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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Interview mit einem Vampir“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: aus einem faszinierenden Blickwinkel erzählter Vampirfilm
PRO: interessanter Audiokommentar
PRO: knappe Extras, aber hochwertiges Making Of
PRO: besseres Bild als bei der Erstauflage
CONTRA: aber Schwächen beim deutschen Ton-Upmix

Handlung:
Im heutigen San Francisco kreuzen sich durch Zufall die Wege eines Reporters (Christian Slater, „True Romance“) und des Vampirs Louis (Brad Pitt, „Sieben“). Doch was der blasse Adelige dem Reporter erzählt, hätte dieser wohl nicht für möglich gehalten.
Seine Geschichte beginnt im Jahre 1791. Nach dem Tode seiner Frau und seines Kindes hat das Leben für den jungen Plantagenbesitzer jeden Sinn verloren. Ziellos irrt er umher und sehnt sich nach dem Tod. Erhört wird er dabei ausgerechnet von einem Vampir.
Lestat (Tom Cruise), über dessen Vergangenheit wenig bekannt wird, ist ein dekadenter Lebemann, der sein Dasein als Vampir liebt und er sucht einen Gefährten, der ihn durch die Jahrhunderte begleiten wird. Er bietet Louis das ewige Leben, doch dies hat seinen Preis: der Durst nach Blut.
Louis kämpft dagegen an. Wo Lestat adliges Blut bevorzugt und darüber philosophiert, wie viel besser doch böse Menschen schmecken, kann sich Louis nicht mit seinem Dasein abfinden und fällt über Tauben, Pudel und Ratten her… bis zu jenem Tag, als er in einer von der Pest verseuchten Stadt die kleine Claudia (Kirsten Dunst, „Spider-man“) findet, deren Mutter bereits gestorben ist. Sein Blutdurst übermannt ihn, doch Lestat findet die beiden und will das Mädchen nicht sterben lassen.
Durch das Trinken vom Blut des Vampirs wird Claudia ebenfalls zu einem Blutsauger und entwickelt eine enge freundschaftliche Beziehung zu Louis. Nach und nach beginnt es jedoch immer mehr zum Problem zu werden, dass das kleine Mädchen nicht altern kann und ihr Hass auf Lestat, ihren Schöpfer, wird immer größer…
Filmkritik:
Anne Rices Roman aus der Chronik der Vampire ist ein faszinierendes, melancholisches Werk, welches vor allem dadurch beeindruckt, dass der Blickwinkel hier so anders ist. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Vampires erzählt und die Odyssee durch die Jahrhunderte weiß durch ihre Schlüssigkeit des ganz eigenen Mikrokosmos der epischen Handlung zu begeistern. Außerdem hat natürlich die gotische Horrorgeschichte und das ganze Setting im 18. Jahrhundert einen großen Reiz.

Als nun die Geschichte verfilmt werden sollte, ging der Konflikt der Autorin mit den Produzenten durch die Presse, denn ausgerechnet der bis dahin eher durch anspruchslose Rollen aufgefallene Tom Cruise sollte, nachdem vorher u.a. auch Johnny Depp im Gespräch war, die Figur des Lestat spielen. Dass jedoch die Probeaufnahmen die Autorin wieder versöhnten, kann ich voll nachvollziehen, denn die diabolische Ausstrahlung, die Cruise hier versprüht, hätten ihm wohl die wenigsten zugetraut.
Auch die weitere Besetzung ist hochinteressant, waren doch mit Brad Pitt, Antonio Banderas („Die Maske des Zorro“) und einer beeindruckenden Kirsten Dunst noch weitere begabte Mimen an Bord. In Nebenrollen sind Christian Slater und Thandie Newton (in „Mission: Impossible II“ 2001 wieder an der Seite von Tom Cruise) zu sehen.

Während Lestat das Morden und sein Leben als Vampir genießt, kann sich Louis nie damit abfinden und so ist seine Geschichte eine melancholische Odyssee. Als Vampir hat er alle Zeit der Welt, kann im Laufe der Zeit besondere Fähigkeiten entwickeln und miterleben, wie die Welt um ihn herum sich verändert.
Gerade diese Veränderung ist es, die Lestat Schwierigkeiten macht und Claudia macht sie bewusst, dass sie nie erwachsen sein wird; eine Erwachsene gefangen im Körper eines kleinen Mädchens. Kristen Dunst ist sagenhaft in der Rolle der geistig älteren und gerissenen Claudia. Die Rolle verhalf ihr schon früh zu Ruhm. Interessanterweise hatte sich damals auch Christina Ricci („The Addams Family“, „Sleepy Hollow“) dafür beworben.
Auf ihrer Reise um die Welt auf der Suche nach anderen Vampiren werden sie später in Paris fündig, doch auch hier endet die Reise tragisch und Louis steht einmal mehr am Scheideweg.

Der Film erzählt die epische Geschichte seines Protagonisten über Einsamkeit, Hass, und Sehnsucht nach etwas, dass sich nie erfüllen kann. Die Grundstimmung des Filmes wird durch die opulente Ausstattung des Filmes mit wunderbaren Hintergrundmalereien, Sets, Kostümen und meist dezenten aber effektiven Makeups unterstützt.
Das üppige Budget von damals etwa 50 Millionen Dollar wurde sehr gut eingesetzt, um die dekadente Welt des Lestat, das sinnliche Paris des 18. Jahrhundert sowie die anderen tollen Sets wie den Friedhof, auf dem Louis das erste mal durch die Augen eines Vampirs sieht, eindrucksvoll zum Leben zu erwecken.

Die Vampire hier unterscheiden sich fundamental von denen aus anderen Horrorfilmen. Sie sind keine übermächtigen Ungeheuer, sondern haben ihren eigenen tragischen Hintergrund. Zwar hat ihr Biss auch in diesem Film eine erotische Komponente, doch wirkt das Gezeigte durch die Ambivalenz zwischen Lestat, der seine Opfer als Vieh sieht und Louis, der immer noch Achtung vor dem Leben hat, besonders hart.
Sie müssen töten, um zu überleben. Das macht sie aber nicht automatisch zu Ladykillern wie Dracula und auch Probleme, wie die sich verändernden Zeiten um sie herum, der sie immer gleich bleiben, ist ein äußerst interessanter Aspekt.
Bildqualität:
Bei der vorliegenden DVD handelt es sich um eine Neuauflage. Die ersten Auflage, die den immerhin 2-stündigen Film auf einer DVD5 unterbrachte, hatte eine schlechte Kompression und dadurch ein mangelhaftes Bild.
Hier schneidet die Neuauflage deutlich besser ab. Zwar gibt es immer noch an dunklen Stellen stehende Rauschmuster und ein leichtes Flimmern, aber die Kompression ist deutlich weniger auffällig und die tolle Ausstattung des Filmes wird in natürlichen Farben dargeboten. Leider ist der Schwarzwert nicht optimal.
Alles in allem aber ein gutes Bild mit deutlicher Steigerung zur Erstauflage.
Tonwertung:
Die Erstauflage der DVD enthielt den deutschen Ton nur in Dolby Surround, was durchaus für Freude sorgte, als die Neuauflage mit deutschem 5.1-Ton angekündigt wurde. Leider hält die DVD dieses Versprechen nicht ganz ein, denn es handelt sich leider um einen unspektakulären Upmix.
Während der englische 5.1-Ton eine gute Kanaltrennung und eine gefällige Surroundabmischung bietet, klingt der deutsche Ton vollkommen anders und recht aufdringlich in den Surrounds. Alles in allem, wenn schon deutsch, dann klang die alte 2.0-Spur besser.
Bonusmaterial:
Die Extras der DVD sind nicht zahlreich, gleichen die deutsche Veröffentlichung jedoch endlich an die schon länger erhältlichen SE-Veröffentlichungen in anderen Ländern an.
Beim Starten des Filmes wird man von einer kurzen Einleitung begrüßt, in den Regisseur Neil Jordan und Darsteller Antonio Banderas kurz zu Wort kommen. Neil Jordans retrospektiver Audiokommentar ist recht interessant und geht auf viele interessante Dinge, u.a. darauf, wie er nach seinen auch vorher schon interessanten Regiearbeiten zu diesem Filmprojekt kam und welche Verbindungen er sieht.
Unter dem Menüpunkt Stab und Besetzung verbergen sich aber nicht etwas Biografien sondern es handelt sich lediglich um EINE Texttafel. Der obligatorische Filmtrailer ist auch enthalten.
Eine Besonderheit ist jedoch das halbstündige Making Of und es ist auch der Grund für die hohe Wertung. Es handelt sich nämlich nicht um eine lieblose Werbefeaturette, sondern um eine aufwendige Retrospektive, die aus neuen und alten Interviews und Filmausschnitten zusammengestellt wurde. Es ist schon interessant, einmal den Tom Cruise von 1994 über seine Vorbereitung auf die Rolle sprechen zu hören, Autorin Anne Rice über die Adaption ihres Buches oder Kirsten Dunst, heute erwachsen und gerade erst in „Spider-man“ zu sehen, über ihre damalige Rolle.
Gesamturteil:
Interview mit einem Vampir“ ist weit mehr als nur ein Vampir-Genrefilm, vielmehr bietet er mit Tom Cruise in einer seiner besten Rollen, einer auch sonst hochkarätigen Besetzung sowie einer sehr guten Ausstattung hochklassige Unterhaltung für eine breite Zuschauerschicht. Man merkt dem Film seinen epischen Romanhintergrund an und die melancholische Gesamtstimmung im Zusammenhang mit den charismatischen Darstellern weiß den Zuschauer zu fesseln.
Die Neuauflage der DVD bringt einiges an Extras und ein deutlich besseres Bild mit. Der 5.1-Upmix der deutschen Tonspur lässt jedoch zu wünschen übrig.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles (1994)

Regie: Neil Jordan
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