielt zum wiederholten male die Rolle, die er seit seinem Durchbruch mit „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ bereits unzählige male verkörperte. Hier gibt er nicht den charmanten Edelmann wie etwa in „Sinn und Sinnlichkeit“, seine Figur ist jedoch auch weit von dem schleimigen Yuppie aus „Bridget Jones“ entfernt. George Wade ist ein von Geld und Erfolg verwöhnter Geschäftsmann. Zwar schreibt ihm die Story jede Menge Frauengeschichten zu, im Film kommt dies jedoch direkt gar nicht vor, vielmehr wird er als recht unsicherer Mensch gezeigt, der seine Mitarbeiter zwar tyrannisiert, aber dennoch nicht gänzlich unsympathisch ist.

Sandra Bullock steht seit ihrem Durchbruch mit „Speed“ für Frauenfiguren, die weiblich und doch tough sind. Ihre Bandbreite reicht von der zerbrechlichen und charmanten Dame bis zum nahezu mannhaften Proll. In diese Richtung haben sich auch ihre letzten Filme bewegt. Sowohl in „Miss Undercover“ als auch in „Mord nach Plan“ spielte sie eine Polizistin, die ihre weibliche Seite verdrängt. In der seichten Komödie „Miss Undercover“ musste sie als burschikose Ermittlerin an einer Misswahl teilnehmen, was ihr nun eigentlich überhaupt nicht lag, im wesentlich besser gelungenen Thriller „Mord nach Plan“ hatte ihr Verhalten tiefere Gründe.
Auch in „Ein Chef zum Verlieben“, dem Regiedebüt von Marc Lawrence, dem Drehbuchautor von „Miss Undercover“, ist ihre Figur Lucie Kelson nicht unbedingt der klassische Frauenschwarm. Sie ist sehr arbeitsam, Beruf und Berufung zum sozialen Engagement stehen in ihrem Leben an erster Stelle und somit ist sie dann auch ganz und gar nicht Georges Typ.
Dass sich das dann aber recht schnell ändert und die Sache noch etwas durch eine neue Konkurrentin kompliziert wird, ist das, worauf der Film im Wesentlichen aufbaut. Leider liegt genau hier auch einer der Schwachpunkte. Die Wandlung der Hauptfiguren ist ganz und gar unglaubwürdig. Das Cover bezeichnet den Film als „federleichte Komödie“ und liegt damit gar nicht so falsch, denn der Film ist vollkommen oberflächlich. Bei so künstlichen Figuren, die sich durch eine derart konstruiert wirkende Geschichte ohne jeden Tiefgang hangeln, kann der Funke einfach nicht überspringen.
Unter den schlechten Dialogen und peinlichen Gags gibt es nur ein paar wenige Zufallstreffer, meist kann man über die aufgewärmten und für eine romantische Komödie auch teilweise erstaunlich niveaulosen Begebenheiten nur den Kopf schütteln. Einige Verwicklungen entlocken dem Zuschauer vielleicht noch ein Schmunzeln, aber wenn etwa George Lucie auf seinen Schultern durch die Straßen trägt, um nach einer Toilette zu suchen, dann fragt man sich wirklich, was das in diesem Film soll. Der Rest ist ohnehin nur Schema F − vorhersehbar und ermüdend.
An den bemüht agierenden Darstellern liegt es sicherlich nicht, dass der Film nicht überzeugen kann, das schwache Drehbuch lässt ihnen einfach keine Chance, sich hier irgendwie zu profilieren. So bleibt am Ende nur hoffen, dass Hugh Grant und Sandra Bullock vielleicht irgendwann noch einmal in einem besseren Film die Chance bekommen, einen echten Komödienhit zu landen.
Bildqualität:
Das Bild dieser DVD liegt im anamorphen 16:9-Bildformat vor. Die Bildqualität ist leider stark schwankend. Blockartefakte und ein oft nur geringer Detailgrad deuten darauf hin, dass die Vorlage recht verrauscht gewesen sein muss. Die Kompression ist ansonsten zwar gut gelungen, dem gelungenen Kontrast stehen jedoch neben der nur durchschnittlichen Schärfe auch zu blasse Farben gegenüber. Somit ist das Bild zwar nicht wirklich schlecht, aber für einen Film neuerem Datums ist das Gebotene doch etwas enttäuschend.
Tonwertung:
Die DVD bietet beim Ton im Prinzip das, was man von einer Komödie generell erwarten kann − eine recht front- und dialoglastige Abmischung. Weder der Subwoofer noch die Surroundlautsprecher bekommen hier richtig Arbeit. Von der 5.1-Abmischung profitiert am meisten noch der Soundtrack, der auch die Surrounds ausnutzt. Allgemein wirken die Höhen etwas zu flach, die Dialoge sind jedoch klar verständlich.
Bonusmaterial:
Neben den Standard-Features wie dem Trailer und Texttafeln zu Crew und Besetzung befinden sich auf der DVD einige geschnittene Szenen sowie ein Zusammenschnitt verpatzter Szenen. Das viertelstündige Making Of ist wieder einmal nicht mehr als ein Appetitmacher mit den üblichen Lobeshymnen. Gekrönt wird die Extraaustattung dann noch durch einen Audiokommentar, zu dem sich neben dem Regisseur auch Sandra Bullock und Hugh Grant hinter dem Mikrofon eingefunden haben.
Gesamturteil:
Wenn Hugh Grant und Sandra Bullock gemeinsam für eine romantische Komödie vor der Kamera stehen, dann sind die Erwartungen hoch. Leider gelingt es dem Regisseur und Drehbuchautor mit seiner konstruierten und aus Versatzstücken des Genres bestehenden Geschichte zu keiner Zeit, dass der Funke richtig überspringt. Der Film bleibt oberflächlich, Gags und Dialoge sind peinlich.
Auch technisch und ausstattungsmäßig handelt es sich nicht um ein Referenzprodukt, die Extras sind weder von Masse noch von ihrer Klasse her überzeugend, Bild und Ton lassen ebenfalls zu wünschen übrig.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Two Weeks Notice (2002)

Regie: Marc Lawrence
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