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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„BAP - Övverall“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: bunte Mischung aus melancholischen, kritischen und stimmungsvollen Songs
CONTRA: jedoch Konzentration auf neues Album; es fehlen einige alte Lieder
PRO: über 3,5 Stunden anspruchsvolle und musikalisch vielseitige deutsche Rockmusik
PRO: kamera- und schnitttechnisch perfekt eingefangene Show
CONTRA: Publikum jedoch etwas unterkühlt
PRO: ausführliche und gehaltvolle Extras für Fans
PRO: Untertitel zum Konzert auf kölsch und deutsch

Filmkritik:
BAP ist eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Ihre Alben und Singles haben in über 2 Jahrzehnten alle Rekorde gebrochen, dabei sind die Texte der Band nicht einmal in hochdeutsch verfasst. Die Wurzeln der Gruppe und ihres Frontmannes Wolfgang Niedecken liegen in Köln. Freimütig bekennt er: „Ich denke, empfinde und träume nach wie vor auf kölsch und ich glaube auch nicht, dass sich das jemals ändern wird.
BAP steht für ehrliche Rockmusik mit Seele. Für Niedecken ging es schon immer darum, in seinen Liedern zu singen „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, musikalisch sind Vorbilder wie die Rolling Stones unverkennbar. Er selbst bezeichnet das Stones-Konzert zu seinem 16. Geburtstag 1967 als ein Schlüsselerlebnis für seinen späteren Lebensweg.
Das Singen auf Kölsch führt natürlich dazu, dass dem internationalen Erfolg der Band durch die Sprachbarriere gewisse Grenzen gesetzt sind. Dadurch wird die Band jedoch nicht austauschbar, was Niedecken sehr wichtig ist.
BAP zählt zu den wenigen Bands, deren Texte sehr persönlich sind und kein kommerzielles Kalkül beinhalten. So entstanden im Laufe der Jahre sehr melancholische Stücke wie „Wellenreiter“, kritische Stücke wie „Kristallnaach“ und „Widderlich“, romantische Songs wie „Du kanns zaubere“ oder klassischer Rock wie „Shoeshine“ und „Twist and shout“. In „Verdamp lang her“ verarbeitete Niedecken den Tod seines Vaters und „Let’s spend the night together“ ist beispielsweise eine Hommage an die Rolling Stones.

Die enorme Leidenschaft für die Musik und ihre Ehrlichkeit ist das Konzept der Band, daher wurde es für Niedecken auch zum Problem, dass sich in den vielen Jahren doch so etwas wie Eintönigkeit einstellte. Es gab Höhen und Tiefen, doch die Band erfand sich immer wieder neu.
1999 kam der deutlich größte Besetzungswechsel, wo neben anderen auch Klaus Heuser, der fast 2 Jahrzehnte mit der Band gespielt hatte, ausstieg. Nach dem letzten Konzert in der alten Besetzung produzierte die neu formierte Band auf Mallorca das neue Album „Aff un zo“, wobei sich die neuen Mitglieder stark einbringen konnten.
Daraufhin folgte im Jahr 2001 eine Tour, deren erster Teil am 16. und 17. Dezember in der Kölnarena seinen Abschluss fand. Die DVD präsentiert dieses „Heimspiel“ der Band auf 2 DVDs, denn mit 3,5 Stunden Länge übertrifft die Show von BAP wohl alles, was man vom Umfang eines Rockkonzertes einer einzelnen Band gewohnt ist.
BAP setzt bei ihrer Show voll auf die Musik. Hier gibt es keine Videoinstallationen (nur die Videowand für die hinteren Reihen), kein Feuerwerk und, da es sich um ein Rockkonzert handelt, auch keine albernen Tanzeinlagen. Dieses Konzept passt jedoch zur Band und geht auch voll auf. Die Kameras fangen das Konzert perfekt ein, zeigen das Publikum, kreisen durch die riesige Halle und rücken neben den Akteuren auch Details wie Instrumente ins rechte Licht.
Dabei kommt man jedoch leider auch nicht umhin, die etwas unterkühlte Stimmung in der Halle zu bemerken. BAPs Anfänge liegen in kleinen Clubs und es ist nun einmal etwas anderes, in einer großen Halle zu spielen. „Die Toten Hosen“ spielen deshalb oft unter anderem Namen im kleineren Rahmen und auch BAP zog vor ca. 5 Jahren mit einem Sonderzug durch Deutschland und gab spontane Konzerte. Beim großen Auftritt in der Kölnarena geht das Publikum zwar mit, aber es ist auch nicht ganz so, dass die Halle bebt.
Während ich bei vielen Konzerten anderer Bands, spontan fällt mir da vor allem das eine oder andere Konzert der „Guns and Roses“ ein, die Backgroundsängerinnen extrem nervig fand, wertet auch das neue weibliche Bandmitglied das Musikerlebnis ganz entscheidend auf. In den meisten Liedern ist sie für die Percussions und den Backgroundgesang zuständig, tritt jedoch z.B. in „Let’s spend the night together“ einmal ganz aktiv auf und das rockt dann auch gewaltig.
Zusammengehalten wird die Vielfalt an verschiedenen Songs durch kleine Anekdoten, die Niedecken ab und zu zwischen den Songs erzählt. Hier geht es vor allem um den Kontext. Auffällig, dass im Arrangement der Songs auch immer Bewegung ist, so klingt beispielsweise „Verdamp lang her“ hier so wie noch niemals zuvor und gelegentlich wirft Frontmann Niedecken auch spontane Textpassagen ein.
Das Programm von BAP ist schon immer sehr vielseitig gewesen, von Melancholie bis zu fast karnevalartiger Stimmung. Dies kann man unumwunden auch von der neu formierten Band behaupten. Tolle Saxophon- und Gitarrensolos können musikalisch restlos begeistern.
Schade finde ich, dass leider einige meiner Lieblingslieder wie „Fortsetzung folgt“ oder „Alles em lot“ fehlen. Dennoch kann man sich natürlich beim Umfang des Gebotenen wirklich nicht beschweren, zumal sich der gute Eindruck dann bei den Extras auch noch fortsetzt (siehe unten).
Bildqualität:
Das Bild der DVD liegt nicht nur beim Konzert sondern auch bei den Extras fast durchgängig im anamorphen 16:9-Format vor, was bei Musik-DVDs nur selten vorkommt.
Konzertaufnahmen bergen aufgrund der besonderen Gegebenheiten häufig die Gefahr, an dunklen Stellen verrauscht zu sein. Dann können der krasse Beleuchtungswechsel und die bunte Beleuchtung zu Problemen mit dem Kontrastumfang oder gar Farbbluten führen. Hier schlägt sich die DVD jedoch wacker, das Ausgangsmaterial war scheinbar sehr gut und während manche Konzerte mit billigem DV gefilmt wurden, lässt der hohe Kontrastumfang hier auf die Verwendung von Filmmaterial schließen. Das Bild ist überall knackscharf und digitalen Kompressionsartefakte sind nur in sehr seltenen Fällen in Form von Klötzchenbildung entdecken.
Hier wurde ganz konsequent das DVD-Format ausgenutzt. Besser kann man sich das Bild einer Konzert-DVD kaum wünschen.
Tonwertung:
Beim Ton einer Musik-DVD kann man prinzipiell zwei Strategien fahren. So kann man zum Beispiel versuchen, den Klang in der Konzerthalle möglichst realistisch einzufangen oder man versucht, die Abmischung möglichst spektakulär auszuführen. Hier hat man es eindeutig mit letzterem zu tun, denn beim Genuss dieser DVD hat man eher das Gefühl, mitten auf der Bühne zu stehen als im Publikum, was aber alles andere als schlecht ist.
Man hat es hier nahezu mit Referenzmaterial zu tun. Instrumente sind klar ortbar, die Sterofront ist wunderbar breit und auch in den hinteren Lautsprechern steckt ordentlich Dampf, weil hier nicht nur das Publikum sondern auch Instrumente eingemischt wurden. Das Ergebnis mag zwar nicht nach realistischem Konzertsound klingen, hat aber das gewisse Mittendrin-Gefühl.
Auch bei den Soundformaten wurde an alles gedacht: Von Dolby Surround über Dolby Digital 5.1 bis DTS ist alles vorhanden, was das Herz begehrt. Dolby Surround klingt naturgemäß frontlastiger mit wesentlich schlechterer Ortbarkeit und Dynamik, jedoch wurde aus dem Format das Maximum herausgeholt. Der Dolby Digital 5.1 und DTS-Klang hat dann wie erwähnt wirklich Demo-Qualitäten, wobei sich die Tonspuren nicht sehr unterscheiden. Die DTS-Spur ist deutlich lauter abgemischt und bietet einen etwas klarer ortbaren Klang, passt man jedoch die Lautsärke an, so ist der Unterschied zur Dolby Digital 5.1 Spur eher marginal.
Natürlich sind Liveauftritte immer eine Klasse für sich, aber klanglich hat man BAP wohl noch nie vorher so eindrucksvoll erleben dürfen, wie auf dieser DVD. Die tolle Abmischung versetzt den Zuhörer mitten ins Geschehen und lässt keine Wünsche offen. Nicht nur für BAP-Fans ein ganz heißer Tipp!
Bonusmaterial:
Auch in diesem Punkt legt die Övverall-DVD die Messlatte für zukünftige Musik-DVDs hoch. Das Erfolgsgeheimnis ist hier, dass BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken an der DVD-Produktion weitgehend beteiligt war. Schon vor dem Start des Konzertes hat man die Wahl, den optionalen BAP-ZAP-Modus zu aktivieren.
Bei diesem White Rabbit-Feature hat man die Möglichkeit, zu jedem Song ein ca. 2-minütiges Interview mit Niedecken abzurufen, in der er etwas über Entstehung des Songs, die Intention und die zeitliche Einordnung erzählt - ein Muss für Fans und durch die große Bedeutung der Texte in BAP-Songs eine wirklich gute Idee. Durch die Einbindung des Videointerviews in zum Kontext des jeweiligen Liedes passende Designs wurde das Feature darüber hinaus auch sehr gut umgesetzt.
Auch sonst wurden die schön animierten Menüs an den Stil der Band angepasst. So ist das Hauptmenü beispielsweise wie der Altar gestaltet, auf dem BAP Devotionalien und Erinnerungen an Ereignisse aus der Bandgeschichte verewigt.

Auf der ersten DVD befindet sich dann noch ein schlicht „Credits“ genannter Menüpunkt, der einige kleine Featuretten zum Entstehungsprozess der DVD beinhaltet. Alles ist sehr flashig geschnitten und der Informationsgehalt ist bei diesem Behind-the-scenes-Material nicht sehr hoch. Immerhin wurde es aber auch nicht marktschreierisch beworben.

Auf der zweiten DVD befinden sich neben dem Rest des Konzertes, wieder mit BAP-ZAP-Modus, eine Fülle von Extras. Hier hat man wirklich aus dem Vollen geschöpft. Neben vielen Texttafeln mit Werdegängen aller Bandmitglieder und einer ausführlichen Discographie mit kompletten Titellistings wurden die Bandmitglieder einzeln zu diversen Dingen befragt und kommen in etwa 5-minütigen Beiträgen zu Wort. Der Bandleader berichtet in einem über 20 Minuten langen Interview über seine Vorstellungen, die Entwicklung der Band und vieles mehr.

Ganz hoch anzurechnen ist aber noch ein weiteres Feature: Das komplette Konzert wurde nämlich untertitelt und zwar sowohl in deutsch als auch in kölsch! So können auch Nicht-Kölner einmal Schreibweisen nachlesen und Lücken beim Verständnis der Texte schließen.

Ein kurzer Beitrag gibt Wolfgang Niedecken die Möglichkeit, ‚sein’ Köln zu zeigen. Mit dem Auto geht es vorbei an der Schule, wo er mit 6 Jahren seine erste Fremdsprache, nämlich Hochdeutsch, lernte und dem Club wo die ersten Konzerte stattfanden hin zur Kölnarena, dem Schauplatz der großen Show.
Das BAP-FC-Special kann in der Konzert-Fassung und der Videofassung (Multi Angle) angeschaut werden, wobei sich die Bandmitglieder lustigen MakeUp-Sessions unterziehen mussten, wie das zugehörige Making Of zeigt.
Zu guter letzt wurde ein eigener Abschnitt dem BAP-Film „Vill passiert“ gewidmet. Regisseur Wim Wenders und Bandleader Wolfgang Niedecken kommen in Interviews zu Wort. Ein Trailer ist auch verfügbar. Das alles macht wirklich Appetit auf den neuen Film des „Buena Vista Social Club“ Regisseurs.
Somit summieren sich die Extras auf eine Gesamtlaufzeit von ca. 2,5 Stunden und bieten dem geneigten Fan nahezu alles, was er sich wünschen kann.
Gesamturteil:
Im Dezember 2001 gaben BAP in der Kölnarena das Abschlusskonzert ihrer ersten Tournee in neuer Besetzung. Auf 2 DVDs kann man diese Show von ca. 3,5 Stunden Länge nun in phantastischer Bild- und Tonqualität im heimischen Wohnzimmer erleben. Die Vorteile des DVD-Formates wurden dabei so konsequent wie bei kaum einer anderen Musik-DVD zuvor genutzt.
Mit Songs aus über 20 Jahren Bandgeschichte stellt das Konzert eine bunte Mischung dar. Durch die neuen Mitglieder ist die Gruppe musikalisch vielseitiger geworden und steht nach wie vor für anspruchsvolle deutsche Rockmusik (mit kölschen Texten).
Auch von der Ausstattung her ist man keine Kompromisse eingegangen: Das Zusatzmaterial summiert sich auf insgesamt 150 Minuten, man verpasste der DVD schöne animierte Menüs und bezog die Band in den Entstehungsprozess mit ein. So bekommt man in Form von optionalen Videokommentaren im laufenden Konzert, Interviews und Blicken hinter die Kulissen einen sehr persönlichen Einblick in die Gedankenwelt von BAP.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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