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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Rhea M“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

CONTRA: wenig origineller Trash-Film
PRO: der durch die Musik von AC/DC geadelt wird
PRO: tolles Breitbild und 5.1-Mix (englisch) für ein B-Movie aus den 80ern

Filmkritik:
Als der Planet „Rhea M“ in die Nähe der Erde kommt, beginnen auf einmal alle Maschinen verrückt zu spielen. Getränkeautomaten schleudern Büchsen wie Geschosse heraus, eine Hebebrücke klappt ohne Vorwarnung nach oben, Rasenmäher und Trucks fahren führerlos umher. Wollen hier Außerirdische die Maschinen benutzen, um die Erde für eine Invasion vorzubereiten? Nein, Stephen King, der Meister des Horrorromans persönlich, hat beschlossen, den Schrott (= Trash) für sein Regiedebüt zum Leben zu erwecken (pun intended ;-). Diese Adaption seiner eigenen Kurzgeschichte „Trucks“ war bis heute zugleich auch sein letzter Regieversuch.

Prinzipiell ist ja gegen einen guten Trashfilm nichts einzuwenden, zumal wenn er wie hier mit wirklich genialer Musik von „AC/DC“ (u.a. „Hell’s bells“ und „Who made who“) unterlegt ist und ein paar nette Splattereffekte bietet. Dieses Machwerk besteht jedoch nur aus Versatzstücken anderer King-Filme (die Reise eines Jungen als paralleler Handlungsstrang, übernatürliche Vorgänge, Kriechen durch die Kanalisation, etc.) und ist dadurch wenig originell.
Die Apocalypse wird mittels der geschilderten Szenen in ein paar Minuten umrissen und dann treffen die unterschiedlichsten Gestalten, ein schmieriger Bibelverkäufer, ein frischverheiratetes Ehepaar, ein Junge, der seinen Vater sucht sowie die Angestellten der Raststätte „Dixie Boy“ in selbiger aufeinander. Ist dieses Hauptthema erst einmal etabliert, macht sich Langeweile breit.

Die Besetzung ist durchschnittlich, mit Emilio Estevez ist zumindest ein halbwegs bekanntes Gesicht darunter. Die Darsteller versuchen vergeblich, ihren klischeebeladenen Rollen Leben einzuhauchen. Der Boss der Raststätte ist ein fieser Redneck mit gut ausgestatteter Waffenkammer. Also wird gleich mal der Granatwerfer ausgepackt und man sprengt ein paar von den Trucks, welche von einem riesigen Laster mit einer lächerlichen grünen Dämonenmaske (sieht aus wie der Green Goblin aus „Spider-Man“) angeführt werden, in die Luft und gibt sich dann Five. Das ist Exploitation pur, ohne Sinn und Verstand und wirklich nur mit wenig Blut im Alkoholspiegel zu ertragen.
An vielen Stellen gibt es Logikfehler. Beispielsweise spielen alle Maschinen und Trucks verrückt, aber das Auto der frisch Verheirateten funktioniert prima; ein Bösewicht, der die ganze Zeit eine Bedrohung war, wird am Ende genauso vernichtet, wie viele andere vorher (warum nicht gleich so?); …
Noch etwas Interessantes nebenbei: Die nervige, frisch verheiratete Dame wird von Yeardley Smith, der Stimme von Lisa Simpsons verkörpert und sogar ein erstes „Eat my shorts“ kann man bereits 4 Jahre vor „The Simpsons“ (wenn auch nicht von ihr) hören. Natürlich auch noch erwähnenswert ist das Cameo von Stephen King am Anfang des Filmes als Bankkunde.
Bildqualität

Tonwertung

Bonusmaterial

DVD-Check:
Die Tonspuren für deutsch und italienisch wurden im originalen Mono-Format belassen. Der englischen Tonspur hat man einen 5.1-Upmix beschert, wovon vor allem die Musik profitiert. Ansonsten machen weder Surroundklang noch Subwoofer viel her.
Das Bild liegt im anamorphen Format 2.35:1 vor. Die Vorlage war scheinbar recht verrauscht, so dass man einen Rauschfilter verwendet hat. Dadurch sind Nachzieheffekte bei Schwenks und immer wieder auch Kantenflimmern zu erkennen. Die Schärfe des Materials ist aber trotzdem erstaunlich gut, alles in allem kann man recht zufrieden sein.
Untertitel gibt es neben deutsch auch in vielen anderen Sprachen, leider aber nicht auf Englisch. Vor dem Start des Hauptfilmes erklingt der Dolby Digital 5.1 Trailer „Train“.
Im Menü „Special Features“ befindet sich der obligatorische Kinotrailer, der hier aber von Stephen King persönlich kommentiert wird. Das macht in durchaus interessant, hinterlässt allerdings auch einen etwas zweifelhaften Eindruck vom Meister des Horrors. Daneben werden noch 28 Standbilder und 9 Fotos vom Set präsentiert.
Gesamturteil:
Was gibt es für Gründe, sich diese Schlaftablette anzutun? Wie gesagt, die Musik von „AC/DC“ rockt gewaltig und vielleicht kennt ja noch jemand den Film aus den 80ern und betrachtet ihn einfach etwas nostalgisch verklärt. Das könnte ich durchaus verstehen und in diesem Falle kann man durchaus zugreifen, da die DVD an sich in Ordnung geht. Ansonsten lieber erstmal leihen!
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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