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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Ich denke oft an Piroschka“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: romantischer Heimatfilm, der nach wie vor begeistern kann
PRO: witzig, gut besetzt und ausgestattet
PRO: gute Restaurationsarbeit
PRO: interessante Dokumentation

Filmkritik:
Ich denke oft an Piroschka“ ist ein Film, den ich schon so lange kenne, wie ich denken kann. Nun passiert es oft, dass man Enttäuschungen erlebt, wenn man einen Film so lange nicht gesehen hat. Nicht so hier. Der Film funktioniert noch immer und mehr denn je weckt er auch Erinnerungen.

Der deutsche Student Andreas erhält im Rahmen eines Austauschprogrammes die Möglichkeit, 6 Wochen mitten in Ungarn zu verbringen. Zuerst reist er per Schiff nach Budapest und dann weiter mit dem Zug in das kleine Dörfchen mit dem unaussprechlichen Namen mitten in der Puszta.
Auf dem Dampfer hatte er Greta, eine junge Dame, kennen gelernt, die ihren Urlaub am Balaton verbringt. Sie verspricht, ihm zu schreiben. Als er an seinem Ziel angelangt ist, kommt er jedoch zunächst auf ganz andere Gedanken.
Er taucht ein in eine Welt der Traditionen, wo die kleinen Dinge im Leben noch groß zählen. Der Empfang ist herzlich. Die einfachen Leute mit ihrer Ehrlichkeit und der Lebensfreude beeindrucken Andreas und dann ist da natürlich noch Piroschka, die Tochter des Stationsvorstehers. Was anfangs bei ungarischer Musik, mit Tänzen und Begrüßungsritualen beginnt, wird schnell mehr. Als ihm dann Greta schreibt und ihn zu sich einlädt, werden die Dinge kompliziert…

Ich denke oft an Piroschka“ ist ein Heimatfilm, ein Lustspiel ohne ernsthafte Problemstellungen. In der Realität würden die Eltern dem jungen Deutschen, der ihrer Tochter das Herz bricht, wohl die Hölle heiß machen. Man sollte aber nicht den Fehler machen, dies dem Film ankreiden zu wollen. Fakt ist, die bittersüße Mischung aus Romantik, Jugenderinnerung und einem kräftigen Schuss ungarischer Lebensart geht ans Herz.
Andreas Ungarn-Urlaub ist eine Zeit der Unschuld und gerade deshalb so unvergesslich. Die vielen lustigen Einlagen, wie die wo Andreas und Greta von einem aufdringlichen Geiger verfolgt werden, dem Andreas etwas zuviel Geld zugesteckt hatte und die sympathischen und bis in die Nebenrollen sehr gut besetzten Darsteller gewinnen unweigerlich die Herzen der Zuschauer.
Zwar mag Liselotte Pulver für ihre Rolle etwas zu alt sein, aber die schlaue und kecke Art ihrer Darstellung lässt das schnell vergessen. Für sie bedeutete die Rolle den großen Durchbruch und auch heute kann man noch klar erkennen, warum.
Bildqualität:
Wenn man das Bild der DVD betrachtet, muss man sich schon im Klaren sein, dass der Film immherin fast ein halbes Jahrhundert alt ist. Vor allem im Kontrast zu den Filmausschnitten in der Dokumentation auf der DVD zeigt sich, welch hervorragende Arbeit bei der Restauration geleistet wurde.
Zwar gibt es nach wie vor teilweise Defekte und hier und da Verschmutzungen, die Schärfe ist jedoch meist auf gutem Niveau und sowohl Kontrastumfang als auch Farbsättigung sind sehr gelungen. Leider ist das Bild doch etwas verrauscht und teilweise treten Farbschwankungen und ein leichtes Filmmern auf. An einigen Stellen fehlen auch wenige Einzelbilder. Trotzdem, das Bild ist eine sehr positive Überraschung!
Tonwertung:
Der Ton der DVD liegt im originalen Monoformat vor. Er wurde vom Knacksen und Hissen befreit, die Sprachverständlichkeit ist recht gut. Nur bei den Dialogen ist oft ein recht starkes Hissen vorhanden. Die österreichische und ungarische Musik kann trotz des Monoformates begeistern.
Bonusmaterial:
Viele Extras bietet die DVD nicht. Eigentlich gibt es nur einige Filmtrailer und eine Dokumentation, könnte man sagen. Nun ist es aber nicht unbedingt selbstverständlich, dass eine DVD eines so alten Filmes überhaupt Extras spendiert bekommt und außerdem ist die Dokumentation „Humor ist eine ernste Sache“ über den Regisseur Kurt Hoffmann alles andere als eine flache Werbefeaturette.
Sie stammt aus dem Jahr 1985 und enthält Filmausschnitte und Interviews mit Kurt Hoffmann, Liselotte Pulver, Heinz Rühmann und Volker Schlöndorf. Mit einer Laufzeit von 45 Minuten ist sie nicht zu kurz und beleuchtet auf interessante Art und Weise nicht nur Hoffmanns Werdegang sondern auch den der deutschen Komödie. Lediglich die Kontroverse um einige Filme Hoffmanns wie „Quax, der Bruchpilot“, die er mit Rühmann zur Zeit des dritten Reiches drehte, wird etwas ausgespart.
Gesamturteil:
Ich denke oft an Piroschka“ ist ein wahrer deutscher Lustspielklassiker mit Kultpotential. So gut wie auf der DVD hat er sicher lange nicht mehr ausgesehen. Für alte und neue Fans dieses Filmes ist dies eine gute Gelegenheit, diese gelungene DVD in ihre Sammlung aufzunehmen, um den Film immer und immer wieder anzusehen.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Ich denke oft an Piroschka (1955)

Regie: Kurt Hoffmann
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