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Seit dem 21.12.2003
Hits

„The Gingko Bed“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: sehenswertes koreanisches Fantasy-Kino
CONTRA: schwache Bildqualität
PRO: recht gute Extras

Handlung:
Der Maler Su-Hyun könnte glücklich sein − mit seiner als Ärztin erfolgreichen Freundin hat er seit Jahren ein Bratkartoffelverhältnis, beide sind in ihre Arbeit erfolgreich, selbständig und sorgenfrei. Dennoch plagen ihn Visionen. Als er dann seine alte Couch gegen ein Bett aus massivem Gingko-Holz eintauscht, nehmen die Visionen noch zu.
Von einem alten Mann, der solche Betten baut, erfährt er von einer alten Legende über zwei Liebende und den grausamen Kriegsherrn Hwang, der im Diesseits wie im Jenseits versucht, die beiden zu trennen. Su-Hyun ist die Reinkarnation des Musikers, der die große Liebe von Prinzessin Midan war, welche nun als Geist in dem Bett aus dem Holz des Gingko-Baumes gefangen ist.
Als Midan mit ihm Kontakt aufnimmt und er versucht, ihre Seele zu retten, bringt er damit nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch seine Freundin, denn auch Hwang hat als mordender böser Geist einen Weg gefunden, über den Tod hinaus seine Arme nach der Prinzessin auszustrecken und diese reichen bis weit in die Welt der Lebenden hinein.
Filmkritik:
Im Gegensatz zum von E.M.S. als „The Legend of Gingko“ vermarkteten B-Movie aus dem Jahre 2000 handelt es sich bei „The Legend of Gingko II“, im Original „The Gingko Bed“ genannt, um einen der größten asiatischen Kinohits der letzten Jahre. Der Film wurde im Jahre 1996 in Südkorea gedreht und war dort sehr erfolgreich − so erfolgreich, dass er damit den Weg für viele weitere aufwendige Historienepen (etwa „Musa, the warrior“) und Fantasy-Filme (z.B. „Bichunmoo“) ebnete.

The Gingko Bed“ spielt weitestgehend in der heutigen Zeit. Nur in Rückblenden wird von der Vergangenheit erzählt. Wäre da nicht der verheißungsvolle, mysteriöse Vorspann, so könnte man zunächst glauben, man habe es mit einer harmlosen Filmromanze zu tun. Einen ganz anderen Ton schlägt der Film jedoch an, als der Geist Hwang ins Spiel kommt, was sich sogleich in einigen recht derben Splattereffekten manifestiert.
Die Geschichte in der Jetztzeit ist recht modern. Die junge Ärztin muss sich beruflich in einer harten Männerwelt behaupten und sie führt mit ihrem Freund eine eher lockere Beziehung, da sich beide stark auf ihre Arbeit konzentrieren. Ihr Leben wird nicht gerade leichter, als durch einen mysteriösen Zwischenfall einer ihrer Patienten im einen Moment auf dem Wege der Besserung, im nächsten mausetot und nochmals einige Stunden später auf einmal, dummerweise nach vorheriger Entnahme der Augen, wieder quicklebendig ist.
Im Kampf um ihre Karriere hat sie so ihre ganz eigenen Probleme und steht daher auch Su-Hyun nicht im Wege, wenn dieser sich seiner Herkunft stellen muss und um die Seele seiner vergangenen Liebe kämpft. Dieses Storyvehikel wirkt dann auch etwas befremdlich, vor allem auf westliche Zuschauer, weil sich Su-Hyun nun auf einmal ganz reuelos für eine andere Frau interessiert. Weitere kleine Abstriche muss man auch wegen den für das asiatische Kino oft typischen kitschigen Elementen machen. Trotzdem, der Film funktioniert. Er zitiert Elemente westlicher Filme, wie etwa „Highlander“ und „Predator 2“ und flechtet diese geschickt in typisch asiatische Mystik und eine klassische Geschichte um eine unzerstörbare Liebe ein.
Auch optisch hat der Film einiges zu bieten. Zwar gibt es hier keinen Effekte-Overkill und etlichen Szenen wie den Gingkobäumen am Anfang sieht man die Budget-Beschränkungen auch etwas an, Kostüme, Kameraführung und asiatische Ästhetik im Allgemeinen sind hier jedoch durchgängig sichtbar. Der verunstaltete Geist des Kriegsherren Hwang bevölkert die düsteren Schluchten der Großstadt Seoul, die schöne Prinzessin erscheint als weiße Lichtgestalt mit langem dunklen Haar und in den Rückblenden streifen der Musiker und seine große Liebe durch bunte Landschaftsszenerien und spielen gemeinsam auf dem traditionellen Instrument, dass er so meisterlich beherrschte.

Wie so oft dauerte es einige Zeit, ehe der Film auch im Ausland veröffentlicht wurde. Unter Kennern des asiatischen Filmes ist er jedoch schon seit längerem ein Geheimtipp und ein weiteres Indiz dafür, dass Korea der an China zurückgegangenen asiatischen Filmmetropole Hong Kong ernsthafte Konkurrenz macht, zumal viele talentierte Schauspieler und Regisseure im Zuge dieser Entwicklung Hong Kong verließen.
Bildqualität:
Das Bild der DVD liegt im originalen Kinoformat von 1.85:1 vor und wurde zudem anamorph abgetastet. Leider ist die Schärfe stark eingeschränkt und die Bildqualität schwankt zwischen durchschnittlich und schlecht, wobei die Farben teilweise auch absichtlich etwas verfälscht sind. Die Kompression kommt mit dem Bild trotz seines Hintergrundrauschens allerdings überwiegend gut klar. Trotzdem bewegt sich die Bildqualität insgesamt nur leicht über VHS-Niveau und bildet die Hauptschwäche dieser DVD.
Tonwertung:
Der Ton liegt auf Koreanisch und Dolby Surround sowie auf Deutsch in einer Surround- und einer 5.1-Abmischung vor. Die deutsche 5.1-Spur bietet die beste Räumlichkeit, allerdings hat die Originaltonspur bei der Abmischung der atmosphärischen Effekte die Nase deutlich vorn und wirkt durch die realistischere Soundkulisse um ein Vielfaches fesselnder. Die Synchronisation ist aber ansonsten erträglich. Vom Klangcharakter her ist keine der Tonspuren sonderlich eindrucksvoll. Die Dynamik ist gut, das Frontpanorama jedoch wenig berauschend und nur an wenigen Stellen werden die Surrounds effektiv genutzt.
Bonusmaterial:
Die Extraaustattung der DVD ist recht gut gelungen. Das Menü wurde passend animiert und vertont und bietet Zugang nicht nur zu den Trailern zu „The Legend of Gingko 1&2“ sondern auch zu einem recht ausführlichen Making Of, welches sich vor allem den Kostümen und dem Setdesign widmet. In einem weiteren Beitrag ist auch noch etwas über die Filmmusik zu erfahren und in einem Behind the scenes Special kann man einen Eindruck von den Dreharbeiten bekommen. Auch ein Musikvideo fehlt nicht. Abgerundet werden die Extras durch Biografien und Filmografien der wichtigsten Beteiligten sowie eine Bildergalerie.
Gesamturteil:
The Legend of Gingko“ ist ein Geheimtipp für alle, die sich für das asiatische Fantasy-Kino interessieren. Zwar besteht er größtenteils aus Versatzstücken anderer Filme, trotzdem hat die Verstrickung der beiden Zeitebenen ihren Reiz. Die DVD bietet ein eher schlechtes Bild, wird jedoch vor allem durch die recht ansprechende Extraausstattung aufgewertet.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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