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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„A beautiful mind“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: exzellente schauspielerische Leistungen
PRO: tolles Altersmakeup
CONTRA: kitschige Handlung, Drehbuch und Regie können nicht überzeugen
PRO: tolle DVD-Ausstattung mit Masse und Klasse
CONTRA: nicht einmal bei der 2-DVD-Edition gibt es ein Booklet

Filmkritik:
Ehrlich gesagt hat es mich vor dem Schreiben dieser Besprechung gegraust, denn der Film hat mich leider eher enttäuscht und es ist gar nicht so einfach, herauszufinden, warum dies eigentlich der Fall ist.

Die Hauptperson des Filmes, der Mathematiker John Nash (Russel Crowe), gilt als Vater der evolutionären Spieltheorie und des „Nash Equilibriums“. Im Film wie im wahren Leben ist er ein äußerst intelligenter, introvertierter Wissenschaftler. Während er im Film nun jedoch nach einer genialen Idee sucht, die er dann auch findet und damit „150 Jahre Wirtschaftswissenschaft über den Haufen wirft“, so ist dies natürlich in Bezug auf die Wirklichkeit wieder einmal eine grenzenlose Übertreibung.
Nash warf nichts über den Haufen, er stellte lediglich wichtige Zusammenhänge her, die es im Nachhinein, und daran hatte er keinen direkten Anteil mehr, erlaubten, die Spieltheorie auf wichtige Bereiche der Wirtschaft auszudehnen. Hierbei geht es um kooperative und nicht-kooperative Spiele und die Auswirkungen, die die Strategien der Einzelspieler auf einander haben. Vor allem Studenten der Wirtschaftswissenschaften haben hiervon sicher schon einmal gehört.

Aber eigentlich geht es darum im Film überhaupt nicht. Nur im Rahmen einer Szene in einer Bar, wo es um die Eroberung eines hübschen Mädchens(!) geht, wird Nashs Theorie einmal kurz angerissen und bei einem Brettspiel wird ein Verweis darauf gegeben.
Im Wesentlichen beschäftigt sich der Film jedoch damit, dass der geniale Mathematiker und Codebrecher immer auf der Schwelle zwischen Genie und Wahnsinn stand und diese für lange Jahre deutlich überschritt. Er litt unter Schizophrenie und das Bemerkenswerte ist, dass er es tatsächlich schaffte, seine Krankheit zu überwinden und nach langen Jahren in Therapie im Jahre 1994 den Nobelpreis für seine Forschungen erhielt.

Dieser Film hat ‚Herr der Ringe − Die Gefährten’ den Oscar als bester Film gekostet?“, kann man sich fragen. Vergleiche mit dem „großen TV-Roman“ einschlägiger Privatsender liegen da schon näher, diese wären jedoch keinesfalls fair.
A beautiful mind“ ist ein perfekt ausgestatteter Film mit wunderbarer Besetzung und ganz offensichtlich „großes Kino der Gefühle“. Selbst wer Russel Crowe nicht sonderlich mag, wird ihm attestieren müssen, dass seine Darstellung des gebrochenen, schizophrenen und in sich gekehrten Genies nahezu perfekt ist.
Wirklich herausragend finde ich jedoch wieder einmal Jennifer Connelly. Bereits u.a. in „Dark City“ konnte sie beeindruckende schauspielerische Leistungen zeigen. Sie startete ihre Karriere auch gleich mit einem Paukenschlag, als sie in Sergio Leones Meisterwerk „Es war einmal in Amerika“ die kleine Tänzerin spielte, die der von Robert DeNiro verkörperte Hauptdarsteller nie vergessen konnte. Nur ein Jahr später spielte sie 15-jährig die Hauptrolle in Dario Argentos atmosphärischem Schocker „Phenomena“. Daher freut es mich natürlich besonders, dass diese wunderbare Schauspielerin nun fast 20 Jahre später als Erwachsene endlich einen Oscar als beste Nebendarstellerin für „A beautiful mind“ erhalten hat.

Ebenfalls sehr hochwertig sind die visuellen Effekte und das Makeup des Filmes. Die Gradwanderung der Hauptfigur vom Studenten zum alten Mann wurde hier handwerklich perfekt und in vielen Zwischenstadien umgesetzt. Die Special Effects unterstützen wichtige Szenen im Film und wurden sogar an vielen Stellen eingesetzt, wo man es gar nicht vermuten würde. Betonen muss man, dass sich die reichlich vorhandenen Effekte dennoch nie in den Vordergrund spielen und sich immer der Handlung unterordnen.

Der Schwachpunkt ist jedoch die kitschige und klischeebeladene Handlung. Der gesamte Film konzentriert sich auf den Mikrokosmos des John Nash. Er lebt in seiner eigenen Welt und die ist sehr eingeschränkt; geschichtliche Ereignisse und generell die Außenwelt spielen praktisch keine Rolle. Dies macht aufgrund seines Zustandes noch Sinn, seine eigentliche Forschungsarbeit hat jedoch auch nahezu keinen Platz in der Handlung. Viel mehr handelt es sich bei dem Film um eine Studie seines Wahnsinns und wie er und seine Frau damit umgehen.
Dabei bringt der Film einen recht interessanten Handlungstwist ins Spiel, der den Film auch aufwertet, aber nicht genug. Zu viele Filme haben in der letzten Zeit ähnliche Ansätze gehabt. Damit dieser richtig wirkt, ist es erforderlich, vorher möglichst wenig über den Film zu wissen. In der Werbung für den Film wurden leider viel zu viele Elemente schon preisgegeben; ich möchte das an dieser Stelle ausdrücklich vermeiden.

Alles in allem wirkt der Film leider zu abgespult, die Oscar-reife Leistung des Regisseurs kann ich nicht erkennen und vor allem das (ebenfalls Oscar-prämierte!) Script ist äußerst schwach. Nicht einmal eine Anlehnung an die tatsächlichen Ereignisse hielt man für nötig. Die Dialoge sind kitschig, unglaubwürdig und passen vor allem nicht in die Zeit. Trotz toller schauspielerischer Leistungen wirken die Figuren nicht real und nicht komplex genug. Wenn man einmal die reale Nobel-Preisverleihung (auf der Bonus-DVD enthalten) mit der im Film vergleicht, erkennt man exemplarisch, wie hier der Film für emotionale Kitschszenen und Dramaturgie jede Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt. Dies alles hat mich sehr verärgert.

Insgesamt muß ich feststellen, dass der Film stark überbewertet ist. Die Hollywood-typische ständige Übertreibung reicht sogar bis zur Musikscore von James Horner, die nicht sehr gelungen ist. Ron Howard ist ein bekannter und erfolgreicher Regisseur, der u.a. auch den phantastischen Thriller „Kopfgeld“ mit Mel Gibson inszenierte. „A beautiful mind“ ist jedoch allenfalls Mittelmaß. Der Film bietet nichts Neues und ist schnell vergessen. Von einem Blindkauf würde ich abraten, denn das Meisterwerk, als das er angepriesen wird, ist er nicht.
Bildqualität:
Das Bild hat keinerlei negative Eigenschaften. Das Ausgangsmaterial ist sehr rauscharm, bietet tolle, satte Farben und eine brilliante Bildschärfe. Auch die Kompression ist sehr gut gelungen. Da das Bonusmaterial auf einer zweiten DVD liegt, wird die Bitrate nicht knapp. Kompressionsartefakte sind nahezu nicht vorhanden und auch störende Nachzieheffete sind mir nicht aufgefallen.
Alles in allem ein wirklich perfektes Bild.
Tonwertung:
Der Film ist nicht unbedingt effektlastig, so ist es denn auch insbesondere die Score, die den Raum ausfüllt. Sie wurde auf alle Lautsprecher verteilt und bildet einen fast ständig präsenten Klangteppich für den ansonsten meist ruhigen Film.
Wenn es doch einmal zur Sache geht, beispielsweise bei der Autoverfolgungsjagd, so beweist der Surroundabmischung in vollem Maße ihre Qualitäten. Geräusche sind glasklar und gut ortbar. Auch Splitsurroundeffekte sind vorhanden.
Die deutsche und die englische Tonspur liegen beide in Dolby Digital 5.1 vor und unterscheiden sich von der Abmischung her kaum.
Bonusmaterial:
Der Film ist in zwei verschiedenen DVD-Fassungen erhältlich. Die normale Fassung mit einer DVD bietet den Hauptfilm, sowie zwei Audiokommentare mit Regisseur und Drehbuchautor. Desweiteren sind einige nicht verwendete Szenen mit optionalem Audiokommentar auf der DVD vorhanden. Diese werden auch vom Regisseur noch einmal eingeführt, bevor es losgeht.
Das „Oscar Edition 2-Disc-Set“ bietet zunächst die gleiche Hauptfilm-DVD wie die 1-DVD-Ausgabe, bringt jedoch noch eine zweite DVD mit, die eine Fülle an zusätzlichen Extras enthält. Eine ganze Reihe von Featuretten geht auf verschiedene Aspekte des Filmes ein. Selbst ein Treffen mit dem realen John Nash (Ron Howard macht sich hier etwas lächerlich, da er den Ausführungen Nashs zu dessen Theorie anscheinend nicht ganz folgen kann), die reale Nobelpreisverleihung und Ausschnitte aus der Oscar-Verleihungszeremonie 2001 sind vorhanden.
Weitere Beiträge gehen auf spezielle Themen wie das bemerkenswerte Altersmakeup, die Musik, die Storyboards, das Casting und die Entwicklung des Drehbuches ein. Besonders interessant ist die Special Effects Featurette, die Effekte entlarvt, die man an dieser Stelle nie vermutet hätte. Natürlich fehlt auch der obligatorische Kinotrailer nicht.
Hier wurde wirklich alles zusammengetragen, was im Zusammenhang mit dem Film interessant ist. Die Beiträge waren darüber hinaus größtenteils sehr gehaltvoll. Die Aufmachung des DVD-Sets mit goldgeprägtem Cover ist nicht schlecht, schade ist jedoch das Fehlen eines Booklets. Bei einer Special Edition ist es seltsam, dass man hieran gespart hat.
Gesamturteil:
A beautiful mind“ ist ein exzellent besetzter Film mit toller Ausstattung (Altersmakeup, Effekte, etc.), der jedoch handlungsmäßig nicht überzeugen kann. Wer großes Gefühlskino mag und wen es auch nicht stört, wenn ein großer Eimer Kitsch darüber ausgekippt wurde, der könnte vielleicht an diesem Oscar-Abräumer des Jahres 2001 Gefallen finden. Die meisten anderen dürften sich aber vor allem am schwachen (Oscar-prämierten!) Script, unglaubwürdigen Dialogen und mangelndem Tiefgang stören. Wem der Film dennoch gefällt, der kann sich über eine wunderbar ausgestattete Doppel-DVD freuen, die nahezu alles bietet, was sich ein Fan des Filmes nur wünschen kann.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Beautiful Mind, A (2001)

Regie: Ron Howard
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