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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Der Sandmann“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: Ultraspannender Schocker mit einem grandiosen Götz George
CONTRA: magere DVD-Umsetzung

Handlung:
Henry Kupfer hat ein neues Buch geschrieben − „Der Kannibale“. Der auf eine skandalträchtige Mischung aus Gewaltphantasie und Pornografie spezialisierte Autor hat selbst eine düstere Vergangenheit. Sind seine Schilderungen wirklich nur Phantasie?
Die junge Journalistin Ina Littner wird mit den Recherchen für eine neue Ausgabe der Talkshow „Auge in Auge“ betraut, deren Spezialität es ist, umstrittenen Personen vor laufender Kamera die Maske vom Gesicht zu reißen. Sie trifft sich mit dem mysteriösen Schriftsteller in dessen Haus auf dem Lande. Was sie dort erfährt, gibt ihr mehr Stoff zum Nachdenken, als ihr lieb sein kann. „Der Kannibale“ beruht auf einer wahren Geschichte und Kupfer scheint eine morbide Faszination für Gewalttaten zu haben. Die Geschichten, die er ihr erzählt, machen es ihr nicht einfach, in den Schlaf zu kommen, zumal im unteren Stockwerk noch die halb ausgegrabenen Skelette des wahren „Kannibalen“ liegen.

Bei der weiteren Recherche bohrt sie auch in der Vergangenheit des Schriftstellers. Er wurde mit 19 Jahren des Totschlages an einer Prostituierten für schuldig gesprochen und verbüßte dafür eine 8-jährige Haftstrafe. Sein Elternhaus ist ebenfalls kein Ort der Geborgenheit. Der Vater war ein notorischer Trinker, der ihn schlug, die Mutter hasste ihn und die große Schwester… sie könnte vielleicht der Schlüssel zu einem Geheimnis sein, dass sich ideal im Rahmen der Talkshow enthüllen ließe.
Gemeinsam mit einem Inspektor der Mordkommission kommt Ina Zufällen auf die Spur, die sich mit Gesprächen mit Kupfer und Fakten aus seinem Terminkalender decken. Sie spürt ihm nach und kommt Dingen auf die Spur, die zu unglaublich sind, um wahr zu sein. Der charismatische Schriftsteller beginnt allerdings ebenfalls, sich für die Journalistin zu interessieren und erscheint oft ungewöhnlich gut informiert. Ihre Gefühle zu ihm bewegen sich zwischen unterdrückter Faszination und Ekel und je näher sie der Wahrheit kommt, desto größer wird die Gefahr, in die sie sich begibt.
Filmkritik:
Der Sandmann“ ist eine deutsche TV-Produktion für den Sender „RTL2“ − nicht unbedingt ein positives Vorzeichen. Der Film ist jedoch vom „großen deutschen TV-Roman“ glücklicherweise beinahe so weit entfernt wie Arnold Schwarzenegger von Shakespeare. Vielmehr präsentiert Regisseur Nico Hoffmann hier einen Film, der Kinoformat besitzt. „Der Sandmann“ ist nicht seine erste Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Götz George. Gemeinsam drehten sie bereits einige TV-Filme und 3 Jahre später dann „Solo für Klarinette“.
George spielt den charismatischen Mörder mit unvergleichlicher Ausstrahlung, es umgibt ihn förmlich eine Aura der Gefahr. In seiner langen und wechselhaften Karriere hat der Sohn von Heinrich George (u.a. „Metropolis“) den unterschiedlichsten Filmfiguren Leben eingehaucht. Er war in den beliebten Karl May Filmen der 60er Jahre zu sehen, spielte den kultigen Ruhrpott-Ermittler Schimanski im „Tatort“, den schmierigen Reporter in „Schtonk“ und immer wieder auch gefeierte Fernsehrollen. Noch im gleichen Jahr zeigte er mit dem schwer verdaulichen und preisgekrönten Kammerspiel „Der Totmacher“, dass er auch nahezu ganz allein und nur mit seiner Ausstrahlung und seiner Stimme in der Lage ist, einen ganzen Film mühelos zu tragen.
In „Der Sandmann“ steht ihm Karoline Eichhorn als weitere Hauptfigur zur Seite. Auch ihre Darstellung ist sehr gelungen. Ihre Figur erinnert dabei stark an die der Clarice Starling in „Das Schweigen der Lämmer“. Die intelligente Karrierefrau hat sich langsam nach oben gekämpft, steht allerdings noch vor ihrem Durchbruch, ist zerbrechlich, aber zielstrebig. Barbara Rudnik gibt die aalglatte Talkshow-Moderatorin, die, unterstützt von ihrem Team, Kupfer auseinandernehmen will. Martin Armknecht, ebenfalls aus vielen TV-Rollen bekannt, ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Was „Der Sandmann“ so außergewöhnlich macht, ist nicht nur, dass es der Film versteht, beginnend mit seiner Gänsehaut erzeugenden Anfangssequenz durchgängig ein hohes Spannungsniveau zu erzeugen, welches teilweise auf echtem Nervenkitzel, teilweise auf den Wendungen der Geschichte basiert. Dass die gut austarierte Geschichte dann aber auch noch mit einem solchen Paukenschlag endet − alle Achtung! Wer also wieder einmal einen echten Gänsehautschocker sehen möchte, der in sich auch eine wohl dosierte, aber nie aufdringliche Medienkritik trägt, dem sei dieser Film wärmsten empfohlen!
Bildqualität:
Das Bild der DVD ist leider nicht anamorph und kann auch anderweitig seine TV-Herkunft nicht verleugnen. Zumindest liegt es im Widescreen-Format von 1,66:1 vor. Die Farben wirken oft unnatürlich und das Bild ist generell überstrahlt und körnig. Die Schärfe ist allerdings zumeist auf gutem Niveau und auch die Kompression fällt kaum negativ auf. An der linken Seite befindet sich ein schmaler Streifen, der eine schlechtere Farbsättigung besitzt, allerdings ist dieser Bereich auf den meisten TVs nicht mehr sichtbar und daher nicht störend.
Tonwertung:
Der Ton liegt in der deutschen Originalfassung vor und bietet einen durchschnittlichen Surroundklang. Der atmosphärische Klang des Filmes mit seiner düsteren Score wird dadurch gut transportiert, spektakuläre Effekte sind jedoch nicht zu finden. Die Verständlichkeit der Dialoge ist gut, Rauschen oder ähnliche analoge Tonfehler treten nicht auf. Somit ist das Ergebnis in Anbetracht der TV-Herkunft als solide einzustufen.
Bonusmaterial:
Die Extras sind recht dünn, für eine TV-Produktion jedoch gar nicht so schlecht. Neben einem Image-Trailer zur TV-Reihe „Die jungen Wilden“ und einem Teaser zum Film gibt es einige kurze Interviews mit den Darstellern, die sehr kompakt aber doch recht interessant sind. Außerdem sind Biografien und Filmografien vorhanden. Der Drehortbericht ist eher das Making-Of einer Pressekonferenz. Informationen werden hier nicht vermittelt, eher bekommt man einen Eindruck davon, wie nervig es sein muss, im Mittelpunkt eines solchen Presserummels zu stehen, was her George sehr professionell und gelassen hinnimmt.
Gesamturteil:
Der Sandmann“ ist ein durch und durch spannender, brillant gespielter und intelligenter Gänsehaut-Schocker, der seines gleichen sucht. Dass der Film dabei eine TV-Produktion aus deutschen Landen ist, macht das eindrucksvolle Ergebnis umso erstaunlicher. Ohne teure Action und aufwendige Ausstattung präsentiert sich hier ein Werk, welches von seinem gelungenen Drehbuch und seinen Darstellern getragen wird und am Schluss noch eine große Überraschung parat hat. Sehr empfehlenswert!
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Sandmann, Der (1993)

Regie: Eckhart Schmidt
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