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Seit dem 21.12.2003
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„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: abwechslungsreiche, gut besetzte Achterbahnfahrt mit exotischen Locations
CONTRA: die jedoch jegliche Logik zugunsten spektakulärer Action über Bord wirft
CONTRA: keine Extras bis auf den Trailer
CONTRA: schwacher Surroundton

Handlung:
Die Schriftstellerin Joan Wilder sitzt allein in ihrer New Yorker Stadtwohnung. Allein in der großen Stadt träumt sie vom Mann fürs Leben und schreibt als Ersatzhandlung Kitschromane. So erschafft sie sich eine Welt mit bösen Gangstern und edlen Helden.
Als ihre Schwester in Kolumbien als Geisel genommen wird und sie von ihrem toten Schwager eine Schatzkarte mit der Post bekommt, ist auf einmal alle Welt hinter ihr her. Die Entführer zwingen sie, nach Südamerika zu fliegen, um in einer Stadt am Meer den Austausch vorzunehmen, doch durch eine Verkettung der wahnwitzigsten Umstände landet sie mitten im Urwald und lernt das Raubein Jack Colton kennen. Der entspricht zunächst mit seiner „liebenswürdigen Art“ nicht gerade ihrem Ideal eines noblen Helden…
Filmkritik:
Robert Zemeckis, bekannt durch viele kurzweilige Abenteuer von der „Zurück in die Zukunft“ - Trilogie bis hin zu „Forest Gump“ zeichnet für den Kinohit aus den 80ern verantwortlich und schafft es auch hier, den Zuschauer auf eine kurzweilige Achterbahnfahrt mitzunehmen.
Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zwar ein in eine ganze Reihe „Indiana Jones“ − Kopien, die dem Original nicht das Wasser reichen können, besticht jedoch durch gute Besetzung und aufwändige Ausstattung. Wäre dies nicht gegeben, könnte man den Film allerdings allenfalls als Mittelmaß bezeichnen.
Zu oberflächlich bleibt die Handlung, oft wirkt der Film wie eine zusammengekürzte Fassung eines 3-Stunden-Werkes, bei der man bedacht war, nur ja keine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Beispielsweise als die beiden Abenteurer in eine Höhle einsteigen, wo die Location viele faszinierende Möglichkeiten geboten hätte, schneidet der Film von einer Übersicht die Location direkt zum Hauptschauplatz der Szene in der Höhle; schade eigentlich. Außerdem leidet durch solche Vereinfachungen leidet oft die Logik.

Dafür enthält der Film viele tolle Actionszenen, die mir auch nach den nun mittlerweile über 15 Jahren, seit ich den Film das erste mal im Kino sah, im Gedächtnis geblieben sind. Halsbrecherische Fahrten durchs Gelände und die lustige Rutschpartie durch den Dschungel machen wirklich Laune. Schade, dass hier die DVD mangels ordentlichem Surroundklang kein echtes Kinofeeling aufkommen lässt. Dazu aber später mehr.
Auch die Locations machen Freude. Eine Totale zeigt die Weite des Dschungels, wo sich ein Bus einen engen Bergpfad entlang quält. Später führt die Verfolgungsjagd die Protagonisten über eine nicht gerade vertrauenerweckende Brücke über eine tiefe Schlucht und sogar mit dem Auto einen Wasserfall hinunter.

Michael Douglas ist die Rolle des schlitzohrigen Abenteurers mit der harten Schale wie auf den Leib geschrieben. Er ist ein Aussteiger, der sich mehr oder weniger legal durch das Leben schlägt und ein Ziel vor Augen hat. Er möchte mit einem Segelboot um die Welt reisen. Dazu fehlen ihm nur noch die nötigen Moneten.
Kathleen Turner verkörpert die weltfremde Schriftstellerin. Schwächen in der Darstellung ihrer Rolle kann man ihr sicher nicht vorwerfen, aber das Drehbuch gibt ihr einfach nicht genügend die Möglichkeit, ihrer Rolle Leben einzuhauchen. Die Wandlung von der unerfahrenen Stadtfrau zur Abenteurerin aus ihren Büchern gleicht eher einem fliegenden Wechsel denn einer glaubhaften Charakterentwicklung.
Danny DeVito agiert als ironischer Sidekick. Der tollpatschige Gangster ist Joan Wilder immer auf der Spur, wird jedoch vom Pech und dem dubiosen General Solo verfolgt. Sein Schwager und Komplize Ira macht ihm das Leben auch nicht leichter.

Alles in allem muss man sagen, dass der Film leider etwas gealtert ist. Das fängt bei dem typischen 80er-Jahre Soundtrack an und geht bis zur eigentlich haarsträubenden Handlung. Unterhaltsam ist das Ganze doch, aber den Status eines Klassikers hat der Film nicht unbedingt verdient.
Bildqualität:
Schön ist es schon einmal, den Film endlich im originalen Cinemascope-Format zu erleben. Das Bild wurde auch anamorph codiert. Das Ausgangsmaterial ist bis auf gelegentlich einige weiße Pixel in recht guten Zustand, vor allem die Bildschärfe ist vorbildlich. Leider war die Vorlage etwas verrauscht, durch das Entrauschen hat das Bild deutlich auffallende Nachzieheffekte, gelegentlich kommt es auch zu Kantenflimmern. Dennoch ist noch deutliches Bildrauschen vorhanden. Die Kompression macht sich vor allem bei Rauschen in einfarbigen Flächen oder schnellen Bewegungen deutlich bemerkbar. Die Farbsättigung ist natürlich. Alles in allem kann man in Anbetracht des Alters des Filmes mit dem Bild zufrieden sein.
Tonwertung:
Der Ton liegt in den Sprachen deutsch, englisch und spanisch jeweils in Dolby Surround vor. Leider ist keine der Abmischungen sonderlich gut gelungen. Es handelt sich demnach um die unbearbeitete Abmischung, die nun schon fast 2 Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Die Stereofront ist ordentlich, systembedingt fehlt es aber an der Dynamik, der Basseinsatz ist spärlich und die Surrounds werden nur selten, vorrangig durch die Score, eingesetzt. Die tollen Actionszenen leiden erheblich unter der für heutige Verhältnisse schwachen Vertonung; hier kommt einfach kein rechtes Kinofeeling auf. Die deutsche Tonspur ist etwas lauter abgemischt als der englische Originalton. Klanglich liegt aber keine Tonspur vorn.
Bonusmaterial:
Bei den Extras ist leider bis auf einen Trailer Fehlanzeige. Immerhin ist das Menü passend gestaltet. Vertonung oder Animationen sind jedoch nicht vorhanden. Dafür wurde aber wenigstens darauf geachtet, die spanisch-sprachigen Teile des Filmes automatisch zu untertiteln.
Gesamturteil:
Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ ist ein abwechslungsreicher Abenteuerfilm im Fahrwasser der „Indiana Jones“ − Filme. Prominente Besetzung (Michael Douglas als raubeiniger Abenteurer, Kathleen Turner als Schriftstellerin, Danny DeVito als tollpatschiger Gangster, …), exotische Locations und spektakuläre Actionszenen trösten über Logiklücken, Kitsch und Stereotypen hinweg.
Die DVD kann nicht viel bieten, kommt jedoch wenigstens im originalen Cinemascope-Format daher. Größtes Ärgernis ist der viel zu unspektakuläre Surroundton.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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