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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Insomnia“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: wunderschöne Kulisse in Alaska
PRO: ruhiger, intelligenter Film mit guten Dialogen und tollen Schauspielern
PRO: gute technische Umsetzung und Ausstattung

Handlung:
Inspektor Will Dormer (Al Pacino, „Der Pate“-Trilogie) fliegt in das kleine Städtchen Nightmute in Alaska, um als Spezialist in einem Mordfall zu ermitteln. Eigentlich ist es ihm ganz recht, einmal aus der Stadt herauszukommen, denn die innerpolizeiliche Ermittlungsbehörde ist ihm auf den Fersen. Wie alles zusammenhängt und was es mit den Bildern auf sich hat, die in seinem Kopf herumschwirren, das wird erst am Laufe des Filmes richtig klar.
Dormer wirkt bereits zu Anfang angespannt und erschöpft. Die Ereignisse der nächsten Tage und der zu dieser Jahreszeit in dieser Gegend nie endende Tag werden bald dazu führen, dass er überhaupt nicht mehr schlafen kann. Ganz im Kontrast dazu steht die junge Polizistin Ellie Burr (Hilary Swank, „The Gift“). Sie ist voller Elan und froh, den berühmten Inspektor in ihrer Stadt zu haben. Doch es ziehen Wolken über diesem Idealbild auf…
Filmkritik:
Der interessante Twist von „Insomnia“ ist der, dass es nicht so sehr darum geht, wer denn nun der Mörder ist. Dies wird recht schnell klar und das Zusammentreffen mit dem Mörder gestaltet sich ganz und gar ungewohnt. Viel mehr ist es dann das Katz- und Mausspiel der beiden Hauptpersonen, die beide belastende Informationen über einander haben, das dem Film seine Energie gibt. Ein Serienkillerfilm ist „Insomnia“ nämlich ganz und gar nicht, auch wenn der Trailer dies suggeriert.

Hohe Erwartungen ruhten auf Regisseur Christopher Nolan nach seinem Hit „Memento“. So etwas ist nicht immer ganz fair, zumal wenn der Vorgängerfilm von einer solchen Machart wie „Memento“ ist, die sich nun einmal schwer toppen lässt.
Insomnia“ (Schlaflosigkeit) ist das Remake des norwegischen Filmes (1998) unter gleichem Namen von Erik Skjoldbjaerg. Über die Beziehung des Filmes zum Original kann ich leider nichts sagen, da ich dieses nicht kenne. Wahrscheinlich sind die eingestreuten gelegentlichen Actionsequenzen wie die (sehr eindrucksvolle) Verfolgungsjagd über die auf dem Wasser treibenden Baumstämme ein Zugeständnis an das amerikanische Publikum; das ist jedoch nur eine Mutmaßung.

Produziert von Steven Soderberg und George Clooney und gedreht in Alaska wartet der Film mit wunderschönen Naturaufnahmen, einer hochkarätigen Besetzung und einer guten Ausstattung auf. Ehrlich gesagt hat mich das Setting zunächst an „Die purpurnen Flüsse“ erinnert. Auch dort kommt ein Spezialermittler in eine kleine, abgelegene Stadt mit wunderschöner landschaftlicher Kulisse, um in einem grausamen Mordfall zu ermitteln. Während „Die purpurnen Flüsse“ jedoch dann mit immer mehr Mordfällen und Action aufwartet, behält „Insomnia“ seine ruhige Art bei und entwickelt andere Stärken. Ehrlich gesagt wird der Film mit fortschreitender Dauer immer besser.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, das Interesse der Polizistin für den berühmten Ermittler wirkt weder aufgesetzt, noch wird es durch eine billige Romanze der beiden ausgenutzt. Alles fügt sich sehr gut ineinander und die Dialoge sind ebenfalls außergewöhnlich gut.
Wenn sich dann der eigentliche Clou, nämlich das perfide Katz- und Mausspiel des Mörders mit dem Polizisten entwickelt und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, kann der Film seine Stärken erst richtig ausspielen.

„A good cop can’t sleep because a piece of the puzzle is missing and a bad cop can’t sleep because his conscience won’t let him.“

Al Pacino, bekannt aus großen Meisterwerken wie Coppolas „Der Pate“ oder Michael Manns „Heat“ kann auch hier überzeugen. Er spielt routiniert, aber nicht spektakulär, eher etwas müde, könnte man sagen. Auf der anderen Seite, genau das soll er ja auch. Nach den Vorfällen kann er nicht mehr schlafen und verliert langsam den Boden unter den Füßen. Daran ist nicht nur der Fakt schuld, dass es in Alaska zu dieser Jahreszeit keine Dunkelheit gibt.
Hillary Swank hat im Film nicht unbedingt große Gelegenheiten, ihre Schauspielkunst auszuspielen. Dennoch schafft sie es, herauszuragen und zu überzeugen. Im Kontrast etwa zu Sam Raimis „The Gift“ kann sie hier einen anderen Teil ihrer schauspielerischen Bandbreite zeigen.
Eine wirkliche Überraschung ist jedoch Robin Williams, der es mit diesem Film und dem fast gleichzeitig angelaufenen „One hour photo“ endlich schafft, sein Image als oft alberner Komödiant (u.a. „Patch Adams“) abzulegen. In seiner Rolle als intelligenter Gegenspieler von Al Pacino ist er eine weitere Bereicherung des Filmes.

Ist „Insomnia“ ein 'Christopher Nolan Film'? Merkt man das oder hat sich wieder einmal eine Regiehoffnung als Eintagsfliege erwiesen? Nun, Nolan hat wiederum einen ruhigen Film geschaffen, der Personen in den Vordergrund stellt. Seine Handschrift zeigt sich darin, dass er es versteht, aus der Geschichte, die sicherlich nicht unbedingt so klingt, als ob sie viel hergibt, einen fesselnden Film zu machen. Dabei kann er vor allem auf ein gelungenes Drehbuch bauen.
Außerdem versteht er es sehr gut, visuelle und soundtechnische Mittel einzusetzen. Die gelegentlichen Inserts meine ich damit weniger. Glücklicherweise wurden diese nicht so oft eingesetzt, dass es wirklich nervig würde. Vielmehr werden die Locations einwandfrei ausgenutzt (Verfolgung über die auf dem Wasser schwimmenden Baumstämme, die Hütte im Nebel, etc.) und die Verdeutlichung der Schlaflosigkeit mit Hilfe von Bild und Ton ist sehr gut gelöst. In der sich verändernden Wahrnehmung Dormers, die nicht nur in so krassen Fällen wie der Fahrt im Regen gegen Ende sondern auch in kleinen Details erkennbar wird, zeigt sich eindeutig Nolans Begabung für solche Dinge.
Das Ende schließt auf gelungene Art und Weise den Kreis. Gelegentliche kleine Schwächen wie das doch recht konstruiert wirkende Ausrasten beim Verhör der Freundin des Opfers, schaden dem Film nicht nennenswert.
Bildqualität:
Insomnia“ wurde in voller CinemaScope-Breite gedreht, was dem Film bei seinen wunderschönen Landschaftsaufnahmen in Alaska auch zu gute kommt. Die Farben sind aus stilistischen Gründen nicht natürlich, sondern durchgehend kühl und oft blaustichig.
Wie von einem neuen Film nicht anders zu erwarten, gibt die Vorlage keinerlei Anlass zur Klage, weder Verschmutzungen noch Dropouts sind zu beobachten. Auch der Transfer ist gut gelungen. Er besitzt eine gute Schärfe. Rauschen und Aliasing treten nicht auf, nur gelegentlich sind leichte Nachzieheffekte zu beobachten. An einigen Stellen, etwa in der Nebelsequenz, gibt es Solarisationseffekte, ansonsten ist die Kompression gut gelungen.
Tonwertung:
Der Film lebt von seinem ruhigen Soundtrack, der die Atmosphäre gut unterstreicht. Er nutzt die vorderen Lautsprecher für ein gutes Frontpanorama und breitet sich auch natürlich und unaufdringlich auf die Surroundlautsprecher aus. Diese werden zudem ausgiebig für Umgebungsgeräusche und Effekte genutzt.
Die gelungenen Dialoge des Filmes besitzen eine gute Qualität, neigen jedoch erstaunlicherweise doch etwas zum Übersteuern. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen, sowohl von der Surroundabmischung als von den Sprechern her. Das Original hat jedoch, vor allem durch Pacinos tolle „Der Pate“-Stimme deutlich die Nase vorn.
Bonusmaterial:
Die Extras sind recht reichlich ausgefallen, bergen jedoch auch einige kleine Enttäuschungen. Die Einteilung erfolgte übersichtlich in eine Handvoll Bereiche. Unter dem Menüpunkt „Promotion“ verbergen sich Fotos, Trailer und 2 Texttafeln mit einer Auflistung der Besetzung.
Interessanter sind da die Produktionstagebücher. Hier kommen verschiedene an der Produktion beteiligte Personen zu Wort. In kurzen Featuretten illustrieren Produktionsdesigner und Kameramann ihre Arbeit, man kann einen Blick hinter die Kulissen werfen und Regisseur Christopher Nolan und Hauptdarsteller Al Pacino sitzen sich zu guter letzt in einem 18-minütigen Interview gegenüber, welches interessante Informationen über beide verrät (Pacino erzählt einige Annekdoten, u.a. über Coppola, Nolan verrät einiges über seine Arbeitsweise). Zusätzlich gibt es noch ein Making Of, welches auch recht interessant ist. Vervollständigt werden die Extras durch eine Featurette über Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden.
Seltsam ist die Sache mit den Audiokommentaren gelöst. Diese kann man nicht direkt anwählen, sondern nur in Auszügen. Wahrscheinlich war hier der Platz auf der DVD beschränkt. Schade, die Auszüge die vorhanden sind, machen einen guten Eindruck und Lust auf mehr Informationen. Trotzdem ist die Ausstattung der DVD recht gelungen.
Gesamturteil:
Insomnia“ ist kein lauter Actionfilm, kein Serienkiller-Thriller, sondern eher ein Film der leisen Töne vor der wunderschönen Kulisse Alaskas, der seine Geschichte über seine Figuren erzählt und trotzdem viele Highlights besitzt. Sein tolles Drehbuch und die sehr guten schauspielerischen Leistungen erlauben es dem Film, deutlich über die an sich gar nicht so ergiebige Geschichte hinauszuwachsen - ein Film, den man durchaus mehrmals sehen kann.
Auch technisch und von der Ausstattung her kann die DVD überzeugen.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Insomnia (2002)

Regie: Christopher Nolan
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