Filmkritiken

Filme von Christophe Gans:

Langkritik Der Pakt der Wölfe

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Seit dem 21.12.2003
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„Der Pakt der Wölfe“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: spannende Mischung aus Kostümdrama, Martial Arts-, Abenteuer- und Actionfilm
PRO: epische und fesselnde Geschichte voller Mystik und Romantik
PRO: traumhafte Optik
CONTRA: Director’s Cut nicht deutsch synchronisiert und mit Sprüngen durch Branching
PRO: Bild und vor allem Ton mit Referenzcharacter
PRO: umfangreiche und sehr gehaltvolle Extras

Filmkritik:
Im Jahre 1764 wurden in der Gegend Gévaudan, im Süden Frankreichs, Menschen von einer wolfsähnlichen Bestie angegriffen und grauenvoll verstümmelt. Bald häuften sich Erzählungen, das Ungeheuer sei groß wie ein Ochse, habe Hörner auf dem Kopf und würde des Nachts die Schlafenden beobachten. Die Menschen lebten in Angst. Opfer der Bestie wurden vor allem Frauen und Kinder und da ihnen in über der Hälfte der Fälle das Herz oder andere lebenswichtige Organe aus dem Leib gerissen worden waren, spekulierte man, es könnte sich vielleicht um einen Werwolf handeln. Insgesamt fielen dem Ungeheuer über hundert Menschen zum Opfer.
Als man mit dem Problem an den König herantrat, beauftragte dieser einen Captain mit der Sache. Dessen Leute verkleideten sich als Frauen, da man annahm, die Bestie würde sich bevorzugt schwache Beute suchen. Es gelang den Soldaten jedoch nicht, sie zu töten. Hunderte von Wölfen wurden auf unzähligen Treibjagden getötet, doch die Bestie war nicht darunter. Im Gegenteil, ihre Angriffe schienen noch brutaler und zahlreicher zu werden. Da des Königs Männer keinen Erfolg hatten, wurde die Sache zum Politikum, denn seine Gegner verstanden die Misserfolge geschickt für ihre Sache auszunutzen.

Vor diesem geschichtlichen Hintergrund spielt das neue Werk von „Crying Freeman“ Regisseur Christophe Gans. Nachdem nach seinen Aussagen schon sein vorheriges Werk eine Art Kostümdrama in der heutigen Zeit war, lag wohl nichts näher, als diesmal einen echten Kostümfilm zu drehen, der dazu noch Elemente eines Martial Arts-, Action- und Abenteuerfilms enthält.
Die Hauptpersonen sind der Wissenschaftler Grégoire de Fronsac (Samuel le Bihan) und dessen Blutsbruder, der Mohawk-Indianer Mani (Marc Dacascos). Die Freundschaft der beiden Männer steht im Mittelpunkt des Filmes und wird durch die sehr guten schauspielerischen Leistungen auch überzeugend vermittelt. Sie sind ein ungleiches Paar, welches sich dennoch oder gerade deswegen gut ergänzt.
Bereits die Einführung in den Film, der Marquis d’Apcher schreibt als alter Mann seine Lebensgeschichte auf, während vor seinem Haus der wütende Mob der französischen Revolution tobt, setzt den Ton für eine epische Story vor einem geschichtlichen Hintergrund. Sie handelt von Freundschaft, politischen Intrigen, Liebe und Vergeltung.
Was bei vielen Filmen eher als eine Schwäche des Drehbuchautors gewertet werden muss, nämlich der gelegentliche Einsatz der Gedankenstimme eines Erzählers, wird hier sehr sinnvoll eingesetzt, um Hintergründe zu vermitteln und Personen einzuführen. Durch die Identifikation mit dem Erzähler Thomas d’Apcher wird dies auch voll und ganz gerechtfertigt.

Schon die ersten Szenen der Erzählung des Marquis’ zeigen eindrucksvoll, welch ausgeprägten visuellen Stil der Film hat. Eine Frau wird von der Bestie verfolgt, die Kamera rast über grüne Wiesen, auf denen noch der Morgentau liegt, durch eine Felsenschlucht bis zu einem Abgrund, an dem es kein Entkommen mehr gibt.
Eine äußerst dynamische Kameraführung in Verbindung mit subjektiven Aufnahmen illustriert die Angst und die Hektik. Durch eine tolle Bildkomposition, die das Breitbild wunderbar ausnutzt und eine Klangkulisse aus atmosphärischer Score und kristallklaren Surroundeffekten entsteht vom ersten Moment an eine unvergleichlich fesselnde Atmosphäre.
Als nächstes betreten nun Grégoire und Mani das Jagdgebiet der Bestie. Regen fließt in Strömen und seltsam als Frauen verkleidete Männer verprügeln einen alten Mann, den sie als Dieb bezeichnen und dessen Tochter. Hier zeigt sich nun die nächste Stärke des Films.

Wie schon in „Crying Freeman“ kann auch hier Marc Dacascos (Mani), seine beeindruckenden Kampfsportfähigkeiten demonstrieren. Der in Deutschland aufgewachsene Hawaiianer, dessen Vater in Hamburg eine Karateschule besaß, ist auch im wahren Leben spezialisiert auf Kämpfe in voller Montur und ohne große Aufwärmübungen. Beweise seines eindrucksvollen Könnens lieferte er u.a. bereits in „Drive“ unter der Actionregie von Koichi Sakamoto, welcher seinerzeit beim Fant-Asia Filmfestival sogar Jackie Chan’s „Drunken Master 2“ als bester Film aus dem Rennen warf.
Natürlich kann man es in Frage stellen, woher Mani und Grégoire ihre Kenntnisse in chinesischem Kung Fu haben, aber auch dies ist ob der Tatsache, dass Grégoire als Forscher im Auftrag des französischen Königs bereits viele Länder bereist hat, durchaus nicht gänzlich unplausibel.
Die Umsetzung der über den Film verteilten Kämpfe und Actionszenen ist dann wirklich in jeder Beziehung spektakulär und nahezu unerreicht. Selbst wer schon dachte, die Wirkung von Kung Fu sei durch die Verwendung von Seilen aufgeweicht worden und Slow-Motion und schnelle Schnitte würden nur das Unvermögen der Akteure kaschieren, der sollte hier auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren.
In voller Montur, mit vom Regen schweren Mantel, zeigt Mani den verkleideten Soldaten, was eine Harke ist. In Slow-Motion werden Kicks und Faustschläge ausgeteilt, um dann auf einmal mit voller Geschwindigkeit die ganze Härte der Treffer zu offenbaren. Wie oben bereits erwähnt ist auch die akustische Untermalung solcher Szenen derart spektakulär, dass man an vielen Stellen von Referenzmaterial sprechen kann. Hier stimmt einfach alles.

Der Film verlässt sich jedoch weder auf solche Showeffekte, noch dienen sie dem reinen Selbstzweck. Selbst Mani, dem Indianer kommt eine besondere Bedeutung zu, die sich aber erst nach Lektüre des Buches von Pierre Pelot vollständig erschließt. Im Buch, welches auf dem Film basiert (nicht umgekehrt), wird u.a. erläutert, dass „Mohikaner“ „Wolf“ heißt und auch im Film klingt der indianische Glaube an so genannte Totems an. Als Indianer hat Mani eine enge Beziehung zur Natur und damit auch zu den Wölfen, deren Feind die Bestie ebenfalls ist. Schließlich ist diese der Grund, warum so viele ihrer Artgenossen das Leben verloren.
Zwischen der Aufklärung der Hintergründe, politischen Intrigen und der Konfrontation mit den Taten der Bestie keimt auch eine Liebesbeziehung zwischen dem Chevalier de Fronsac und Marianne de Marangias (Emilie Dequenne) auf. Sie ist die Schwester des einarmigen Edelmannes Jean-François de Morangias (Vincent Cassel), der bald zeigt, dass er eine psychopatische Ader hat Die Liebe steht unter keinem guten Stern und wird auf harte Proben gestellt.
Gerade an dieser Stelle sorgt der ebenfalls auf der DVD enthaltene, etwa 8 Minuten längere Director’s Cut noch einmal für mehr Tiefgang. Leider wurde für die zusätzlichen Szenen (u.a. ein Treffen zwischen Marianne und Sylvia, ein Rendezvous mit Grégoire sowie die Vorbereitungen der Schiffsreise) keine deutsche Synchronisation vorgenommen. Die Kinofassung ist selbstverständlich komplett auf Deutsch, der Director’s Cut muss separat angewählt werden.

Zwischen seinen Streifzügen durch die Natur pflegt Grégoire sich außerdem in einem Etablissement der besonderen Art in den Armen der schönen und geheimnisvollen Italienerin Sylvia (Monica Bellucci) zu entspannen. Damit, dass er eine andere liebt, haben interessanterweise weder sie noch er ein Problem. Die gezeigten Szenen bewegen sich zwischen sinnlich und verrucht und eine Episode endet mit einer der wohl gelungensten Überblendung der Filmgeschichte. Es ist wahrhaft nicht zu übersehen, dass es sich um einen französischen Film handelt.

Noch einmal ein paar Worte zum Regisseur: In Frankreich hatten es fantastische Filme seit jeher schwer. Der 1960 geborene Christophe Gans war seit seiner Kindheit vom Kino begeistert. Als Chefredakteur mehrerer Zeitungen verschrieb er sich dem Ziel, Kung-Fu-, Science-Fiction- und Fantasyfilme und Genre-Kultregisseure wie John Carpenter oder Sam Raimi in Frankreich bekannt zu machen.
Nach seinem Abschluß an der Filmhochschule sollte es noch über 10 Jahre dauern, bis er 1994 mit der ersten Episode von „H.P. Lovecraft’s Necronomicon“, einer Verfilmung dreier Horror-Kurzgeschichten des bekannten Schriftstellers, einen ersten Achtungserfolg verbuchen konnte. Dadurch gelang es ihm, den Produzenten Samuel Hadida dazu zu überzeugen, dass er 1995 bei der Verfilmung des Kultmangas „Crying Freeman“ Regie führen durfte. Der Film wurde weltweit begeistert aufgenommen, auch wenn sich der Kinoerfolg in Deutschland leider in Grenzen hielt.
Schon in diesem ersten großen Film, ebenfalls mit Marc Dacascos in einer Hauptrolle, konnte Gans seinen ganz eigenen Stil etablieren. Die furiosen Actionszenen wurden von einer Story zusammengehalten, die exotisch und faszinierend war. Die Melancholie des Filmes sorgte geradezu für eine Suchtwirkung und unzählige Szenen, wie das Öffnen der Champagnerflasche vor dem Ölgemälde des Freemans sind von einzigartiger Ästhetik.
Sein lang erwartetes neustes Werk „Pakt der Wölfe“ hat ähnliche Qualitäten. Fast jede Szene, mir fällt jetzt gerade beispielsweise jene ein, in der Grégoire und Marianne mit ihren Pferden durch den Wald reiten, über umgestürzte Bäume springen und sich das Rot der Jagduniformen mit dem blassen Grün des Waldes wie zu einem Gemälde zusammenfügt, ist ein Fest für die Augen.
Mit einem Budget von 30 Millionen Euro ist es dem Regisseur gelungen, einen aufwändig ausgestatteten und beeindruckenden Film zu erschaffen. Gemeinsam mit hochkarätigen Filmen wie „Amélie“, „Vidocq“ oder „Die purpurnen Flüsse“ findet man hier den Beweis, dass sich Frankreich, welches ohnehin auf eine stolze Tradition innovativer und international erfolgreicher Filme zurückblicken kann, vor Hollywood keineswegs zu verstecken braucht.

Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Die Geschichte mit Parallelen zu Arthur Conan Doyles Klassiker „Der Hund von Baskerville“ ist zwar äußerst packend, das Ende wirkt jedoch doch etwas an den Haaren herbei gezogen. Seltsamerweise unterscheiden sich gerade hier Film und Buch, wobei letzteres die Nase leicht vorn hat.
Ein anderer kleiner Minuspunkt ist die Bestie selbst. Zwar wurde für die Gestaltung des Ungeheuers mit Hilfe von Animatronics und computergenerierten Sequenzen durch den renommierten „Jim Henson’s Creature Shop“ (Muppets) ein großer Aufwand getrieben, da sich die Filmemacher jedoch entschlossen haben, sie in etlichen Actionszenen gegen Ende des Filmes doch recht stark zu exponieren, werden wieder einmal die Grenzen deutlich, die computergenerierte Liveaction immer noch hat.

Wegen einiger kleiner Logiklücken und vor allem der fehlenden Nachsynchronisation der zusätzlichen Szenen des Director’s Cuts muss fairerweise eine Abwertung vorgenommen werden. Zu mehr als einem halben Punkt Abzug kann ich mich jedoch beim besten Willen nicht durchringen. Ich besitze seit etwa einem Jahr die französische DVD und kann sagen, dass der Film nichts von seiner Faszination verloren hat und einfach sehr, sehr oft wieder im Player gelandet ist.
Bildqualität:
Die Voraussetzungen für ein gutes Bild sind bei einem Film mit einer Laufzeit von 145 Minuten und 5 Tonspuren inklusive DTS-Track wirklich nicht sonderlich gut. Dennoch hat es man es mit einem wirklich erstklassigen Transfer zu tun. Die Farben sind natürlich und nicht übersättigt, das Bild selbst ist äußerst plastisch und detailreich.
Mankos finden sich erst beim genaueren Hinsehen. So ist doch gelegentlich einmal eine kleine Verunreinigung oder ein weißer Pixel sichtbar, was man jedoch kaum bemerkt. Bei schnellen Bewegungen nimmt der Detailgrad ab, hier musste der geringen Bitrate Tribut gezollt werden. Die französische DVD mit 4 Tonspuren und keinen Extras auf der Hauptfilm-DVD schneidet da geringfügig besser ab und hat interessanterweise eine etwas andere Farbtemperatur (kälter) als die deutsche. Während das Bild der französischen DVD eigentlich nur bei den dunklen, mit Kerzen beleuchteten Innenaufnahmen etwas zum Rauschen neigt, ist das Bild der deutschen DVD generell etwas körniger, aber trotzdem auf sehr hohen Niveau. Allgemein kann man sagen, dass das Bild der DVD in Anbetracht der Umstände ganz vorzüglich ist.
Tonwertung:
Bei der Synchronisation des Filmes wurde sehr sorgsam vorgegangen. Patzer, wie etwa bei „Johnny Mnemonic“, wo Stimmen aus den hinteren Lautsprechern in der deutschen Fassung alle aus dem Center kommen, dürfen heutzutage auch einfach nicht mehr passieren.
Hier entspricht die wunderbar räumliche Surroundabmischung, auch bei den klar verständlichen Stimmen, voll der französischen Fassung. Die professionellen Sprecher hauchen der Geschichte Leben ein. Lediglich manche Stimmen passen weniger gut als im Original zu den Figuren und manche Dialoge wurden etwas zu wörtlich übersetzt. Dies erreicht jedoch nicht annähernd den Grad, wo es stören würde, wie dies leider im Buch zum Film des Öfteren der Fall ist.
Der Ton liegt sowohl für deutsch als auch für französisch in Dolby Digital 5.1 vor. Zusätzlich ist eine deutsche DTS-Spur vorhanden, welche sich naturgemäß in Sachen Ortbarkeit und Dynamik noch einmal leicht von der DD5.1-Spur abheben kann.
Wie bereits beschrieben ist die Tonabmischung äußerst spektakulär. Selbst bei hektischen Szenen mit vielen Geräuschquellen bleibt der Klang glasklar, die Geräusche ortbar und auch leise Effekte wie das Schwingen eines Stabes durch die Luft gehen nicht unter, zudem wird der Subwoofer sehr aggressiv eingesetzt. Sensationell!
Bonusmaterial:
Bereits die erste DVD des 2-Disk-Sets besitzt etliche Extras. Die Menüs wurden stimmungsvoll vertont und mit Szenen aus dem Film ansprechend animiert. Die obligatorischen Trailer liegen in deutscher und englischer Sprache vor, zusätzlich sind TV-Spots und Trailer zu anderen Titeln aus dem Helkon-Verleih enthalten.

Wichtigstes Extra stellt der zusätzlich zur Kinofassung auf der DVD enthaltene Director’s Cut dar. Da die zusätzlichen Szenen dem Film jedoch mehr Tiefe geben, ist die Kinofassung wohl nur der Vollständigkeit halber interessant. Wenngleich die Bereitstellung beider Fassungen grundsätzlich löblich ist, so hat die Sache doch zwei Pferdefüße. Leider wurden die zusätzlichen Szenen des Director’s Cuts nicht synchronisiert und liegen nur in Französisch mit deutschen Untertiteln vor, was für einen derart neuen und erfolgreichen Film schon unverständlich ist.
Außerdem wurden die Szenen mittels Branching eingefügt. Da es jedoch große Engpässe beim einzigen Presswerk gibt, welches DVDs mit so genanntem Seamless Branching produzieren kann, konnte diese Technik nicht angewendet werden und es kommt in der Langfassung immer wieder zu unschönen Rucklern, die mit einem Layersprung vergleichbar sind. Sehr störend wirkt sich dies zwar bei der von mir verwendeten Technik nicht aus, vor allem da die eingefügten Szenen mit Schwarzblenden enden, dies kann jedoch je nach verwendetem Player anders aussehen.

Zu guter letzt enthält die DVD noch Informationen zum Regisseur und den Darstellern in Form von Texttafeln. Die Menüs sind ansprechend animiert und vertont, können jedoch nicht ganz mit der edlen Optik der französischen DVD mithalten.
Ebenfalls enthalten sind zwei Audiokommentare mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern. Hier hat man sich auch die Mühe gemacht, diese komplett deutsch zu untertiteln.

Die zweite Disk enthält nun ein Hauptmenü, welches zunächst mit seinen nur 3 Einträgen nicht auf viel schließen lässt. Hinter ihnen verbergen sich jedoch äußerst gehaltvolle Extras. Natürlich muss man gleich einmal vorwarnen: Alle Zusatzmaterialien liegen im französischen Originalton, allerdings mit durchgängigen deutschen Untertiteln, vor, was eine höhere Konzentration erfordert. Dies kann man den Produzenten aber nicht zum Vorwurf machen, zumal dies vielen Zuschauern mit englischsprachigem Material ähnlich gehen mag.
Als erstes nicht verwendete oder erweiterte Szenen vorhanden, zu denen der Regisseur auch immer noch etwas zu erzählen hat. Die Länge der deleted scenes beträgt stolze 36 Minuten. Einen äußerst interessanten Einblick in die Produktion des Filmes geben 2 Making Of’s, wobei hier der Begriff zu allgemein erscheint.

Der erste Beitrag trägt den Titel „Im Inneren der Bestie“ und ist auch auf dem französischen 2-DVD-Set enthalten. Die Laufzeit beträgt bereits etwa 80 Minuten und man bekommt in gut strukturierten und auch einzeln anwählbaren Kapiteln einen hochinteressanten Einblick in die Entstehung des Filmes.
Einzelne Abschnitte wurden hier u.a. den Kämpfen, dem Design der Bestie durch Henson’s Creature Workshop mittels Animatronic und CGI, aber auch der Entwicklung des Drehbuches und dem Casting gewidmet. Der oft anzutreffende Werbecharakter solcher Featuretten ist hierbei schlichtweg nicht vorhanden. Der Regisseur selbst lässt den Zuschauer an seiner Vision teilhaben und erklärt seine Motivation. Auch die Schauspieler, der Stuntcoordinator, der Beleuchter, etc. kommen zu Wort und geben der Dokumentation so einen Informationsgehalt, den nur wenige Making Ofs erreichen.

Damit aber nicht genug. Die DVD enthält nämlich auch noch eine weitere, ebenfalls etwa 80-minütige Dokumentation, die einen Blick hinter die Kulissen bietet. Beiträge dieser Art haben oft einen zweifelhaften Nutzwert, nicht so hier. Ein Kamerateam hat den Regisseur bei den Dreharbeiten begleitet, so kann man teilhaben an Telefongesprächen des Regisseurs mit dem Produzenten, wo er vermitteln muss, weil das Wetter wieder einmal die Dreharbeiten sabotiert. Marc Dacascos arbeitet mit der Maskenbildnerin am Design seiner Kriegsbemalung; der Regisseur mit seiner Vision und seinen Vorstellungen vom Schnitt arbeitet mit dem Darsteller (ebenfalls Dacascos) und den Stuntleuten an der Umsetzung einer Szene; ein kleines Lamm sorgt für Probleme; …. Für solche Einblicke in den kreativen Prozess bei den Dreharbeiten eines Filmes war das Zusatzmaterial einer DVD ursprünglich einmal gedacht. Dies ist einer der wenigen Fälle, wo das auch einmal konsequent umgesetzt wurde.
Die Dokumentation war bisher nur auf der limitierten und mittlerweile längst nicht mehr erhältlichen französischen 3-DVD-Edition erhältlich. Diese toll verpackte Auflage galt bisher als das Non-plus-ultra was diesen Film angeht, doch auch deren Besitzer könnten Grund haben, sich zu ärgern. Ab Dezember ist nämlich eine „Ultimate Edition“ mit 4 DVDs in Frankreich erhältlich. ;-)
Gesamturteil:
Christoph Gans ist es gelungen, einen würdigen Nachfolger zu „Crying Freeman“ zu schaffen, der eine ähnliche Faszination ausübt und neben seiner grandiosen Optik auch durch eine spannende Geschichte überzeugen kann. Die bunte Mischung aus Kostümdrama mit historischem Hintergrund, Abenteuer-, Action- und Martial Arts- Film glänzt darüber hinaus mit einer tollen Besetzung von Marc Dacascos bis Vincent Cassel. Dieses neue Meisterwerk aus Frankreich kann jedem nur empfohlen werden.
Die DVD tut ihr übriges, um den Film mit perfektem Breitbild und sensationeller Surroundkulisse zu einem absoluten Highlight zu machen. Leider wurden die erweiterten Szenen des zusätzlich zur Kinofassung enthaltenen Director’s Cuts nicht deutsch synchronisiert und die verwendete Technik kann auf manchen Geräten zu unschönen Rucklern in der Director’s Cut Fassung führen.
Die gehaltvollen Extras wiegen dies jedoch wieder auf, denn was dem interessierten Filmfan hier an Inhalten geboten wird, stellt fast alles bisher Dagewesene in den Schatten, obwohl die Erschließung des französischsprachigen, aber komplett deutsch untertitelten Bonusmaterials etwas Konzentration erfordert.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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