Filmkritiken

Aktuelle Neuzugänge

Filmkritik Inglorious Basterds
Filmkritik Verflucht - Cursed
Filmkritik Düstere Legenden 3 -...
Filmkritik Nothing
Filmkritik Yamato in concert
Filmkritik Traumschiff Surprise...
Filmkritik The Ring 2
Filmkritik The Postman
Filmkritik Man on fire
Filmkritik High Tension


Home | A-B | C-G | H-L
M-P | Q-S | T-Z | 0-9

Langkritik Die 1000 Augen des D...
Langkritik 13 Ghosts
Langkritik 2002 - Durchgeknallt...
Filmkritik 3 Engel für Charlie
DVD-Kritik Die drei Musketiere
DVD-Kritik Vier Fäuste gegen Rio
Filmkritik Vier Hochzeiten und ...
Filmkritik The sixth day
Filmkritik 7 days to live


265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Naked Killer“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: wunderbar gefilmter Trash über lesbischer Killerinnen
CONTRA: teilweise furchtbar albern, dann wieder abstoßend brutal
CONTRA: eher „übersichtliche“, aber exklusive und toll präsentierte Ausstattung

Handlung:
Kitty, ein selbstbewusstes und äußerst attraktives Mädchen, sieht sich überall von Männern umgeben, die sexuelle Übergriffe auf Frauen begehen. Als ihr Vater durch den neuen Liebhaber ihrer Mutter umkommt, dreht sie durch und rächt sich furchtbar an dem Unternehmer.
Ihre Flucht aus dessen Firmengebäude bringt sie in große Gefahr, doch eine mysteriöse Dame, die sich als Schwester Cindy vorstellt, hilft ihr. Sie gibt sich als Killerin zu erkennen, die selbst einen Raubüberfall auf das Unternehmen geplant hatte. Normalerweise werden alle Zeugen beseitigt, doch sie beschließt, Kitty zu ihrer Partnerin zu machen. Von nun an gibt es kein Zurück mehr, Kitty nimmt eine neue Identität an und tötet für Geld.
Nach einem Auftrag in Japan geraten die beiden Frauen jedoch selbst auf die Abschussliste. Die lesbische Killerin Princess und ihre japanische Gespielin sind hinter ihnen her. Dazu kommt noch der Polizist, in den sich Kitty vor ihrem Untertauchen verliebt hatte. Er glaubt, sie wieder zu erkennen, was die Sache nicht unbedingt unkomplizierter macht…
Filmkritik:
Naked Killer“ wird als DER Cat3-Thriller bezeichnet. Eine Einstufung, die man schlecht mit dem deutschen Rating System vergleichen kann, landen doch hierzulande bereits manche Cat2b-Filme aus Hong Kong auf dem Index.
Bei Filmen der Kategorie 3 handelt es sich vornehmlich um Erotik, doch auch hier existieren noch enge Grenzen. So wird man wohl selbst in solchen Filmen kaum mehr als einen nackten Busen sehen. Doch auch dabei gehen die Akteurinnen bereits hohe Risiken ein und riskieren eine Ächtung in der Gesellschaft.
Die Hauptdarstellerinnen im Film sind äußerst hübsch und nicht nur die Erotikszenen sind atemberaubend schön gefilmt. Die Damen tragen mal enge Latexanzüge, mal verspielte Kleider, doch sie zögern keine Sekunde, ihre Opfer mit barbarischer Grausamkeit zu töten. So ist diese Kombination von Sex und Gewalt schon recht starker Tobak.
Die Liebesszenen an sich können nicht recht überzeugen. Die lesbischen Killerinnen tragen Handschuhe, wenn sie sich berühren und auch sonst will nicht so recht der Funke überspringen. Da begeistern schon eher die teilweise sehr schönen Locations mit Villas, Pools und schicken Sportwagen sowie die erwähnte atemberaubende Garderobe der Damen.

Was „Naked Killer“ deutlich zeigt, sind die unterschiedlichen Auffassungen von Geschmack und „political correctness“. In keinem europäischen oder amerikanischen Film würde man wohl eine Frau so brutal verprügeln und auch sonst sind etliche Szenen im Film enthalten, die die Grenzen des guten Geschmacks sprengen. Die selbst in einigen asiatischen Veröffentlichungen des Filmes fehlende Szene mit dem „falschen Bockwürstchen“ ist hier vollständig enthalten.
Da wäre auch schon der nächste Kritikpunkt, den sich viele Hong Kong Filme gefallen lassen müssen. Scheinbar um der chinesischen Mentalität zu genügen sind im Film immer wieder humoristische Einlagen integriert, die dorthin einfach nicht passen wollen. Selbst manche extrem harten Szenen sind mit einer derart kitschigen Übertriebenheit inszeniert, dass sie einfach nicht wirken wollen.
Außerdem hat der Film eine negative Grundhaltung, die praktisch alle Männer im Film darauf reduziert, potentielle Vergewaltiger zu sein. Mehr noch; eigentlich ist jeder Mann in diesem Film entweder ein Triebtäter oder impotent. Die beiden Killerinnen trainieren einander, indem die eine sich im Keller unbewaffnet mit ein paar dort angeketteten Vergewaltigern herumschlägt, während die andere auf der Couch liegt und die Zeit stoppt. Wo sie diese Leute herhaben, wird einfach ausgespart, scheinbar gibt es dort irgendwo ein Nest.
Es wäre aber auch sinnlos, in „Naked Killer“ eine Aussage hineininterpretieren zu wollen. Der Film ist Trash in Reinkultur und auf diese Weise funktioniert er auch recht gut. Dass es dabei einige Ärgernisse gibt, damit muss man leben.

Trotzdem, der Film hat mir mit Einschränkungen durchaus gefallen. Die verrückten Einfälle von der lesbischen Killerin bis zum vergifteten Lippenstift haben durchaus ihren Reiz. Die Hochglanzoptik des Filmes kann zwar nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass er viel zu kitschig ist und eine negative Grundhaltung hat, aber Spaß macht er dennoch.
Bildqualität:
Wenn es um Filme aus Hong Kong geht, dann sind aufgrund der schlechten Filmlagerung meist sogar zehn Jahre schon eine lange Zeit. Das Bild von „Naked Killer“ wurde restauriert und von Defekten befreit, lässt aber doch erahnen, wie schlecht das Ausgangsmaterial gewesen sein muss. Diesen Eindruck verstärkt auch ein Blick auf den Trailer auf der DVD.
So hat das Bild ein deutlich sichtbares Grundrauschen, welchem mit einem Rauschfilter zu Leibe gerückt ist. Dabei hat man jedoch einen guten Kompromiss gefunden, denn stehende Rauschmuster oder Solarisationseffekte treten nicht auf, auch die Schärfe ist auf gutem Niveau. Vor allem aber hat das Bild eine natürliche Farbgebung, was für den Film recht wichtig ist, da die Optik hier von großer Bedeutung für den Filmgenuss ist. Auch die Kompression ist sehr gut gelungen und gibt keinen Anlass zur Klage.
Tonwertung:
Der Ton liegt in englisch und im kantonesischen Originalton vor. Für beide Tonspuren wurde ein 5.1-Mix erstellt. Zwar nutzt die Abmischung die Möglichkeiten des 5.1-Tons nicht richtig aus, aber gelegentlich gibt es doch Surroundeffekte. Größtenteils ist es aber die Score, die die hinteren Lautsprecher ausnutzt. Trotzdem lässt vor allem die Dynamik zu wünschen übrig. Bei actionreichen fehlt einfach der Pep.
Von der Klangcharakteristik liegen beide Tonspuren gleich auf. Die Sprachverständlichkeit ist gut. Die englische Synchronisation ist erträglich, aber die chinesische Fassung mit optionalen Untertiteln ist natürlich wegen der Authentizität vorzuziehen.
Bonusmaterial:
Leider ist die Extraausstattung nicht so üppig, wie man hätte hoffen können. Der angekündigte Beitrag über Cat3-Filme entfiel, der Essay über Hauptdarstellerin Chinmy-Yau liegt nur in Form von Texttafeln vor. Die Interviews sind sehr interessant, neben seinem Audiokommentar zum Film erzählt Regisseur Clarence Ford auch innerhalb eines Videointerviews eine Menge Interessantes von der Entstehung seines Filmes bis zum Angebot an ihn aus Hollywood, die Regie bei „Basic Instinct 2“ zu übernehmen.
Die Interviews mit Produzent Wong Jing und Schauspieler Simon Yam können da nicht so ganz mithalten. Ersterer erzählt vor allem etwas über seine Philosophie beim Produzieren von Filmen, letzterer rechtfertigt sich ständig dafür, hauptsächlich Mainstream zu drehen.
Nicht unerwähnt bleiben soll aber, dass HKL sich beim Menüdesign wieder einmal selbst übertroffen hat. Die animierten und vertonten Menüs und die Überblendungen sind einfach atemberaubend. Ein kleiner Wermutstropfen ist hier nur, dass man, wie bei HKL ebenfalls üblich, erst eine ganze Menge Copyrightwarnung u.ä. über sich ergehen lassen muss, ehe man ins Hauptmenü darf.
Dort finden sich dann neben bereits genannten Extras noch die üblichen Features wie Sprach- und Kapitelwahl sowie einige interessante Trailer aus dem HKL-Programm, die HKL größtenteils selbst produziert hat. Am Beispiel des „Naked Killer“-Trailers kann man dies auch gleich selbst vergleichen, denn zusätzlich zum neu produzierten Trailer liegt auch der furchtbare Original Hong Kong Trailer auf der DVD vor.
Alles in allem durchaus eine interessante und vor allem sehr ansprechend präsentierte Extraaustattung, aber von wirklichen Beiträgen über die Dreharbeiten fehlt jede Spur.
Gesamturteil:
Naked Killer“ ist Trash pur, ein Albtraum aus Sex und Gewalt mit absoluter Hochglanzoptik. Was zunächst durchaus Spaß macht, wird vor allem durch die comicmäßige Überzeichnung und unpassende Humoreinlagen verdorben. Dabei könnte der gut ausgestattete und besetzte Film ansonsten durchaus funktionieren. Etwas Besonderes bleibt er doch, denn die verrückte Kombination aus „Nikita“ und „Basic Instinct“ sucht wohl ihres Gleichen.
HKL hat sich mit dem Menüdesign wieder einmal selbst übertroffen und präsentiert den Film ungekürzt mit restauriertem Bild und Ton sowie einer Auswahl an neu produzierten Interviews und Trailern.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


Hitflip - 1 DVD gratis

  Falls Ihnen diese kostenlose Website gefällt, dann können Sie uns unterstützen, indem Sie für ihre Bestellungen im Shop von Amazon.de in Zukunft einen der Amazon.de-Links von dieser Website benutzen. Sie müssen dabei nichts Besonderes beachten, es zählt nur, dass Sie über einen unserer Links auf die Amazon-Website gelangt sind. Vielen Dank!
Klicken Sie hier, um den Amazon-Link zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.
 

Chiklo gouyeung (1992)

Regie: Clarence Fok Yiu-leung
mehr...

Wertungen
Film:
Bild:
Ton:
Extras:
Fazit:
<- mehr


Werbung: