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Seit dem 21.12.2003
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„Der Schuh des Manitu“

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Filmkritik:
Im Sommer 2001 kam ein Film in die Kinos, der sich zum größten deutschen Filmerfolg aller Zeiten mauserte und über 10 Millionen Deutsche in die Kinos lockte. Die Frage ist nun, ist „Der Schuh des Manitu“ wirklich so gut und wird er jedem Zuschauer gefallen? Die Antwort auf die letzte Frage lautet eindeutig „nein“, denn eigentlich ist der Film ein Nischenprodukt, was mit seinem flachen Humor stark polarisieren dürfte.
Ich möchte den Film nicht verreissen, mir hat er sogar recht gut gefallen, aber das ist auch eine Frage des Backgrounds (z.B. wie sehr man mit den Winnetou-Filmen verwurzelt ist und ob man die Referenzen z.B. auf „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Der mit dem Wolf tanzt“, etc. erkennt) und der Erwartungshaltung.
Eine richtige Story hat der Film nämlich nicht, echte Brüller gibt es auch im ganzen Film nicht einen einzigen, aber trotzdem macht er Spaß und ist äußerst unterhaltsam. Für 80 Minuten kann man so etwas einmal ertragen, länger hätte er aber wirklich nicht sein dürfen. Die enthaltenen Musicalnummern führten bei mir zunächst zu Kopfschütteln, sind aber bei näherem Zusehen (und -hören) gut ausgedacht und umgesetzt.
Um noch einmal etwas zur Erwartungshaltung zu sagen: Ich kann oft mit Mainstreamkino wenig anfangen, die Bullyparade schaue ich ab und zu recht gern, denn irgendwo ist sie doch recht seelenverwandt mit Monty Python. Außerdem drehe ich selbst Kurzfilme und weiss die gute Umsetzung bis hin zum Schnitt, der Kameraführung und der Musikauswahl zu schätzen. Dementsprechend war auch in Manitu die Cinematographie wirklich tadellos. Man sieht, daß hier Profis am Werk waren. Billig umgesetzt wirkt der Film zu keiner Zeit.
Wenn ich aber soetwas wie „Erkan und Stefan“ sehe, schalte ich sofort ab. Das finde ich nicht lustig, sondern es regt mich auf. Von daher war es nicht unbedingt sicher, daß mir der Film gefällt und einiges war dann auch wirklich nicht so toll. Auch das Beklauen anderer Filme wie „Die nackte Kanone“ fand ich etwas billig (zumal es keine Weiterentwicklung der Gags gab sondern es wurde einfach nur kopiert). Alles in allem war ich jedoch eher positiv überrascht von dem Film, ich hatte Schlimmeres erwartet, denn auch von Comedy-Profis habe ich schon wesentlich hohlere Filme gesehen. Da hat „Der Schuh …“ doch erheblich mehr zu bieten als viele Leslie Nielsen Filme (natürlich ausgenommen der „Naked Gun“ - Trilogy, die ist göttlich!), und die sind von Hollywood-Profis mit jahrelanger Erfahrung gemacht worden.
Ich finde Pierre Briece' Reaktion bei „Wetten das“ vollkommen unverständlich, der Film ist kein „Durch den Dreck ziehen“ der Winnetou-Filme, sondern eindeutig eine Liebeserklärung. Wann gab es denn zuletzt Lagerfeuerromantik und coole Closeups von dreckigen Cowboys auf der Kinoleinwand zu sehen? Und wo steht geschrieben, daß immer alles Anspruch haben und bierernst sein muß? Die Winnetou-Filme waren auch pure Unterhaltung, die Message war da im Vergleich z.B. zu den DDR-Indianerfilmen eher unwichtig.
Bildqualität:
Das Bild leidet etwas an Unschärfe, die Aussage anderer Reviews, daß das Material unter der digitalen Nachbearbeitung gelitten hat, kann ich aber ansonsten nicht bestätigen. Die Farbigkeit trägt ungeheuer zur Athmosphäre bei, wer sich mal die unbearbeiteten Szenen auf der Bonus-DVD ansieht, erkennt, daß die Originalaufnahmen eher wie eine billige Fernsehproduktion aussehen, wogegen der Hauptfilm wunderbare, klassische Westernbilder zeigt.
Gut, was soll ich sagen, Dropouts gibt es nicht, Artefakte sind mir keine aufgefallen, sollte 2002 auch nicht mehr passieren, trotz allem stört die mangelnde Schärfe geringfügig, da kann eben noch kein deutsches Studio mit Branchenriesen wie Sony oder Warner mithalten.
Tonwertung:
Der DTS-Ton rockt, den DD5.1-Ton habe ich noch nicht ausprobiert, gehe aber davon aus, daß er ähnlich gut klingt. Auf alle Fälle wirklich gut und recht erstaunlich aufwändiger Raumklang für eine deutsche Westernkomödie. Auch die tolle Dynamik läßt Kinofeeling aufkommen.
Bonusmaterial:
Wow! Ein Hammer! Man muß mal betonen, daß BMG bei den Extras Stärken hat, die so kein anderer Publisher in Deutschland bietet. Wieviele DVDs habt ihr zum Beispiel, die deutsche Making Ofs enthalten? Hier ist das Ganze ja klar, aber BMG hat dies z.B. auch bei „Das fünfte Element“ geboten. Scheinbar haben die einen guten Draht zum Fernsehen, was sich hier auch dadurch zeigt, daß man viele Ausschnitte aus Fernsehauftritten der Manitu-Crew auf die DVD gepackt hat. Sehr gelungen und zur Nachahmung empfohlen!
Auch anderweitig war man sehr konsequent und engagiert. Die DVD-Crew hat das Team schon seit den Proben Anfang 2000 begleitet und man bekommt sogar Aufnahmen von Proben oder Reitstunden zu sehen. Das habe ich vorher nur bei „Bram Stoker's Dracula“ oder „Krull“ gesehen. Zu diesem Zeitpunkt war es auch noch nicht klar, das der Film so erfolgreich werden würde.
Es gibt auch eine Fülle von Interviews und Hintergrundinformationen, die jedoch nicht lieblos aneinandergeklatscht wurden, sondern in aufwändig animierten, vertonten und gut strukturierten Menüs präsentiert werden. Wenn ich da an die lieblose Aufmachung der hochgelobten „Terminator 2“ Bonus-DVD mit den endlosen Texttafeln denke...
Zusätzlich gibt es viele deleted scenes (um einige davon ist es sogar recht schade), Featuretten (z.B. über die FX) und das obligatorische über 20 Minuten lange Making Of. Sehr lustig ist auch die englische Showreel, erstaunlicherweise sind im Englischen viele Witze sogar besser als im Original!
Der interessante und kurzweilige Audiokommentar soll natürlich auch nicht unerwähnt bleiben und per Intellimode kann man innerhalb des Hauptfilms zusätzliche Annekdoten und Informationen abrufen. So sieht man deleted Scenes an der Stelle wo sie hingehören, kann sich zu parodierten Szenen die Originale aus Winnetou ansehen und vieles mehr. Mustergültig und kaum noch zu toppen!
Gesamturteil:
Ein Achtungserfolg, aber durch die stark polarisierende Wirkung des Filmes ist der große Erfolg doch erstaunlich. Es ist kein „Citizen Kane“, doch er bietet recht unterhaltsame 80 Minuten ohne Tiefgang.
Die DVD gehört definitiv zum Besten was je in Deutschland hergestellt wurde. Allein wegen der Extraausstattung eine klare Kaufempfehlung! So konsequent wie hier wurde kaum eine andere DVD mit Extras ausgestattet.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Schuh des Manitu, Der (2001)

Regie: Michael Herbig
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