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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Die Nibelungen“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: aufwendige Adaption des klassischen deutschen Heldendramas
PRO: tolle Locations, gute Besetzung, monumentale Schlachten
CONTRA: schlechte Bild- und Tonqualität
CONTRA: schwache Extras

Filmkritik:
Sicherlich hat fast jeder schon einmal etwas von den Nibelungen gehört und sei es damals in der Schule gewesen. An die gesamte Geschichte wird sich dagegen nicht mehr jeder erinnern, wohl eher an einzelne Handlungselemente wie Siegfrieds Bad im Blute des Drachen oder die Rache der Kriemhild. Doch wer waren eigentlich diese Nibelungen?
Die Nibelungen sind eine Familie von Königen, über die viele skandinavische Gedichte existieren. Am bekanntesten ist jedoch das deutsche Nibelungenlied aus dem 13. Jahrhundert. Nun bin ich nicht kundig genug in dieser Materie, um über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fassungen philosophieren zu können. Die Experten sind sich nicht einmal einig, ob Siegfried nun aus den Niederlanden oder aus dem Harz kam; aber darum soll es in dieser Besprechung auch gar nicht gehen.
Die Nibelungensage ist ein schwerer Dramenstoff voller Pathos, blutiger Schlachten, edler Helden und Verrat. In der großen Menge der Figuren, von Zwergen und Drachen bis hin zu Königen und Helden, ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Vor allem aber ist es schwierig, ein solch komplexes Werk in doch gegenüber einem Buch oder auch Wagners legendärer vierteiliger Oper arg beschränktem Rahmen als Film zu inszenieren.

Erstmalig nahm sich Fritz Lang 1924 des Stoffes an und schuf einen zweiteiligen Stummfilm, der Maßstäbe setzte. In Babelsberg produziert, beeindruckte er mit phantastischen Tricks und einem Drachen, der nicht mit Stop-Motion sondern mit Hilfe einer Puppe realisiert wurde.
Diese Fassung ist bis heute sehr eindrucksvoll, sogar noch mehr, seit man sie auch in restaurierter Form bewundern kann. Die Umsetzung von Regieass Fritz Lang („Metropolis“, „M“) diente denn auch dem deutschen Regisseur Harald Reinl, bekannt vor allem durch seine Winnetou-Filme, über 40 Jahre später als Basis für sein Remake.

Ein gewisser Background ist meiner Meinung nach durchaus notwendig für den Genuss des Filmes, da die Adaption weniger den Regeln eines Hollywood-Drehbuches folgt, als vielmehr versucht, der großen deutschen Heldensage gerecht zu werden. Daher sollte man sich schon im Klaren sein, auf was man sich einlässt. Trotzdem bleibt der Film durchweg unterhaltsam.

Zunächst eine kurze Zusammenfassung des Stoffes, in diesem Fall kaum als Spoiler zu bezeichnen. Die Vorgänge in Wagners „Rheingold“ und „Die Walküre“ werden in Reinls Nibelungen bereits als gegeben angesehen. So beginnt die Handlung mit dem Schmieden von Siegfrieds Schwert „Notung“. Mit diesem zieht der Sohn der Geschwister Siegmund und Sieglinde nun sofort ins Land, um den Drachen Fafner, einen Riesen in Drachgestalt, zu besiegen und den Nibelungenschatz zu erlangen. Danach muss er sich dem Nibelungenkönig Alberich, einem Zwerg, der ein unsichtbar machendes Netz (bei Wagner ein Helm) besitzt, stellen.
Dass Siegfried hier seltsamerweise eher als Aggressor wirkt, ist durchaus nicht unbeabsichtigt. So wird Siegfried in der Wagner-Oper dazu manipuliert, den Drachen zu töten. Im Film gibt es dafür gar kein ersichtliches Motiv. Der dauergrinsende blonde Recke, verkörpert vom Olympiasieger Uwe Beyer, scheint gar nicht zu wissen, was er da in seinem nicht zu bändigenden Tatendrang eigentlich anrichtet und was seine Taten am Ende bewirken werden.
Als er das Blut des Drachen kostet, kann er die Stimme der Vögel verstehen. Diese raten ihm dazu, im Blute des Drachen zu baden, was er auch tut. Dadurch wird seine Haut hart wie Stein. Nur an einer Stelle, wo ein Lindenblatt auf seinem Rücken lag, ist er noch verwundbar.
Durch seine im Drachenblut gehärtete Haut gelingt es ihm, durch die Feuerwände auf der felsigen Insel Island zu gehen und die schöne Brunhilde (Karin Dor) mit einem Kuss aus ihrem Schlaf zu erwecken. Als ehemalige Walküre besitzt sie Zauberkräfte und ein großes Wissen. Sie sieht ihr Schicksal darin, Siegfried zu lieben, doch dieser weist sie zurück und segelt mit seinem Schiff davon und neuen Abenteuern entgegen. Brunhilde bleibt einsam auf ihrem Felsen zurück.

Am Hofe König Gunthers erfährt dieser von der schönen ehemaligen Brunhilde und ist besessen davon, sie zu heiraten. Sein Berater Hagen (in Wagners Fassung Alberichs Sohn, der zum Zwecke der Vernichtung Siegfrieds gezeugt wurde) bestärkt ihn darin. Brunhilde kann aber nur einen Mann heiraten, der nicht nur die Feuerwände durchschreiten, sondern die stattliche Dame auch im Kampf in drei Disziplinen besiegen kann.
Da sich Siegfried inzwischen in Gunthers Schwester Kriemhild verliebt hat, lässt er sich dazu überreden, dem König zu helfen. Im Wettkampf mit dem Bogen, dem Speer und dem Schwert besiegt Gunther mit Hilfe von Siegfried, der sich mittels Alberichs Netz unsichtbar gemacht hat, Brunhilde und diese folgt ihm als sein Weib.
Nun wird doppelt Hochzeit gefeiert und alles könnte gut werden, doch Brunhilde kommt hinter den Betrug und Kriemhild zweifelt an ihrem Mann. Am Ende kann Hagen die gesäte Zwietracht nutzen, um einen teuflischen Plan auszuführen, der dazu führt, dass Siegfried umkommt und Kriemhild ihre Heimat verlässt und den Hunnenkönig Etzel heiratet. Von der Ferne aus plant sie ihre Rache.

Ohne Zweifel, die Handlung der beiden Nibelungenfilme, eben gerade etwa zur Hälfte besprochen, ist sogar für einen Zweiteiler recht umfangreich. Dabei gelingt es dem Regisseur recht gut, den Zuschauer in die Sagenwelt hineinzuversetzen, auch wenn manche Hintergründe für den unbedarften Betrachter unklar bleiben, weil er teilweise vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Die nordischen Heldensagen um die Nibelungen erinnern sicher manche auch Tolkiens „Herr der Ringe“, ein freilich wesentlich später entstandenes neuzeitliches, aber ähnlich gelagertes Werk, welches vor allem in Anbetracht dessen, dass in Wagners „Ring des Nibelungen“ ebenfalls ein mächtiger Fingerschmuck im Zentrum der Handlung steht, etliche Parallelen zum Nibelungenlied besitzt.

Dem bis heute genialen Werk von Fritz Lang, in den Zwanzigern als Stummfilm in schwarz-weiß in einem Format von etwa 1,25:1 gefilmt, stellt Harald Reinl ein auf 70mm-Material und im vollen CinemaScope Breitbildformat (2.35:1) gefilmtes, farbenprächtiges Monumentalfilmepos entgegen. Dennoch, mit Langs Original kann es nicht mithalten.
Der Drache etwa, der auch in der Lang-Fassung nicht sehr bedrohlich wirkte, wirkt bei Reinl fast schon unfreiwillig komisch. Die schönen Außenaufnahmen, Schiffe, Felsen und Geysire auf Island, Burgen in Deutschland, monumentale Massenaufnahmen im Hunnenland, können jedoch begeistern. Gelungene Stunts und aufwendige Massenaufnahmen zeigen ebenfalls, dass es sich hier um ein Prestigeprojekt handelte.

Mehr gealtert sind da schon teilweise die Effekte. Der alte Samurai-Trick, die Schärfe eines Schwertes an einem auf dem Wasser schwimmenden Blatt zu testen, ist unendlich billig durch einen Jump-Cut realisiert worden und auch sonst gibt es keine Tricks (etwa die Unsichtbarkeit), die besondere positive Erwähnung verdienen würden.
Die Besetzung des Zweiteilers kann sich aber sehen lassen. Karin Dor überzeugt als Brunhilde und Terrence Hill agiert, noch unter seinem richtigen Namen Mario Girotti, in einer seiner ersten Filmrollen als Kriemhilds Bruder Giselher. Auch Herbert Lom (Etzel), Rolf Henninger (Gunther) und andere bekannte Gesichter sind zu sehen und Siegfried Wischnewski kommt als Hagen herrlich böse daher.
Was die musikalische Untermalung angeht, so kann man wieder geteilter Meinung sein. Die Musik erinnert entfernt an die Score der Winnetou-Filme und dürfte dem einen oder anderen sicherlich gefallen. Der damals übliche Stil, jede auch noch so kleine Szene aufdringlich mit Musik zu unterlegen, ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt hinterlässt der Film bei mir einen etwas durchwachsenen Eindruck. Einerseits bin ich überzeugt davon, dass Regisseur Harald Reinl mit seiner Adaption des komplexen Stoffes großes geleistet hat und die Umsetzung in vollem CinemaScope mit Massenszenen und exotischen Drehorten den Film zu einem der monumentalsten deutschen Leinwandepen macht; andererseits bin ich in Anbetracht dessen, dass mich die Fritz Lang Fassung trotzdem, dass sie schwarz-weiß und stumm ist, deutlich mehr beeindruckt und gefesselt hat, doch etwas enttäuscht.
Bildqualität:
Schade, von einem restaurierten Bild hätte man doch mehr erwarten können, zumal der Film im hochauflösenden 70mm-Format gedreht wurde, was bei einer, allerdings entsprechend kostspieligen, Aufarbeitung eine brilliante Qualität garantiert hätte. So hat der Film leider eine schlechte Bildschärfe (gerade in Landschaftsaufnahmen erkennt man fast keine Details) und jede Menge Defekte. Sogar ausgelassene Bilder gibt es und an einer Stelle legt sich ein Defekt, der aussieht wie ein Kamm, komplett über Brunhildes Gesicht. Beim zweiten Teil fällt die Bildqualität seltsamerweise nochmals ab.
Farben und Kontrast hat man zwar aufpoliert, was am Trailer zu sehen ist und auch Kratzer wurden digital beseitigt, dennoch lässt das Bild der DVD insgesamt sehr zu wünschen übrig. Hier hätte man mehr erwarten können.
Tonwertung:
Neben dem originalen Monoton befindet sich auch, äußerst verheißungsvoll, ein nagelneuer 5.1-Track auf der DVD. Zu meinem Erstaunen konnte ich jedoch keinerlei Unterschied zwischen den beiden Tonspuren feststellen. Der komplette Ton beschränkt sich auf den Centerkanal, der Subwoofer bleibt fast vollkommen stumm. Eine klassische Mogelpackung also, die man dem Käufer hier vorsetzt. Ein halbherziger Upmix hätte zwar sicherlich kaum Punkte gebracht, aber so ist das Ganze umso enttäuschender.
Der Monoton selbst klingt blass und hat keine großartige Dynamik. Die Sprachverständlichkeit nicht besonders, aber es bewegt sich im erträglichen Rahmen.
Bonusmaterial:
Existieren für amerikanische Filme von gewisser Bedeutung meist immer irgendwelche Dokumentationen, so hat man für die DVD immerhin eines der bedeutendsten deutschen Monumentalfilme keinerlei Filmmaterial zusammengetragen.
Lediglich drei Trailer, ein Interview mit Dieter Eppler und eine immerhin recht umfangreiche und interessante Fotogallerie befinden sich auf der DVD. Das ist etwas wenig. Spaß macht da lediglich das schöne Digipack, welches den beiden DVDs eine ansprechende Behausung bietet.
Gesamturteil:
Im Jahr 1966 wagte sich Regisseur Harald Reinl an die Adaption der komplexen deutschen Heldensagen um die Nibelungen. Entstanden ist ein aufwendig ausgestatteter und gut besetzter deutscher Monumentalfilm, der jedoch nicht an Fritz Langs Original (1924) heranreicht und mit seinem schweren Dramenstoff voller Blut, Verrat und Pathos den Gelegenheitszuschauer von heute verschrecken könnte. Wer den Film schon aus seiner Entstehungszeit kennt oder sich für großes deutsches Kino interessiert, sollte jedoch einen Blick riskieren.
Leider ist die technische Seite der DVD eine große Enttäuschung. Das Bild ist katastrophal und der 5.1-Ton eine Mogelpackung. Auch die Extras können nicht überzeugen.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Nibelungen, Teil 1: Siegfried, Die (1966)

Regie: Harald Reinl
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