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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Elviras haunted hills“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: schräge und trashige Horrorkomödie mit Musicalelementen
PRO: Liebeserklärung an den klassischen Hammer-/Corman-Horrorfilm
PRO: erstaunlich gute DVD-Ausstattung

Filmkritik:
Lange ist es her, dass Elvira alias Cassandra Peterson das letzte (und erste) Mal auf der Leinwand ihr Unwesen trieb; fast 15 Jahre nämlich, um genau zu sein. Die Figur der schrägen Entertainerin ist an die der Vampira (siehe „Ed Wood“ bzw. Ed Woods Originalfilm „Plan 9 from outer space“), einer schrägen TV-Moderatoren, die im Nachtprogramm der 50er Jahre Trash-Horrorstreifen anmoderierte, angelehnt.
In ihrem aufreizenden Outfit, mit vollem schwarzen Haar, tiiiiiiiiefem Dekolletee und dem kleinen Dolch am Gürtel tingelt die Entertainerin durch die Lande. In ihrem neuen Film ist sie auf dem Weg nach Paris, um ihre neue Can-Can Show darzubieten. Begleitet wird sie dabei von ihrer übergewichtigen aber unterbelichteten französischen Dienerin Zou-Zou, die alle Accessoires von Belang, von den Pantoffeln bis zum Spiegel, aus ihrem Dekolletee zaubern kann.
Die beiden wandern durch Transsilvanien. Um ehrlich zu sein, eigentlich wandert nur die Dienerin, Elvira wird von ihr getragen. Schließlich kann sie sich nicht verausgaben, da sie eine Schauspielerin ist und damit die Verpflichtung hat, ihre ganze Energie dem Publikum zu widmen. Da kommt die schwarze Kutsche mit dem charmanten Dr. Bradley Bradley genau richtig. Sie nimmt die beiden mit zum Schloss der Familie Hellsubus, wo sie ein Nachtquartier erwartet.
Unglücklicherweise liegt über der Familie (natürlich) ein Fluch und außerdem haben die Hellsubus’ im wahrsten Sinne des Wortes Leichen im Keller und einige merkwürdige Hobbys…

Elvira will aus dem Bad steigen; zum Kameramann: „What are you doing? Do you want to blow the rating on this picture?“

Bereits Anfang 2001 tingelte ein erster Trailer zum Film durch das Internet, der bereits den Ton des Filmes etwas einfing und klarmachte, womit man es hier zu tun hat: mit einer richtig trashigen, klamottigen Komödie, die obendrein noch Musical-Elemente besitzt und eine Liebeserklärung an die alten Horrorstreifen speziell aus der Produktion der britischen Hammer Studios und des amerikanischen Produzenten Roger Corman darstellt. So greift der Film auch viele Elemente aus Filmen wie „The Pit and the pendulum“ auf.
Man sollte also schon wissen, worauf man sich hier einlässt. Wer jedoch schon einmal im Nachtprogramm solch einen Film gesehen hat, wo jeder Schlossherr seinen gut ausgestatteten Folterkeller besitzt, in dem er mit Vorliebe vollbusige Frauen quält, weil ihn der alte Familienfluch dazu zwingt, der weiß, welchen Spaßfaktor solche Filme haben können. „Elviras haunted hills“ schlägt genau in diese Kerbe und kann dort auch überzeugen.

„The village people say this castle is evil.“ − „Who listens to the Village People anymore!“

Der Film besteht aus viel Gekreische, Slapstick, jeder Menge lustiger One-Liner und einer ganzen Menge schlüpfriger Gags, von denen es viele der Synchronisation sehr schwer machen dürften.
Die Ausstattung des Filmes kann ebenfalls voll überzeugen. Er wurde in Rumänien gedreht, daher es war auch für die kleine Independent-Produktion, die der Film nun einmal ist, möglich, opulente Kulissen zu bauen und schöne Kostüme zu verwenden. Das gibt dem Film das Look-and-feel, das die ebenfalls oft toll ausgestatteten und im Studio produzierten Hammer-Filme hatten. Man hat auch bewusst keine Perfektion angestrebt, sondern manche Dinge gewollt trashig gestaltet.
Als Parodie funktioniert der Film einwandfrei. Es gibt viele Spitzen auf Genrefilme. Beispielsweise wäre da der gut gebaute Stallbursche, nach dem Elvira ganz verrückt ist. Der rumänische Schauspieler sprach kein englisch, also machte man aus der Not eine Tugend und baute den Fakt, dass er vollkommen unsynchron synchronisiert wurde, einfach in die Handlung ein − als Parodie auf die damals auch extrem billig synchronisierten Hercules-Filme.

„Why? Why? Why?“ (mit extrem theatralischer Geste) − „Stop that! What are you going for? An Oscar?!“

Freude machen auch die schauspielerischen Leistungen. Elvira macht natürlich eine gewöhnt schräge und etwas ordinäre Figur. Der mysteriöse Dr. Bradley Bradley überzeugt durch seine charismatische Ausstrahlung und die Stimme voller Stil und Pathos und Graf Helsibus wird vom gestandenen Mimen Richard O’Brien („The Rocky Horror Picture Show“) verkörpert.

Dabei darf man sich den Film aber nicht als Nonstop-Gagparade vorstellen. Vielmehr ist er doch eine liebevolle Hommage an die alten Horrorfilme der 50er-70er, die eine Menge Freude macht.
Der Soundtrack ist eine Mischung aus Musicaleinlagen, klassischer Comedy- und Monsterfilm-Score. Auch die filmische Umsetzung kann überzeugen und lässt den Film gar nicht billig aussehen. Eine Reihe von Stunts wurde inszeniert und selbst einen Vertigo-Effekt bekommt man zu sehen.
Ein richtig nettes B-Movie also; ohne die Massentauglichkeit einer Großproduktion aber nichts desto Trotz ein Fest für Leute, die etwas mit dieser Art von Film anfangen können.
Bildqualität:
Das Bild hält nicht mit dem perfekten Look einer aktuellen Kinoproduktion mit. Das liegt wahrscheinlich schon am Ausgangsmaterial, das an einigen Stellen doch deutlich verrauscht ist. Relativ starkes Hintergrundrauschen dominiert dann doch während des gesamten Filmes. Zumindest liegt das Bild im anamorphen 16:9-Format vor.
Der Schwarzwert ist gerade noch ok, dafür ist die Farbsättigung sehr gut und auch die Schärfe ist in den meisten Einstellungen vorbildlich. Lediglich einige Totalen und Trickaufnahmen fallen hier etwas aus dem Rahmen.
Im Großen und Ganzen kann man also mit dem Bild dieser Independent-Produktion durchaus zufrieden sein, wenn sie auch mit den DVDs großer Studios nicht mithalten kann.
Tonwertung:
Der Ton liegt sowohl in Dolby Surround als auch in Dolby Digital 5.1 vor. Die 5.1-Spur hat die präzisere Abmischung, vor allem bei den Bässen und aggressivere Surroundkanäle. Leider ist diese Tonspur auch etwas verhallt abgemischt. Präzise Klangeffekte sind mir im Film kaum aufgefallen, aber zumindest atmosphärisch und auch bei der Umsetzung der Musicalnummern kommt der Surroundklang schon recht gut zum Tragen. Beide Tonspuren klingen jedoch sehr sauber, ohne Übersteuerungen oder Rauschen.
Bonusmaterial:
Auch bei den Extras sieht es gut aus. Gleich bei Einlegen der DVD wird man von einem schicken animierten Menü begrüßt und kann eine Reihe von Extras anwählen. Zunächst wäre da natürlich der sehr lustige Kinotrailer. Das Making Of ist sehr interessant, Cassandra Peterson, die den Film auch produzierte, verrät dementsprechend viele Details über den Produktionsprozess. Das Ganze ist so interessant, dass ich es wirklich schade finde, dass kein Audiokommentar vorhanden ist, der das Thema noch hätte vertiefen können.
Weitere Extras sind das Interview mit Darsteller Richard O’Brien und eine Fotogalerie. Nervig ist leider die Werbung für den Soundtrack vor dem Hauptfilm, die man nicht überspringen kann. Außerdem sind keine Untertitel vorhanden. Trotzdem, auch hier wieder eine sehr positive Überraschung.
Gesamturteil:
Elviras haunted hills“ ist ein Geheimtipp. Aber wie das mit Geheimtipps oft so ist − sie sind meist Geschmackssache. Daher auch hier eine Warnung: Der eigenwillige, klamottige Humor des Filmes, die sexuellen Anspielungen und die Kombination aus verrückten Musicalnummern, Komödie und klassischem Horrorfilm sind eine seltsame Mischung. Bei mir ist das Ganze sehr gut angekommen.
Auch die DVD kann für eine Independentproduktion punkten: Bild und Ton sind ganz gut, die Extras knapp aber sehr gehaltvoll. Wer bereits den ersten Streich von Elvira mochte oder wer etwas mit den Filmen von Ed Wood, Roger Corman oder den Hammer Studios anfangen kann, sollte hier einen Blick riskieren!
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Elvira's Haunted Hills (2001)

Regie: Sam Irvin
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