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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
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„From Hell“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

Handlung:
Das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist ein düsterer Ort. In den engen, dreckigen Pflasterstrassen des Stadtviertels Whitechapel arbeiten über 80.000 Huren, der von der Themse kommende Nebel liegt über der Stadt und überall herrscht Armut und Verbrechen.
Inspektor Abbelerline versucht dem Schmerz über die verlorene Frau und das Kind im Opium- und Absinthrausch zu entkommen, doch er hat immer wieder furchtbare Visionen, die sich später als wahr erweisen.
In diese Zeit fällt die Geschichte von 5 befreundeten Prostituierten und grausamen Morden in ihrer Umgebung. Es ist wirklich schwer, etwas über die Handlung zu schreiben, ohne zu viel zu verraten, denn der Film lebt zum einen von seiner wunderbar düsteren Stimmung und zu anderen durch die interessante Handlung, die tatsächlich eine mögliche Theorie zu den „Jack the Ripper“ - Morden darstellt. Dabei zieht die Affäre Kreise bis in höchste Regierungsebenen. Doch mehr möchte ich dazu wirklich nicht verraten.
Filmkritik:
Wenn man sich das Zusatzmaterial auf der DVD anschaut, ist es beinahe schon beängstigend, wie real im Film Straßenzüge, Tatorte und Figuren nach historischen Zeitungsberichten und Polizeifotos zum Leben erweckt wurden. Die sympathischen Hauptfiguren, gespielt von Johnny Depp und Heather Graham, bilden einen perfekten Kontrast zu den grauenhaften Vorgängen. Dabei spielt es keine so große Rolle, dass Heather Graham als Prostituierte Mary Kelly eigentlich viel zu hübsch, sauber und gebildet erscheint.
Die Morde wurden sehr an die Realität angelehnt, was trotz der geschickten Umsetzung mit Geräuschen, verdecktem Bild und Flashbacks extrem hart ist. Die FSK16-Freigabe ist bei diesem Film wieder einmal unfassbar. Ich könnte mir vorstellen, dass der Film auch vielen Erwachsenen ernsthaft zu schaffen machen könnte, zumal es sich hierbei nicht um erdachte Szenarien handelt.
Interessant und erfrischend ist es, dass der Film kein simples Gut/Böse-Klischee aufbaut und sich Gott sei dank auch ein dümmliches Happy End erspart. Er spiegelt vielmehr die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wieder, mit ihren gesellschaftlichen Zwängen und Widersprüchen. Dies ist sehr faszinierend, wer sich darauf einlässt und keinen klassischen Unterhaltungsfilm erwartet, wird einen Film mit ganz besonderer Tiefe und Stimmung erleben. Die Cinematographie gehört ebenfalls mit zum Besten was es in letzter Zeit zu sehen gab.
Bildqualität:
Das THX-zertifizierte Bild ist absolut mustergültig. Im Gegensatz zum Kino ist die Schärfe exzellent, ich hatte damals schon die Befürchtung, das unscharfe Bild wäre ein Stilmittel. Die wunderbar stimmigen Farben wissen ebenfalls zu gefallen. Ich habe selten ein so perfektes Bild gesehen.
Tonwertung:
Der Ton liegt in allen Formaten von Dolby Surround über Dolby Digital 5.1 bis zu DTS vor. Ich habe die DTS-Spur getestet und sie klingt wirklich exzellent. Da der Film von einer düsteren Stimmung lebt, ist der atmosphärische Klangteppich, der aus den Boxen strömt, sehr wichtig für das Filmerlebnis. Aber auch bei den gelegentlichen Actionsequenzen, wie z.B. der Kutschfahrt, gibt es jede Menge tolle Surroundeffekte. Mustergültig!
Bonusmaterial:
Die Ausstattung des limitierten „Directors’ Edition“ 2 DVD-Sets ist außergewöhnlich. Auf der ersten DVD befinden sich neben dem Film ein interessanter Audiokommentar, 29 nicht verwendete Szenen (inkl. alternativem Ende) und der THX-Optimizer.
DVD 2 enthält eine interaktive Doku, welche über „Jack the Ripper“, die Opfer und die Verdächtigen berichtet. Interaktiv heißt, dass man während der Doku an manchen Stellen weitere Informationen in Form von Videoschnippseln aus anderem Dokumaterial abrufen kann. Was Historiker dort berichten, ist hochinteressant, geht jedoch auch so ins Detail, dass man schon einen starken Magen haben sollte.
Zusätzlich existieren noch weitere Featuretten, die sich intensiv mit dem Bau der Kulissen, dem Absinth und den Mord-Locations beschäftigen. Diese sind, da sie sehr sachlich und informativ gehalten sind, ebenfalls hochinteressant.
Das HBO-Making Of fällt eher in die Kategorie Marketing. Es ist meist aus Material der anderen Featuretten zusammengeschnippselt und eher ein Appetithappen für Leute, die den Film noch nicht gesehen haben. Der furchtbare Schnitt der Sequenzen, im denen Heather Graham Einleitungen spricht, tut sein übriges.
Negativ anmerken muss man die hässlichen, flashigen Menüs, dies ist jedoch Geschmackssache. Die Sprache kann wieder einmal nur per Menü umgeschaltet werden und manchen könnte es vielleicht stören, dass es beim Extramaterial keine Untertitel gibt. All das reicht aber nicht, um angesichts des Gehaltes des Extramaterials eine Abwertung zu rechtfertigen.
Gesamturteil:
From Hell“ ist eine geniale und sehr atmosphärische Mischung aus Gothic-Horror, Kostümdrama, Detektivstory und Verschwörungstheorie. Dennoch dürfte der Film aufgrund der drastischen Gewaltdarstellung nicht jedermanns Sache sein. Die exzellente DVD und der tolle Film sind jedoch ein heißer Geheimtipp.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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From Hell (2001)

Regie: Albert Hughes
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