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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„My first mister“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: exzellente schauspielerische Leistungen
PRO: in einem kongenialen, tiefgründigen und dramatischen, aber auch erfrischend komischen Film
PRO: interessanter Audiokommentar
CONTRA: ansonsten lasche Extras

Handlung:
Jennifer ist 17. Mit ihrer eigenwilligen Art, und durch ihre Erscheinung, die sie hinter schwarzen Sachen und Piercings versteckt, ist sie das Sorgenkind ihrer Eltern und vermeidet Kontakte mit anderen Menschen. Dennoch kann sie sich nicht ganz vor der Außenwelt verschließen, denn für ihre Unabhängigkeit benötigt sie Geld.
Als sie wieder einmal einen Job sucht, verschlägt es sie in ein Bekleidungsgeschäft. Der 49jährige Ladenbesitzer Randall hält die Bewerbung der seltsamen Gestalt zunächst für einen Witz, es gelingt ihm jedoch, ihren Ehrgeiz zu kitzeln und sie tut etwas, zudem sie 1000 Predigten ihrer Eltern nie hätten bringen können − sie nimmt ihre Piercings ab und nimmt die Herausforderung an.
Nach und nach taut sie auf. Zwischen Randall und Jennifer entsteht ein Vertrauensverhältnis, bei dem es freilich auch Rückschläge gibt. Beide müssen für ihre Freundschaft einen Schritt aufeinander zu gehen und erstaunlicherweise haben sie mehr Gemeinsamkeiten als man meinen könnte. Für Jennifer ist diese erste echte Beziehung zu einem anderen Menschen eine lebensverändernde Erfahrung, allerdings ist es für Randall aus mehreren Gründen schwer, ihre Liebe zu erwidern…
Filmkritik:
My first mister“ ist ein ganz besonderer Film und einer, der auf jeden Fall einen ganz festen Platz in meiner Sammlung behalten wird. Da ist es schade, dass der Film ein solcher Geheimtipp ist, denn er hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
Zunächst einmal präsentiert sich hier Leelee Sobieski in einer Paraderolle. Zeigten ihr Auftritt als „Jean d’Arc“ oder die Rolle in „Joy Ride“ bereits ihre Ausstrahlung, so hat sie hier die Gelegenheit, eine Figur mit großer Tiefe und einer beachtlichen Entwicklung im Verlauf des Filmes darzustellen. Dabei kann sie ohne Abstriche begeistern. Was sie hier mit gerade einmal 21 Jahren zeigt, ist mehr als beachtlich und lässt für die Zukunft noch auf Großes hoffen.
In weiteren Rollen brillieren u.a. Albert Brooks als Randall und John Goodman als Ex-Hippie. Brooks, der als Ladenbesitzer die zweite Hauptrolle des Filmes spielt, ist ebenfalls ein grandioser Darsteller, der in diesem Film die volle Breite menschlicher Emotionen ausspielen kann, jedoch vor allem durch seine subtile Körpersprache seiner Rolle eine große Tiefe und Glaubwürdigkeit verleiht.
Unterstützt wird die Wirkung des Filmes durch die gelungene Cinematografie. Erstaunlich für einen Film dieser Art wurde das CinemaScope-Format verwendet und auch sehr gut ausgenutzt. Sitzen beispielsweise Jennifer und ihre Mutter gemeinsam im Auto, so wird die Breite genutzt, um zu verdeutlichen, wie weit die beiden von einander entfernt sind. Auch die vielen kleinen Nuancen und die gelungene Ausstattung des Filmes tragen viel zum Erfolg bei.
Die Score besteht aus wenigen, aber eingängigen Motiven, oft sind jedoch einzelne Lieder aus verschiedenen Genres zu hören, die mit ihren Texten die Handlung unterstützen, für die Einstellung von Personen stehen oder den Eindruck einer Szene verstärken. Die Bildersprache des Filmes und die Verbindung mit dem Soundtrack machen auch aus kleinen Szenen etwas ganz Besonderes.

I don’t think of myself as a woman, I am just the opposite of a boy

Erstaunlich an dem Film ist jedoch vor allem, dass er es schafft, sein durchaus ernstes Thema auf sehr intelligente Weise und doch meist zum Brüllen komisch darzustellen. Manche Szenen sind so lustig, dass man aus dem Lachen gar nicht wieder herauskommt, etwa wenn Jennifer in der Sauna den „Elefantenkühen“ begegnet. Solche Szenen entstehen vor allem zu Beginn des Filmes daraus, dass Jennifer in ihrer eigenen Welt lebt und die Dinge so gezeigt werden, wie sie sie sieht. Es ist schon interessant, was so einem Girl durch den Kopf schießt und es hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Die subjektive Sicht fängt bei ihrem Lehrer und den Mitschülern an und setzt sich bis zur Stimme der Mutter fort, die so nervig wirkt, dass man annehmen muss, dass auch dies wohl nicht real ist sondern eher ihrem subjektiven Empfinden entspricht. Und wirklich, gegen Ende des Filmes verändert sich die Sprechweise leicht.
Es ist sehr beachtlich, mit wie viel Einfühlungsvermögen und Liebe zum Detail die Regisseurin Christina Lahti hier vorgegangen ist. Wahrscheinlich kann einen Film dieser Art tatsächlich nur eine Frau drehen. Die Behauptung im Making-Of, die Regisseurin habe durch ihre eigenen Erfahrungen als Darstellerin einen stärkeren Fokus auf die Schauspieler, kann man hier tatsächlich für bare Münze nehmen.
Die Wandlung der Hauptfigur von der Eigenbrödlerin, die mit dem Leben auf Kriegsfuß steht und hinter deren Maske sich eigentlich eine unsichere junge Frau verbirgt, die aber das Potential dazu hat, über sich hinaus zu wachsen, ist von zeitloser Aktualität. Da sind zunächst die machtlosen Eltern, dann das entstehende Vertrauen und plötzlich brechen doch irgendwie die erlernten Werte durch, ohne dass die Eltern darauf Einfluss hätten.
Jennifer hat eine Menge zu erzählen, nur wem? Am Anfang des Filmes wird eine Gedankenstimme verwendet, die später, als sie Randall gefunden hat, nicht mehr nötig ist. Die Dialoge und One-Liner im Film sind durchweg gelungen und geben dem Film Klasse.
Auch Randall macht eine Entwicklung durch. Er entdeckt durch Jennifer Dinge in seinem Leben wieder, die er für immer begraben hatte und erkennt, was er durch fehlende Freundschaft in seinem Leben vermisst hat. Die beiden stacheln den Ergeiz des anderen an.
Dass der Film dann genau an einer kritischen Stelle, als sich die beiden noch weiter näher kommen, eine ganz neue Richtung nimmt, wirkt dann jedoch fast wie ein Verrat - die Wendung wirkt doch etwas zu konstruiert und man hat das Gefühl, die Drehbuchautoren hätten sich der Herausforderung nicht stellen wollen. Es gelingt dem Film aber, recht schnell wieder zu Kurve zu kriegen. Er bleibt überdurchschnittlich und kann letztlich durch die Wendung seine Aussage auf den Punkt bringen, ohne kontrovers zu sein.
Dennoch fehlt dem letzten Drittel etwas der Pepp des Filmanfangs und er kommt nicht umhin, doch einige Klischees zu bemühen. Zwar mag die Betonung des Familiengedankens wichtig sein, aber der Ausgangspunkt, der Wille, anders zu sein und sich selbst zu verwirklichen, geht dabei doch zu sehr unter. Als Gesamtwerk ist „My first mister“ dennoch ein beachtenswerter Film, der als Komödie und als Drama funktioniert und mit sehr guten Darstellern aufwarten kann.
Bildqualität:
Das Bild der DVD liegt im anamorphen CinemaScope-Format, ganz im Gegensatz zur Coverangabe, wo ein Format von 1.85:1 verzeichnet ist. Farbsättigung und Kontrast sind weitestgehend natürlich bis auf einige Einstellungen, wo das Bild etwas überstrahlt wirkt oder in Totalen die Schärfe zu wünschen übrig lässt. Vor allem zu Beginn des Filmes treten auch Dropouts auf.
Während des gesamten Filmes hat der Film ein leichtes Hintergrundrauschen. Glücklicherweise ist die Kompression aber gut gelungen. Im Allgemeinen kann man mit der Bildqualität zufrieden sein, bei einem derart neuen Film wäre allerdings sicherlich auch noch ein Quäntchen mehr machbar gewesen.
Tonwertung:
Entgegen der Angabe auf dem Cover liegen sowohl der deutsche als auch der englische Ton in Dolby Surround und in einer Dolby Digital 5.1-Tonspur vor. Der Filmton wird vor allem durch die Score bzw. Musik und die Dialog dominiert. Letzte klingen sehr sauber aus dem Center. Die Musik verteilt sich auf alle Lautsprecher. Allerdings reduzieren sich die Surroundeffekte auf normale Umgebungsgeräusche. Eine aggressive Subwooferansteuerung oder Splitsurroundeffekte gibt es hier nicht. Trotz allem besitzt die DVD eine ruhige, dem Film angemessene Klangkulisse, die sauber und frei von Rauschen ist.
Bonusmaterial:
Die DVD hat eine recht spartanische Ausstattung, obwohl dies auf den ersten Blick durch die Anordnung der Menüelemente nicht so wirkt. Neben dem Trailer zum Hauptfilm sind noch 6 weitere Trailer vorhanden. Zu den wichtigsten Darstellern und der Regisseurin können Biografien und Filmografien abgerufen werden.
Behind the scenes (ohne Ton, 1.5 min) und Making-Of (Filmausschnitte und Interviewschnippsel, 8 min) versprechen mehr als sie halten können und bieten wenig Substanz. Seltsam ist es da, dass das wichtigste Extra, der Audiokommentar, als Hidden Feature (!) im Tonauswahlmenü vorliegt und nicht einmal auf dem Cover vermerkt ist. Der Audiokommentar der Regisseurin ist sehr interessant und stellt den Hauptgrund für die hohe Extrawertung dar. Die Coverbeschriftung betreibt allerdings auch noch weitere Tiefstapelei, gibt ein falsches Bildformat und nicht alle Tonspuren an.
Gesamturteil:
Ganz vorzüglich ist es, was Hauptdarsteller Albert Brooks und Leelee Sobieski hier zeigen. Regisseurin ist ein einfühlsamer, intelligenter und doch herrlich komischer Film gelungen, der vor allem auch durch seine erstklassigen Dialoge begeistert.
Die DVD-Ausstattung ist mager, der auf dem Cover nicht aufgeführte Audiokommentar bietet dann jedoch trotzdem eine Menge Informationen über den Film. Technisch bietet die DVD nicht ganz das, was man von einem aktuellen Film erwarten könnte, allerdings ist das Gebotene dennoch auf hohem Niveau.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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My First Mister (2001)

Regie: Christine Lahti
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