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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Donnie Darko“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: grandioser, doppelbödiger Mysterythriller mit Anspruch
PRO: wunderbarer Soundtrack
PRO: sehr gute Bild- und Tonqualität
PRO: interessante Extras
CONTRA: die aber Wünsche offen lassen

Filmkritik:
Letzte Woche hatte ich endlich einmal Zeit und Muse, mich einem ganz besonderen Film zu widmen: „Donnie Darko“. Einige Tage sind vergangen und ich schreibe diese Kritik nun nicht direkt nach dem Genuss des Filmes, doch noch immer klingt die Filmmusik in meinen Ohren und verschiedene Szenen des Filmes gehen mir nicht aus dem Kopf.
Das Cover suggeriert Ähnlichkeiten mit „Final Destination“ und „Stir of echoes“; nichts was mich unbedingt gereizt hätte. Da war der Vergleich mit „American Beauty“, der an anderer Stelle anklang schon interessanter und er ist tatsächlich nicht unangebracht.
Was ist „Donnie Darko“ eigentlich für ein Film? Kategorisieren lässt er sich eher schwer. Am ehesten könnte man noch von einem Mystery- oder ScienceFiction-Thriller sprechen. Der Regisseur selbst sieht den Film auch als Comic, das ist jedoch etwas irreführend. Handlungszeitpunkt ist das Jahr 1988, was sich vor allem in der Musik und der Kultur niederschlägt.

„You're weird.“ − „Sorry.“ − „No, that was a compliment.“

Donnie Darko ist ein Teenager mit psychischen Problemen. Er schlafwandelt und hat das Gefühl, nicht so recht in die Welt zu passen. Und wie kann er das auch; die Welt der Erwachsenen ist nicht die seine. Eine Lehrerin predigt die Philosophie eines ortsansässigen Schriftstellers, der alles in schwarz und weiß − Angst und Liebe einteilt, seine Schwester arbeitet auf ihr Collegestudium hin und er selbst weiß eigentlich noch gar nicht so recht, was er will.
Dennoch vermeidet der Film die alte Leier von der gestörten Familie. Donnie ist kein Opfer einer gestörten Familie. Seine Eltern sorgen sich um ihn, sie führen gemeinsam politische Diskussionen und man merkt, dass die Familie trotz der Probleme funktioniert. Er hat Freunde und schafft es im Laufe des Filmes auch, eine Freundin zu finden. Somit ist er kein stereotyper Verlierer, sondern eher ein rätselhafter, etwas exzentrischer und leicht derangierter Kerl, der aber nicht unsympathisch ist.

Wie erwähnt hat Donnie psychische Probleme. Er besucht daher eine Psychologin, die ihn mit einer Hypnosetherapie behandelt, was u.a. lustige Phantasien über Christina Applegate („Eine schrecklich nette Familie“) ans Tageslicht bringt. Außerdem muss er Tabletten einnehmen.
Eines Nachts verändert sich jedoch alles. Donnie schlafwandelt wieder einmal und erwacht auf dem Golfplatz. Ab dieser Nacht ist jedoch nichts mehr wie bisher. Durch eine seltsame Fügung des Schicksals ist eine Flugzeugturbine auf das Haus der Darkos gefallen und Donnie ist nur knapp dem Tode entronnen. Von welchem Flugzeug die Turbine stammt, können sich die Beamten von der Flugsicherheit nicht erklären.

„28 days … 6 hours … 42 minutes … 12 seconds. That … is when the world … will end.“

Seit dieser Nacht erscheint Donnie außerdem eine mysteriöse Person namens Frank in einem Hasenkostüm (was anfangs eher lächerlich wirkt, später jedoch Sinn ergibt), die ihn (ver-)leitet und dafür sorgt, dass die nächsten Tage äußerst ereignisreich verlaufen. Die Geschichte steuert langsam, aber unaufhaltsam ihrem Ende entgegen, denn in 28 Tagen wird die Welt enden, verkündet Frank.
Auf seiner Suche nach den Antworten stößt er auf Untersuchungen über Zeitreisen und Wurmlöcher und beginnt, die vorgezeichneten Wege des Schicksals in Form von seltsamen Wasserwürmern zu sehen. Sein Lehrer Dr. Monitow macht ihn auf ein Buch aufmerksam, welches ausgerechnet eine verwirrte alte Frau aus der Nachbarschaft geschrieben hat, die alle nur „Grandma Death“ nennen. Ist sie der Schlüssel zu den Antworten, die er sucht?

Mehr Worte sollte man zur Handlung des Filmes wahrscheinlich nicht verlieren. Ich werde hier auch ganz bewusst nicht anfangen, den Film zu interpretieren. Dem Zuschauer das Denken abzunehmen, würde den ganzen Reiz, den der Film ausübt, ad absurdum führen. So rate ich auch jedem davon ab, Spoiler zum Film zu lesen, bevor er nicht wenigstens seine eigene Theorie entwickelt hat.
Donnie Darko“ ist ein außergewöhnlicher Film. Er entführt den Zuschauer in ein düsteres Labyrinth, dass sich David Lynch kaum besser hätte ausdenken können, ist voll von Allegorien und dabei doch wesentlich zugänglicher als man meinen könnte.
Dabei ist der Film unvorhersehbar und regt zum Denken an, hat aber auch einen beträchtlichen Unterhaltungswert. Zu den Highlights zählen hier vor allem die Auseinandersetzungen mit der Lehrerin und mit dem Schriftsteller. Die Dialoge machen aber nicht nur dort ungeheuren Spaß.
Von herrlich schrägen Szenen wie der Diskussion über die Sexualität der Schlümpfe führt der Film den Zuschauer wieder zu wunderschönen melancholischen Momenten mit einer geradezu süchtig machenden Faszination, die dann durch die Filmmusik noch in höchster Perfektion abgerundet werden.
Donnie Darko“ ist ein ruhiger Film, der seine Geschichte als Highschool-Drama, über das Gespräch mit der Psychiaterin und vor allem zwischen den Zeilen durch Donalds hintergründige Mimik und die im Film immer wieder auftauchende Literatur und Philosophie erzählt.

Am Schluss setzt der Film dem Zuschauer aber dann die Pistole auf die Brust, denn haargenau erklärt wird nicht, was nun eigentlich passiert ist. Vielmehr hat der Film bis dahin eine große Anzahl Hinweise ausgelegt, die ausreichen müssen. Für mich ist das einer der großen Pluspunkte des Filmes, aber an diesem Punkt werden sich wohl die Geister scheiden.
Zweifellos wird es Leute geben, für die der Schluss eine Enttäuschung ist. Ich finde, dass der Film zum Ende hin die ausgefeilte Erzählweise nicht mehr ganz aufrecht erhält, die er vorher an den Tag gelegt hat. Auch hier wird vorher mit vielen Andeutungen eine Grundlage gelegt, aber man hat doch den Eindruck das etwas fehlt oder zumindest die Bedeutung der Roberta Sparrow am Ende nicht ganz hoch genug ist und dort noch eine kleine Vollendung fehlt.

„Every living creature on this earth dies alone.“

Die möglichen Interpretationen sind vielfältig und die Wahrheit, wie man so schön sagt, liegt irgendwo dazwischen. Wer sich die Mühe macht, bei mehrmaligem Ansehen auf kleine Details zu achten, der wird zu schätzen wissen, wie vielschichtig der Film wirklich ist und seine ganz eigene Sichtweise der Dinge entwickeln. Je mehr man darüber nachdenkt, desto klarer wird das Für und Wider von Donnies Entscheidung, was viel Spaß macht.
Aus dieser Betrachtung kann man es schon ableiten: das Geheimnis eines solchen Filmes liegt in der Balance aus geschlossenem, logischen Handlungsbogen (der sich aber nicht zwangsläufig sofort offenbaren muss) und offenen Details, die Spielraum für Interpretationen lassen. Ein Drahtseilakt, der nur äußerst selten gelingt und sofort verloren ist, wenn der Zuschauer das Gefühl bekommt, der Film versuche, schlauer zu sein als er ist.
Donnie Darko“ kann hier nach gründlicher Überlegung durchgängig überzeugen. Das Interesse, sich mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen und eine gewisse Begeisterung für melancholische, hintergründige Geschichten sollten beim Zuschauer dieses Filmes aber in jedem Fall vorhanden sein, denn sofort wird der Groschen höchstwahrscheinlich nicht fallen.
Das könnte manche Zuschauer frustrieren. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, der Film hätte dem Zuschauer wenigstens das Gefühl gegeben, er habe alles erklärt. Filmfans werden den Film deswegen aber wahrscheinlich umso mehr lieben.

Schade, dass dem Film kein größerer Erfolg beschieden war. Zu schlecht passte Ende 2001 wahrscheinlich gerade eine Geschichte in die Kinos, in der ein Flugzeugabsturz vorkam. Der mit einem relativ bescheidenen Budget von 4,5 Millionen Dollar realisierte Film kann trotzdem mit einigen Special Effects (etwa die Wasserwürmer) und einer guten Besetzung aufwarten.
Als Schullehrerin ist etwa Drew Barrymore („Scream“) zu sehen, die den Film auch produzierte. Patrick Swayze, der Tanzlehrer aus „Dirty Dancing“, liefert als schleimiger Autor und Quasi-Prophet eine wunderbare und passende Vorstellung ab. Auch Donnie selbst (Jake Gyllenhaal), seine Schwester (die echte Schwester Maggie Gyllenhaal) und vor allem die Mutter (Mary McDonnell) liefern überzeugende schauspielerische Leistungen.

Neben der Handlung, an deren unausweichliches Ende man immer wieder durch Einblendung des Datums und der verbleibenden Stunden bis zum Eintreten des scheinbar Unausweichlichen erinnert wird, überzeugt vor allem auch die Musikauswahl. Viele tolle Szenen im Film wirken durch die sie begleitende Musik gleich doppelt gut und vor allem das Lied am Ende des Filmes, „Mad World“ (im Original von „Tears For Fears“), hat nicht nur einen sehr aufschlussreichen Text sondern ist obendrein ein echter Ohrwurm.
Bildqualität:
Am Bild der DVD scheiden sich die Geister. Durch die Verwendung von speziellem Filmmaterial wird ein besonderer Look erzielt, den die DVD eben genau nach den Vorstellungen des Regisseurs wiedergibt. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich der Widerspruch zwischen der Behauptung, der Film habe blasse Farben und der, er sei farblich übersättigt, als Stilmittel. Vor allem die reale Welt erscheint im Film farblich oft etwas beschnitten und grau. Manche Farben, vor allem Blautöne wirken wiederum zu kräftig.
Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und wer am Fernseher nachjustiert, verschlechtert das Bild in anderen Bereichen. Ich ziehe hier allerdings keine Punkte ab, da die Ursache nicht beim Transfer der DVD sondern in der Entscheidung des Regisseurs liegt.
Schwierig wird es dann gelegentlich doch in anderen Bereichen. Anfangs hat das Bild ein leichtes Hintergrundrauschen und sogar Dropouts treten auf. Schon nach der ersten Szene macht das Bild dann aber einen exzellenten Eindruck mit brillantem Kontrast und knackiger Schärfe. Später im Film treten vereinzelt minimal verrauschtere Szenen auf. Hier und da sind im Hintergrund auch Kompressionsartefakte sichtbar, etwa beim ersten Gespräch mit Dr. Monitow.
Insgesamt kann das Bild der DVD mit den genannten Abstrichen trotzdem begeistern, wobei verfremdende Stilmittel letztlich immer Geschmackssache sind. Von Extrembeispielen in dieser Richtung wie etwa „Three Kings” oder “The Ring” (wo das IMHO sehr gelungen ist) ist das Bild aber meilenweit entfernt.
Tonwertung:
Der Ton kann durchgängig überzeugen. Sowohl der wunderschöne Soundtrack aus Klavier- und Gitarrenstücken als auch gesungenen Stücken verteilt sich wunderbar im Raum, aber auch Effekte und Dialoge (vor allem die imaginäre Stimme von Frank) nutzen die Surrounds aus. Auch Detailsauflösung und Basseinsatz machen Freude.
Einerseits profitiert der Film wie erwähnt sehr vom Surroundklang, wenn etwa ambiente Geräusche aus den Surroundlautsprechern kommen oder der Soundtrack den Zuschauer nahezu einhüllt, andererseits ist die Abmischung des Filmes aber auch nicht spektakulär genug für eine Höchstbenotung.
Bonusmaterial:
Die Extraausstattung der DVD ist reichhaltig. Zunächst wäre da der obligatorische Trailer, dem noch 5 TV-Spots zur Seite gestellt wurden. Die Website Gallery bietet Artwork aus dem Film und Dokumente zu den Figuren und Vorgängen im Film. Weitere Entwürfe und Fotos befinden sich in der Bildergalerie und unter dem Menüpunkt „The philosophy of time travel“ kann man einen Blick in das gleichnamige Buch aus dem Film werfen.
Zu den wichtigsten Mitwirkenden sind Filmografien vorhanden. Dem Soundtrack widmet sich die DVD mit dem Musikvideo zu „Mad World“ und Liner Notes zum Original Soundtrack Album von Michael Andrews and Gary Jules.
Unter dem Menüpunkt Cunning Visions verbirgt sich noch mehr für den Film erfundenes, z.B. die „Cunning Visions“-Videos aus dem Film, Buchmotive und ein kleiner Comic. Zum Video ist auch ein Audiokommentar verfügbar.
Das fehlende Making Of ersetzen ganze 2 Audiokommentare. Zu hören sind einmal Regisseur / Drehbuchautor und Hauptdarsteller sowie auf dem anderen Track die restliche Filmcrew. Der erstgenannte Kommentar ist besonders empfehlenswert. Neben einigen Annekdoten wird vor allem auch auf die Handlung näher eingegangen.
Auch einen Blick auf Szenen, die es nicht in den Film geschafft haben, kann man werfen. Sage und schreibe 20 deleted scenes sind auf der DVD enthalten. Ihre Qualität ist deutlich schlechter als die des Hauptfilmes und sie sind auch noch nicht mit Hintergrundmusik o.ä. versehen. Zu jeder Szene ist ein optionaler Audiokommentar vorhanden. Was hier fehlt sind Untertitel und eine Option zum Abspielen aller Szenen. Die Szenen selbst sind meist kurz, aber durchaus interessant anzuschauen. So etwa eine Episode, in der die Psychologin Donnie erzählt, dass seine Tabletten Placebos sind. Ein Verlust für den Film sind jedoch höchstens einige Szenen mit Drew Barrymore, da ihre Figur im Film ziemlich kurz kommt.
Alles in allem sind die Extras sehr interessant, ein echtes Making-Of gibt es aber nicht.
Gesamturteil:
Donald hat psychische Probleme. Ein imaginärer Freund verleitet ihn zu Straftaten, da das Ende der Welt droht. Sind das Halluzinationen? Ist Donnie einfach unfähig, mit dem Erwachsen werden klar zu kommen?
Der Film „Donnie Darko“ ist noch deutlich vielschichtiger. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle − mal ungeheuer lustig, dann wieder voller Melancholie und Weltschmerz. Wer sich nicht davor scheut, sich mit einem Film tiefer auseinanderzusetzen und wieder einmal einen ganz besonderen Film sehen möchte, der liegt hier goldrichtig.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Donnie Darko (2001)

Regie: Richard Kelly
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