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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Original Sin“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: Geschichte mit vielen Überraschungen
CONTRA: nicht tiefschürfend genug und am Ende leider konventionell und unglaubwürdig
CONTRA: ärgerliche schnitttechnische Gimmicks
CONTRA: keine sinnvollen Extras

Filmkritik:
Wie dies in den letzten Jahren in Hollywood große Mode ist, beginnt der Film kurz vor dem Ende der Geschichte. Dies ist hier dienlich, denn Julia (Angelina Jolie), deren volle Lippen die ersten Bilder des Filmes sind, stellt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen. Sie sitzt im Gefängnis und erwartet ihre Hinrichtung. „Dies ist keine Liebesgeschichte, aber es ist eine Geschichte über die Liebe“, erzählt sie dem Pater, der ihr die Beichte abnehmen möchte. Dies setzt bereits zu Anfang der Geschichte einen dramatischen Unterton, der durch den starken Eindruck dieser ersten Szenen ständig präsent bleibt, selbst wenn der Film später in romantischen Bildern schwelgt. Der Titel „Original Sin“ bezieht sich auf den biblischen Sündenfall im Paradies.

Vor der Liebe kann man nicht davonlaufen“. Mit diesen Worten sucht Luis Durand, ein reicher, unverheirateter Plantagenbesitzer aus Kuba, nach einer amerikanischen Frau. „Sie braucht nicht schön zu sein. Sie soll treu sein und gütig und jung genug, um Kinder zu bekommen”. Was der romantische Zeitungsslogan, der durchaus symptomatisch für den Film ist, damit zu tun hat, eine Frau per Annonce zu suchen und diese sofort nach ihrer Anreise zu heiraten, bleibt unklar.
Luis glaubt nicht an die Liebe. Das Boot kommt 6 Uhr an, die Heirat mit der noch nie vorher gesehenen Amerikanerin ist für 9 Uhr angesetzt, „da kann ich 10 Uhr schon wieder bei der Arbeit sein
“, sagt er. Dass er keine Einmische heiratet und überhaupt die völlige Absurdität der ganzen Aktion wird einfach durch seine Äußerung „Amerika ist die Zukunft“ gerechtfertigt.

Der Film lebt von seinen beiden Hauptdarstellern. Was wäre ein Film über Sinnlichkeit und bedingungslose Liebe bis zur Selbstaufgabe ohne die richtige Chemie zwischen den Hauptpersonen? Antonio Banderas, ein großer spanische Schauspieler, der wohl wie kaum ein anderer den leidenschaftlichen Liebhaber verkörpern kann, spielt wie erwartet absolut glaubwürdig.
Julia wird von Angelina Jolie, Tochter von Schauspielgröße John Voigt gespielt. Große Erfolge feierte sie vor allem mit dem Film „Gia“, ebenfalls unter die Regie von Michael Cristofer, und war zuletzt als Lara Croft im ersten „Tomb Raider“-Leinwandabenteuer zu sehen. Wie faszinierend und sinnlich sie aber auch sein mag, ihre Rolle in diesem Film nehme ich ihr nicht ganz ab.
Schon von der ersten Begegnung an, Luis und Julia treffen sich am Schiffsanlegeplatz, zeigt sie, dass sie eine Frau ist, die die Männer in der Hand hat. Sie sieht nicht aus wie auf dem Bild, das er bekommen hat, aber Luis ist begeistert von ihr. Das Bild zeigt ihre Schwester. Sie hat es geschickt, um nicht nur wegen ihres Aussehens gewählt zu werden.
Luis ist ähnlich vorgegangen und hat ihr geschrieben, er sei nicht der Besitzer der Plantage, sondern nur ein Arbeiter. „Das zeigt, dass man keinem von uns beiden trauen kann“, schlussfolgert sie. Der weitere Verlauf der Handlung wird zeigen, dass sie hier in erster Linie für sich selbst spricht.
Luis ist überglücklich, er übergibt ihr den Schlüssel zu seinem Haus und zu seinem Herzen und die Kamera zeigt dem Zuschauer unnötig lange, aber sinnliche Liebesszenen voller Leidenschaft. Doch Zweifel kommen auf und bestätigen sich. Luis bekommt Grund zur Eifersucht, ein zwielichtiger Detektiv kommt ins Spiel, ein furchtbarer Verdacht keimt auf und wer ist eigentlich Bonnie?
Nach und nach erfährt man mehr über Julias Vergangenheit und darüber, wer sie ist. Ihre Figur hat sehr viele Facetten. Luis liebt Julia bedingungslos und da beide in verschiedenen Welten leben, müssen sich beide anpassen. Genau hier finde ich Angelina Jolie nicht ganz glaubwürdig. Sie ist einfach nur sie selbst, spricht gestelzte Dialoge und verleiht der Figur der zwischen zwei Welten schwankenden Julia nicht die nötige Tiefe.

Zu einer weiteren Eigenheit des Filmes muss ich noch ein paar Worte verlieren. Ebenfalls große Mode in den letzten Jahren ist es nämlich, seltsame Schnitttechniken anzuwenden bzw. Farbverfälschungen zur Erzeugung einer Stimmung einzusetzen, etc. In der Tat kann es sehr interessant sein, wenn jemand, der die Regeln der Filmschnittes perfekt beherrscht, diese bricht, um eine ganz besondere Wirkung zu erhalten. Meist erzeugt dies jedoch einen gegenteiligen Effekt, wie z.B. in „Get Carter“, wo Zeitverkürzungen in Verbindung mit Weißblenden eingesetzt werden. Dies sollte wohl stylish sein, wirkte jedoch vollkommen lächerlich.
Hier ist eine ähnliche Technik angewandt worden. Immer wieder gibt es sogenannte „Jump Cuts“. Wenn man nämlich eine Szene filmt, beispielsweise die beiden Hauptpersonen, die am Tisch sitzen und man möchte einen Schnitt bzw. eine Kürzung vornehmen, so muss man dies mit einer geänderten Perspektive rechtfertigen oder eine neutrale Einstellung (Hände, Kerzen, …) zwischenschieben, sonst kommt es zu einem Bildsprung. Genau dies hat man hier nicht getan und dies als Stilmittel eingesetzt.
Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht auf neutrale Elemente verzichten wollte, um keine Sekunde lang eine Distanz zu den dargestellten Personen zu schaffen, aber dennoch habe ich dies als extrem laienhaft und störend empfunden. Teilweise wurden die „Jump Cuts“ sogar mit einer kurzen Überblendung kaschiert, was noch viel laienhafter wirkt. Außerdem wurden an einigen Stellen noch vollkommen aus dem Zusammenhang gerissene Inserts benutzt… ich möchte das nicht weiter ausführen. Bei der ansonsten guten Cinematographie des Filmes ist es mir unverständlich wie man sich auf ein solches Niveau begeben kann.

Die Story hält den Zuschauer mit immer neuen Überraschungen sehr gut bei der Stange. Sie basiert auf Cornell Woolrichs Roman „Walzer in die Dunkelheit“, dessen Bücher auch Hitchcock („Das Fenster zum Hof“) bereits als Vorlage dienten. Gerade wenn man glaubt, den Plot jetzt ganz einfach durchschauen zu können, wird er durch eine unerwartete Wendung wieder in eine ganz andere Richtung gelenkt. Dies ist eine Stärke des Filmes.
Man darf aber nicht erwarten, dass Kuba, welches dem in Mexiko gedrehten Film als Kulisse dient, Luis’ Geschäften mit seiner Plantage oder auch der ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema „selbstzerstörerische Besessenheit“ eine besondere Bedeutung zukommt. Alle Personen außer den drei Hauptfiguren bleiben blass und farblos. Tiefgründig philosophisch wird es nicht und auch die Schauplätze und Nebendarsteller fügen dem Film keine Textur hinzu. Eine falsche Erwartungshaltung kann dem Filmgenuss also deutlich schaden.
Plausibel ist die Story ebenfalls oftmals nicht und man hat auch davor zurückgeschreckt, Szenen, die den Zuschauer emotional stark mitnehmen könnten, auszubauen. Die Entwicklungen zum Ende des Filmes sind dann leider viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen und das Ende selbst ist höchst inkonsequent und wenig originell.
Bildqualität:
Das Bild liegt im Format 2.35:1 vor und ist 16:9-codiert. Der Schwarzwert ist recht gut. Im Film dominieren meist Brauntöne und Hautfarben, teilweise sind die Farben etwas zu blass. Rauschen tritt meist bei den Innenaufnahmen auf und äußert sich dann in Form stehender Rauschmuster. Bei Schwenks kommt es zu leichten Nachzieheffekten. Die Kompression ist gut gelungen, manchmal sind jedoch, z.B. an den Kanten von Schrifteinblendungen, Kompressionsartefakte zu erkennen. Die Bildschärfe ist gut.
Tonwertung:
Der Ton liegt sowohl in deutsch als auch in englisch im Format Dolby Digital 5.1 vor. Die beiden Tonspuren nehmen sich nicht viel. In beiden Sprachen sind die Stimmen gut verständlich (im Original etwas dumpfer) und auch die Surroundabmischung ist identisch.
Der Klang ist gefällig und durchaus gelungen, jedoch wurde ob des Genres kein so großer Wert auf eine spektakuläre Abmischung gelegt. So ertönen auf den Surroundlautsprechern größtenteils ambiente Umgebungsgeräusche oder die Score. Spektakuläre Effekte sollte man hier nicht erwarten, dies ist jedoch für den Film auch gar nicht nötig.
Bonusmaterial:
BMG hat der DVD eine typische 0815-Austattung beschert. Das Hauptmenü wurde schlicht, aber passend animiert und vertont. Die anderen Menüs sind statisch und die Extras nicht sehr zahlreich. Die Strategie, DVDs mit knappen Extras zum günstigeren Preis anzubieten, geht wahrscheinlich auf, für den Filminteressierten ist dies aber sehr schade.
Außer dem deutschen Trailer und einem nichts sagenden 12-minütigen Blick hinter die Kulissen (B-Roll-Material) finden sich nur noch Filmografien und Biografien zu den 3 Hauptdarstellern und zum Regisseur, ergänzt durch Produktionsnotizen zum Film im Extras-Menü.
Wenigstens bereitet die DVD sonst keine Ärgernisse. Es gibt Untertitel in englisch und deutsch (für Hörgeschädigte), welche optional einblendbar sind.
Gesamturteil:
Original Sin“ zeigt Antonio Banderas und Angelina Jolie als Liebespaar. Oder doch nicht? Der reiche Plantagenbesitzer heiratet eine unbekannte Amerikanerin und verliebt sich unsterblich in sie, doch ihre Vergangenheit holt sie ein.
Der Aufhänger der Geschichte ist nicht sonderlich originell, doch dem Film gelingt es mit vielen Überraschungen den Zuschauer immer bei der Stange zu halten. Leider fehlen ihm entscheidende Qualitäten und ein konsequenteres Ende, um sich aus dem Durchschnitt herauszuheben.
Die DVD bietet ein Mindestmaß an Ausstattungen und eine durchschnittliche technische Umsetzung. Für einen unterhaltsamen Abend ist der Film gut, aber man darf kein tiefschürfendes Drama erwarten.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Original Sin (2001)

Regie: Michael Cristofer
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