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Seit dem 21.12.2003
Hits

„Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: letzter Teil von Fritz Langs legendärer Krimitrilogie um den Meisterverbrecher Dr. Mabuse
CONTRA: vergleichsweise akzeptables Bild aber recht schlechter Ton
PRO: knappe aber interessante Extras

Filmkritik:
Fritz Lang schuf bereits in den 20er und 30er Jahren einige Vorzeigekrimis, nach „Spione“ und seinem genialen Thriller „M“ eben auch „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1933). Was mit „Dr. Mabuse, der Spieler“ 1922 begann, führte der Meister 1960 mit „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ selbst zu Ende.
Was dann folgte, war eine ganz neue Mabuse-Reihe von wechselhafter Qualität sowie ein Remake des Klassikers „Das Testament des Dr. Mabuse“, wieder mit Gerd Fröbe als Kommissar und Wolfgang Preiss als Mabuse.
Was diese Filme jedoch vermissen ließen, war die einzigartige Handschrift Langs, des genialen Technikers und Visionärs des deutschen Kinos. Zu sehr gerieten die Folgefilme zum Verschnitt der Edgar Wallace Filme.

Doch nun genaueres zu „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“. Mit dem 1988 verstorbenen Gerd Fröbe konnte Lang einen großartigen Nachfolger für seinen Kommissar Lohmann finden. 4 Jahre vor seiner großen Rolle als „Goldfinger“ im gleichnamigen James Bond Film brilliert Fröbe hier als charismatischer Kommissar Kras und lässt gar erste Grundzüge dessen erkennen, was später bei Columbo zu Markenzeichen werden sollte: der clevere Polizist, dessen Erfolgsrezept es ist, von anderen unterschätzt zu werden.
Die Geschichte rankt sich diesmal um merkwürdige Vorgänge im Hotel Luxor. Dieses wurde von den Nazis kurz vor dem Fall des dritten Reiches erbaut und hinter seinen Mauern verbergen sich zahlreiche Geheimnisse. Illustre Gestalten wohnen und arbeiten hier. Die unglückliche Frau Menil will sich das Leben nehmen und wird von dem reichen amerikanischen Geschäftsmann Trevors gerettet.
Ein Mord an dem Fernsehreporter Barter ruft schließlich Kommissar Kras auf den Plan und bringt diesen auf die Fährte einer gefährlichen Waffe, die Stahlnadeln verschießt. Seine Ermittlungen bringen Kras in Lebensgefahr und langsam beginnt der Realist gar an übersinnliche Kräfte zu glauben, denn was der blinde Hellseher Cornelius, der in erst auf die Spur der Verbrecher gebracht hat, vorhersieht, erfüllt sich auf merkwürdige Weise.
Eine Seance soll nun Licht in die Angelegenheit bringen, doch wer treibt hier sein Spiel mit wem und welche Ziele hat der zwielichtige Versicherungsvertreter, der Cornelius erpressen will? ...

Geschickt legt der Krimi seine Fährten aus, spielt mit der Einschätzung einzelner Personen durch den Zuschauer und gibt langsam, ganz langsam auf innovative Weise Informationen preis, die die Gedanken des Zuschauers auf einmal in eine ganz andere Richtung lenken…
Die tausend Augen des Dr. Mabuse“ kann vor seinen Vorgängern bestehen und als einzelner Film auch heute noch. Durch die interessante Machart bleibt der Film durchweg faszinierend. Interessant fand ich, dass Lang nach wie vor gern Großaufnahmen von Schildern und Texten bringt, wie sie in seinen Stummfilmen üblich waren. Ich sehe dies als eine Art Hommage.
Zwar haben die älteren Mabuse-Filme durch die Zeit in der sie spielen, ihren ganz eigenen Charme, aber dem nachzuhängen ist nun einmal zwecklos und Lang hat das beste aus der Idee gemacht und seiner Mabuse-Trilogie einen würdigen Abschluss verpasst.
Einzig die unpassende Stimme des Dr. Mabuse ist ein Störfaktor. Der lustlose Standard-Sprecher bringt einfach nicht die diabolische Energie des Superverbrechers herüber.
Bildqualität:
Die DVD enttäuscht auch von der technischen Seite nicht. Zwar ist die Bildqualität nicht optimal, Defekte gibt es reichlich, die Bildqualität, vor allem die Schärfe ist jedoch gut, auch wenn es teilweise extrem unscharfe Einstellungen gibt. Durch die anamorphe Speicherung und das originale Bildformat macht der Film auf der DVD eine Menge Spaß.
Tonwertung:
Den Ton hat man im Originalformat belassen. Als Film aus den 60ern ist die Sprachverständlichkeit noch in Ordnung, allerdings ist ein ständiges Rauschen präsent und auch Knacksen tritt teilweise auf.
Bonusmaterial:
Selbst einige Extra hat man zusammengetragen. So finden sich drei Trailer zu den neuen Mabuse-Filmen, einer zum Hauptfilm fehlt jedoch interessanterweise. Die Fotogallerie ist umfassend, jedoch sind die Bilder seltsamerweise sehr klein. Hier hätte man den Bildschirm besser ausnutzen können.
Abgerundet werden die Extras durch ein kurzes aber sehr interessantes Interview mit Darsteller Wolfgang Preiss. Die Fragen wurden gut gestellt und Herr Preiss, der in diesen Tagen 90 Jahre alt geworden wäre und leider Ende 2002 verstorben ist, hat eine Menge interessanter Dinge zu erzählen.
Gesamturteil:
Für Fans der alten Mabuse-Filme ist der dritte Film aus der Reihe, zumal wiederum von Meisterregisseur Fritz Lang persönlich gedreht, sowieso ein Muss. Aber auch, wer sich für doppelbödige Krimis begeistern kann oder die Edgar Wallace Verfilmungen mag, kann bedenkenlos zuschlagen, zumal technische Umsetzung und Extraausstattung recht gut gelungen sind.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Tausend Augen des Dr. Mabuse, Die (1960)

Regie: Fritz Lang
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