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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Friedhof der Kuscheltiere“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: gruseliger Schocker nach Stephen Kings Romanvorlage
PRO: guter deutscher und sehr guter englischer Surroundton, gute Bildqualität
CONTRA: keine Extras

Handlung:
Als Dr. Luis Creed mit seiner Frau, Tochter Ellie und dem kleinen Gage von Chicago in ein neues Haus im ländlichen Maine zieht, um eine Stellung als Arzt an einer Universität anzunehmen, scheint alles gut zu werden. Haus und Landschaft sind ein Traum und die Kinder werden sich schon eingewöhnen. Selbst Bekannte sind schnell gefunden; Nachbar Jud Crandall und seine Frau werden gute Freunde der Familie. Luis und der alte Mann sitzen an langen Abenden zusammen, trinken gemütlich ihr Bier und erzählen sich Geschichten.
Doch der Frieden trügt. Zwischen dem Haus der Creeds und dem der Crandalls führt eine vielbefahrene Straße, auf der täglich unzählige Trucks verkehren. Ein kleiner Pfad hinter dem Haus der Creeds führt zu dem Ort, wo die Resultate, im wahrsten Sinne des Wortes, begraben liegen: tote Haustiere. In einer ringförmigen Struktur haben Kinder seit Jahrzehnten ihren Lieblingen eine letzte Ruhestätte gegeben.
Doch hinter dem Friedhof, versperrt von einem unpassierbar scheinenden Holzhaufen, liegt noch eine weitere Begräbnisstätte, von der der alte Crandall nur zögerlich erzählen will. Indianer begruben dort früher ihre Toten, bis sie den Ort aufgaben, denn man erzählte sich, der Wendigo ziehe des Nachts durch diese Gegend.
Als die Katze der Creeds überfahren wird, nimmt das grausame Schicksal seinen Lauf...
Filmkritik:
Pet Sematary“ (mit dem absichtlichen Rechtschreibfehler) ist eines der besten und vor allem eines der gruseligsten Bücher von Stephen King. Wie es seine Spezialität ist, sorgt er dafür, dass man zuerst die Hauptfiguren lieben lernt, bevor er sie dann durch die Hölle schickt. Dies nimmt den Leser bzw. Zuschauer mit auf einen Trip, der wohl keinen kalt lassen kann.
Stephen King erzählt im Vorwort zum Buch die Umstände der Entstehung des Romanes und auch davon, dass er es eigentlich gar nicht veröffentlichen wollte, weil der Stoff so düster und hoffnungslos ist. Nur dem Umstand, dass er seinem alten Verlag noch ein Buch schuldete, ist es zu verdanken, dass „Pet Sematary“ erschien und zu einem der größten Bestseller des Autors wurde.

Das Buch hat durch die philosophischen Fragen, die der Stoff aufwirft und dadurch, dass es sich hauptsächlich um ein Kind dreht, eine besondere Wirkung. Gerade die Szenen im Buch, die sich um den kleinen Gage drehen, sind im Buch ungeheuer hart und machen es gleichzeitig schwer, das Buch beiseite zu legen, weil es so packend ist. Seltsamerweise wirken diese Szenen, wie etwa die auf dem Friedhof, im Film weit weniger hart. Auch viele Details, die die Komplexität des Buches ausmachen, wie etwa Luis' Arbeit, Mrs. Crandall oder Luis's Beziehung zu seinen Schwiegereltern, werden entweder nur angerissen oder sie wurden gar ganz weggelassen bzw. verändert. Die Figur des Victor Pascow ist mit ihrer fast ständigen Präsenz gar schon etwas ins komische verzerrt.
Da ich das Buch gelesen habe, fällt es mir schwer, mich in die Lage eines unvoreingenommenen Zuschauers zu versetzen und kann nur vermuten, dass der unbedarfte Zuschauer des Filmes wahrscheinlich einige Zusammenhänge nicht so ganz verstehen wird. Der Grundcharakter bleibt jedoch erhalten. Dafür hat Stephen King persönlich gesorgt, denn er adaptierte seinen Roman selbst und verlangte, dass der Film auch wirklich in Maine gedreht werden musste.

Die Hauptfiguren wurden meiner Meinung nach leider ziemlich fehlbesetzt. Luis (Dale Midkiff) und Rachel (Denise Crosby, „Lt. Tasha Yar“ aus „Star Trek − The next generation“) sind eher mittelmäßige Darsteller, die nicht so recht in ihre Rollen passen wollen. Wer soll Dale Midkiff seine Darstellung des Getriebenen mit dem dunklen Geheimnis abnehmen, wenn er dabei spielt als wäre er einem „großen TV-Roman“ entsprungen?
Dafür sind der alte Jud Crandall (Fred Gwynne), aber auch die Kinder Ellie (Blaze Berdahl) und Gage (Miko Hughes, später u.a. in „Wes Cravens new nightmare“ zu sehen) sehr gut besetzt.

All dies schadet dem Film nicht sehr, denn es gibt wenige Filme, bei denen man als Horrorfan einmal richtig geschockt wird oder sich gar gruseln kann. „Friedhof der Kuscheltiere“ gehört definitiv dazu. Dazu trägt auch das tolle Setdesign bei. Allein schon der Friedhof am Anfang des Filmes ist sagenhaft.
Erfreulicherweise hat man auch darauf verzichtet, den Film mit Änderungen massenkompatibler zu machen. Daher ist er, wie das Buch, etwas Besonderes, denn gerade das letzte Drittel des Filmes dürfte wohl fast alle Zuschauer gruseln, schockieren und wahrscheinlich auch verstören. Wem der Film gefällt, dem kann ich nur stark das Buch ans Herz legen, auf dem er basiert.

Nun zur technischen Umsetzung. Zuerst die schlechte Nachricht: die DVD kommt völlig ohne Extramaterial daher. Nicht einmal ein Trailer hat sich auf die Disk verirrt; traurig, traurig. Entschädigt wird man jedoch durch einen englischen 5.1-Surroundsound, der sich gewaschen hat und bei einem Film diesen Alters doch etwas überrascht. Da rasen die Trucks mit Split-Surroundeffekten durchs Wohnzimmer und gruselige Szenen im Wald wirken so atmosphärisch, wie sie wirken sollen. Der deutschen Ton liegt in Dolby Surround vor. Er kann hier nicht so ganz mithalten und sorgt für die niedrigere Tonwertung.
Die Bildqualität der DVD ist recht gut, liegt der Film doch im anamophen Widescreenformat vor. Trotzdem kann er vor allem aufgrund der gelegentlichen Defekte und der etwas blassen Farben sein Alter nicht ganz verleugnen. Es gibt es erträgliches Grundrauschen, welches jedoch gerade in einigen dunklen Szenen, manchmal merklich zunimmt. Schärfe und Kontrast sind dafür aber erstaunlich gut.
An einigen wenigen Stellen wird das Bild etwa körnig (etwa gegen Ende des Filmes bei einige dunklen Szenen). Die digitale Kompression macht sich nirgendwo negativ bemerkbar.

Film: 4
Bildqualität

Tonwertung

Bonusmaterial

Gesamturteil:
Die DVD erhält das Gesamturteil „befriedigend“.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Pet Sematary (1989)

Regie: Mary Lambert
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