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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Herz im Kopf“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: wunderbar einfühlsame, bittersüßer Film um die erste Liebe und das Erwachsen werden
PRO: sehr gute Darsteller und gelungene Dialoge
PRO: interessante Extras
CONTRA: Schwächen bei der Bildqualität

Filmkritik:
Mit „Herz im Kopf“ verbindet sich für mich vor allem ein Name − Hans Christian Schmid. Mit Filmen wie „Nach fünf im Urwald“ (ganz nebenbei auch das Schauspieldebüt von Franka Potente) ist es ihm gelungen, einen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Mit feinem Witz und viel Hintersinn beziehen sich seine Drehbücher vor allem auf das Erwachsen werden, auf diese Zeit, wo Jugendliche die Welt erobern wollen, aber doch noch recht zerbrechlich sind und oft nur einen kleinen Schritt vor dem Abgrund stehen.
Dabei geraten die Filme dann keineswegs zu hochgestochenen Lehrstücken, nein, ihnen haftet eine Leichtigkeit und Naturgetreue an, die beinahe süchtig macht. Schließlich erkennt sich hier irgendwo jeder selbst, sei es in einem der Jugendlichen oder einem der Eltern. Nicht ganz gerecht ist der Bezug auf Schmid, weil Herz im Kopf unter der Regie von Michael Gutmann entstand und Schmid nur als Co-Autor fungierte. Die Handschrift ist jedoch klar erkennbar, schließlich schuf das exzellente Autorenteam Gutmann / Schmid auch schon andere Hits wie „23“, „Crazy“ und auch besagten „Nach fünf im Urwald“, wo sämtlich Schmid die Regie führte.
Herz im Kopf“ muss sich hier im Vergleich nicht verstecken. Entstanden ist einer der wichtigsten deutschen Filmbeiträge des letzten Jahres, der uns leider mangels Testmuster zunächst durch die Lappen gegangen ist. Entstanden ist er in Frankfurt am Main, der Heimat des Regisseurs.

Jakob kehrt ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter aus Berlin Frankfurt zurück. Seine dort lebende Schwester ist das einzige Stück Familie, dass er noch hat. Der Siebzehnjährige steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, ist jedoch oft noch unreif und vorlaut. Seine größte Fußangel ist jedoch, dass er vor seinen Problemen wegzulaufen pflegt, sei das nun der Spießrutenlauf nach dem Tod der Mutter oder der Autoschaden, den er jetzt verursacht. Nach und nach muss Jakob jedoch Verantwortung ergreifen. Seine Schwester ist schwanger und braucht seine Hilfe und auch er selbst muss endlich einmal einen Platz finden, wo er hingehört.
Im Zuge dieser Entwicklung hat Jakob oft das Problem, dass er als Außenseiter viele Dinge schnell ablehnt und verurteilt, jedoch unfähig ist, sie aus der Sicht der anderen Personen zu sehen. Das entscheidende Element ist dabei das Au-pair-Mädchen Wanda, in welches sich Jakob verliebt und das ausgerechnet bei seiner ehemaligen Lehrerin arbeitet, die für ihn der Inbegriff des Spießertums ist. Darsteller Tom Schilling überzeugt bei dieser Gradwanderung vollkommen in seiner Rolle und wirkt durchgehend sehr glaubwürdig.

Natürlich trifft Jakob auf alte Bekannte. Sein Freund Dirk hat das Erobern von Au-pair-Mädchen zum Sport erklärt und bei der Wahl der Waffen auf Martinis und einen Swimming-pool gesetzt. Helmut ist eher ein Loser-Typ, der sich als biederer Pfadfinderführer gibt und ein Problem damit hat, dass er im Gegensatz zu Dirks in seinen Augen völlig durchschaubaren Strategien einfach keinen Stich bei den Frauen hat. Jakobs schwangere Schwester Petra, hervorragend verkörpert von Anna von Berg, ist eine leidgeprüfte, allein erziehende Mutter, zu der das Leben meist nicht gerade freundlich ist.
Das volle Interesse der Jugendlichen gilt natürlich den polnischen Au-Pair-Mädchen. Jakob interessiert sich für die hübsche, dunkelhaarige Wanda, währenddessen sich Dirk und Helmut ein Duell um deren Freundin Milena liefern. Um die Mädchen zu beeindrucken, unternehmen die Jungs etwas mit den betreuten Kindern oder fahren den Mädchen zur Disco in die Großstadt hinterher.
Wanda, die zweite Hauptfigur des Filmes wird von der polnischen Schauspielerin Alicja Bachleda-Curús verkörpert, welche für den Film ein echter Gewinn ist. Es ist nicht nur die Glaubwürdigkeit, die die Besetzung einer echten Polin für den Part mitbringt, sondern auch die ganze Ausstrahlung dieser viel versprechenden Nachwuchsdarstellerin, die den Film sehr aufwertet. Man kann es gar nicht glauben, dass die Schauspielerin in Wahrheit gar kein Deutsch spricht. Die Ausdruckskraft, die sie ihrer wichtigen Charakterrolle mitgibt, ist auch ohne diese Tatsache schon erstaunlich genug.

„Wenn ein Mädchen sich so zurückhält, dann kann das zwei Gründe haben. Entweder sie findet den Typen nervig oder sie findet ihn richtig gut. − Und wie soll ich das jetzt rauskriegen? − Das kannst Du nicht rauskriegen.“

Was hier so klingt, als würde es schwer Gefahr laufen, sich ähnlich wie „American Pie“ von einer Platitüde zur nächsten zu hangeln, ist in Wahrheit aus ganz anderem Holz geschnitzt. „Herz im Kopf“ ist eine wunderbar bittersüße Teenagerromanze mit viel Augenzwinkern, aber auch melancholischen Szenen mit ruhiger Gitarrenmusik.
Die Dialoge wirken dabei nie gestelzt, sondern erstaunlich real. Oft fühlt man sich fast wie ein Beobachter. Ein Beispiel ist hier z.B. die Trennungsszene zwischen Petra und ihrem Freund. Sie ist ganz frei von Theatralik und tut richtig gehend weh. So gibt es in dem Film entstehende Beziehungen und solche, die vor dem Ende stehen. Dass die Auflösung am Ende dann etwas plötzlich und unabgeschlossen wirkt, muss man dem Film wohl verzeihen, denn auch so kann das Leben eben spielen.
Nüchtern betrachtet muss man jedoch gestehen, dass das Ganze vor allem wegen dem Ende nicht mehr ganz den Erwartungen genügt, die der Film vorher geweckt hat. Wäre da nicht die exzellente Ausführung und die wirklich hervorragenden Darsteller, hätte das die Wertung noch etwas deutlicher gedrückt. So muss man aber resümieren, dass hier der Weg das Ziel ist und diesen Weg mit den Darstellern zu gehen, macht eine Menge Spaß, auch beim wiederholten Anschauen.
Bildqualität:
Was das Bild angeht, so ist das Gebotene dann doch leider etwas enttäuschend. Von einer so neuen Produktion kann man mehr erwarten. Leider ist vor allem die Schärfe nur durchschnittlich bis gut, auch Nachzieheffekte und Flächenrauschen trüben den Eindruck und auch die Kompression macht sich durch die nicht so gute Vorlage hier und bemerkbar. Somit ist die Bildqualität doch sehr enttäuschend.
Tonwertung:
Der Filmton liegt nur in Deutsch, der Sprache, in der der Film original gedreht wurde, vor. Die Surroundabmischung der Score ist gut gelungen, auch Umgebungsgeräusche sind gut im Raum verteilt. Auf ausgefeilte Effekte hat man jedoch keinen Wert gelegt, auch die Dynamik entspricht dem Genre und ist nicht mit actionlastigeren Streifen zu vergleichen. Die Dialoge kommen klar und verständlich aus dem Center. Alles in allem werden die Vorteile des Digitaltons aber nicht so recht ausgenutzt.
Bonusmaterial:
Das Extramaterial der DVD hat Höhen und Tiefen. Zunächst einmal ist das Cover nicht sehr ansprechend, ein schöneres Motiv hätte sich sicherlich auch noch positiver auf den Verkauf ausgewirkt. Die Menüs wurden jedoch sehr schön in Form eines Tagebuches animiert.
Wichtigstes Extra ist der Audiokommentar des Regisseurs, Hauptdarstellers und der Produzenten. Hier werden eine Menge kurzweiliger Informationen geboten und wem der Film gefallen hat, der kann hier auf jeden Fall einmal hineinhören, zumal der Audiokommentar hier natürlich auch in Deutsch vorliegt.
Neben den üblichen Extras wie den Biografien der Crew und der Besetzung, Interviewschnippsel und dem Trailer ist vor allem der gelungene Kurzfilm „Strandpirat“ erwähnenswert - ein Frühwerk des Regisseurs. Ganz 9 geschnittene Szenen sind vorhanden und können mit oder ohne Kommentar betrachtet werden. Im Kommentar erläutert der Regisseur, warum die Szenen weggefallen sind.
Man kann sich außerdem noch Kinoplakatentwürfe ansehen und in einem kurzen Video, welches allerdings sehr amateurhaft gemacht ist, führt Hauptdarstellerin Alicja den Zuschauer durch ihre Heimatstadt Krakau. Schade, dass diese Dokumentation so oberflächlich bleibt.
Gesamturteil:
Herz im Kopf“ ist ein wunderbar bittersüßer Film über die erste Liebe und das Erwachsen werden. Getragen von sehr guten, sympathischen und spielfreudigen Schauspielern und mit Szenen und Dialogen, in die sich wohl jeder Zuschauer hineinversetzen kann, lässt er wohl niemanden kalt.
Technisch gesehen wirkt die DVD nicht ganz auf der Höhe der Zeit, kann jedoch durch interessante Extras und einen Bonus-Kurzfilm wieder einiges an Boden gut machen.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Herz über Kopf (2001)

Regie: Michael Gutmann
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