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Seit dem 21.12.2003
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„Anna und der König“

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Filmkritik:
Wenn Hong Kong Star Chow Yun-Fat und Charakterdarstellerin Jodie Foster zusammen in einem interkulturellen Big Budget Film vor der Kamera stehen, dann kann man sich auf gute Unterhaltung freuen, haben doch beide Darsteller für sich bereits eine Präsenz, die alle ihre Film bereichert.
Chow Yun-Fat konnte bereits nicht nur in seinen Actionfilmen, sondern auch in Dramen wie „Crouching Tiger Hidden Dragon“ sein beeindruckendes Charisma unter Beweis stellen. Der John Woo Protégée verbreitet eine Aura der Bedachtheit, Integrität und Intelligenz und ist einer der wenigen chinesischen Stars, der auch abseits des Martial Arts Genres in Hollywood Erfolge feiern konnte.
Jodie Foster konnte ihren Erfolg bereits mit zahlreichen hochklassigen Filmen zementieren. Meist interpretiert sie intelligente, starke Frauenfiguren - ernstzunehmende, idealistische Figuren, die dennoch innere Schwächen oder Widersprüche besitzen. Die Art ihre Darstellung besitzt dabei ebenfalls immer ein gewisses Charisma, was ihre Darstellung stets zu etwas Besonderem macht. Ohne sie wäre z.B. auch „Das Schweigen der Lämmer“ sicher nicht der Film, der er ist.

Anna und der König“ ist ein aufwendiges Kostümdrama. Zunächst ist man als Zuschauer gefangen von der opulenten Ausstattung und der optischen Gestaltung des Filmes. Exotische Klänge, farbenprächtige Trachten und wunderschöne Landschaften ziehen einen in ihren Bann, dafür sorgen auch die schöne Score und die ebenso gelungene Kameraführung.
Die auf einer wahren Geschichte basierende Handlung spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Anna Leonowens ist Engländerin, hat jedoch die meiste Zeit mit ihrem Mann im besetzten Indien gelebt. Nach seinem tragischen Tod lässt sie alles hinter sich und tritt die Schiffsreise ins ferne Siam im heutigen Thailand an, um dort den ältesten Sohn des König Mongkut zu unterrichten. Nach ihrer Ankunft muss sie bald erkennen, dass es hier nicht so zugeht, wie sie erwartet hatte. Der König hat nicht etwa 1 Frau, sondern inklusive diverser Konkubinen gleich 26 und unterrichten wird sie nicht etwa einen Sohn, sondern neben den Frauen auch die 58 Kinder des Regenten. Auch an die diversen Sitten und Gebräuche muss Anna sich gewöhnen, was der selbstbewussten Witwe nicht eben leicht fällt. Glücklicherweise lässt der König sie gewähren und räumt ihr eine Sonderstellung an seinem Hofe ein.
Es gelingt ihr, eine enge Bindung zu den Kindern aufzubauen und ihnen neben der englischen Sprache auch viel weiteres Wissen beizubringen, was nicht immer im Sinne der Herrschenden ist. König Mongkut ist jedoch ein intelligenter und moderner Herrscher, der sich dem Westen öffnen will und Kontakte sogar nach England und Amerika sucht. Feinde im eigenen Lande bringen ihn und seine Getreuen allerdings in große Gefahr und das kleine Reich steht kurz davor, durch feindliche Angriffe in einen Krieg zu geraten, der vor allem die gerade geknüpften freundschaftlichen Bande zu England wieder mit einem Ruck zerreißen würde. In mitten dieser tragischen Ereignisse entwickelt sich eine Beziehung zwischen dem Herrscher und der resoluten Dame, die jedoch unter keinem guten Stern steht…

Anna und der König“ ist nicht die erste Adaption der Tagebücher der Anna Leonowens. Neben einem Musical und einer Fernsehserie existiert auch noch eine weitere Verfilmung des Themas unter dem Namen „Der König und ich“ von 1956.
Anna und der König“ ist ein aufwendiges Kostümepos mit zumeist gelungenen Dialogen und exzellenten Schauspielern. Mit viel Liebe zum Detail wird versucht, das Flair der Zeit und des Kulturkreises zu transportieren. Auf rein dramatischer Ebene wirkt der Film dabei sehr gelungen. Freunde romantischer und dramatischer Filme könnten hiervor begeistert sind und dürfen auch die Taschentücher schon bereitlegen.
Was man jedoch nicht tun sollte, ist, nach Authentizität zu suchen. Nahezu von Beginn an wirkt der Film arg vereinfacht und verwestlicht. Zu schnell lässt der unbestrittene Herrscher, der für sein Volk eine göttergleiche Figur ist, die Engländerin gewähren, wo ihr Auftreten doch allen seinen Untergebenen als respektlos erscheinen muss, womit wiederum zwangsläufig seine Autorität untergraben wird, wenn er sich das gefallen lässt.
In der zweiten Hälfte nimmt dieser Aspekt noch deutlich zu, auch wenn der Film immer wieder löbliche Versuche unternimmt, die Ruder wieder herumzureißen. Als sich jedoch der Handlungsfaden mit seiner neuen Frau weiterentwickelt, die heimlich noch einen anderen liebt, kam ich einfach nicht mehr umhin, die Haltung dieser Engländerin zu hinterfragen. Sie kommt in dieses Land und beginnt, ohne Kenntnis der Hintergründe, einfach ihre anerzogenen Werte 1:1 zu übertragen. All ihre liberalen Gedanken können für mich nicht wegwischen, dass hier auch Ignoranz im Spiel ist. Was sie nicht bedenkt, ist, dass es das Schicksal eines visionären Führers ist, harte Entscheidungen zu treffen und mit ihnen zu leben.
Außerdem wirkt es nicht eben realistisch, dass ein Herrscher, der so viele militärische und kulturelle Entscheidungen zu treffen hat und damit im Gegensatz etwa zu den chinesischen oder japanischer Kaisern dieser Zeit ein sehr aktives Staatsoberhaupt ist, ein so nachsichtiger und ruhiger Mensch ist, der viel Zeit mit seinen Kindern verbringt und schon dann Gewissensbisse bekommt, wenn er einmal ein einziges Todesurteil verkünden muss. So kann diese Art von System einfach nicht funktionieren. Hier hat sich ganz eindeutig die Glaubwürdigkeit den Gesetzmäßigkeiten einer Hollywood-Liebesgeschichte untergeordnet. In Wahrheit hätte ein Herrscher dieser Zeit mit seinen Feinden wohl Unaussprechliches getan, damit aber die Balance der Romanze nicht gestört wird, ist er stets gnädig und selbst der Oberbösewicht wird zunächst verschont. Der Arme muss mit seiner Schande leben. Sehr witzig! Wahrscheinlich allerdings nur so lange, bis er sich wieder eine Armee zusammensammelt und seine eigenen Geschichtsbücher schreibt. Aber da baut das Drehbuch natürlich auf Hollywood-typische Weise vor…

Wer sich auf die Liebesromanze einlässt, der wird wahrscheinlich mit den Figuren leiden und sich wunderbar unterhalten fühlen. Wem es geht wie mir, der könnte sich jedoch gelegentlich am erhobenen Zeigefinger und der viel zu westlichen Sichtweise stören. Leider nimmt man dadurch auch viel zu wenig von der Lebensart dieses Volkes mit, denn trotz der epischen Breite der Geschichte stehen doch im Kern immer nur 2 Leute im Mittelpunkt, die anderen Figuren und selbst der ganze geschichtliche Hintergrund sind da kaum mehr als Beiwerk.
Dem Regisseur ist es gelungen, über eine blutige Zeit des Umbruchs in Asien ein zwar nicht unintelligentes, aber doch viel zu harmloses und oberflächliches Romantikdrama zu drehen, welches vor allem die von Jodie Foster gespielte Figur nicht kritisch genug betrachtet. Der Film war für mich daher ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Es verwundert mich deshalb nicht, dass auch die thailändische Regierung den zu guter letzt in Malaysia gedrehten Film mit gemischten Gefühlen sah. Der Regisseur Andy Tennant geht hierauf in seinem Audiokommentar ein.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Anna and the King (1999)

Regie: Andy Tennant
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