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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„M - eine Stadt sucht einen Mörder“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

PRO: grandioser Thriller von Fritz Lang mit einem besessenen Peter Lorre in der Hauptrolle
PRO: restaurierte Langfassung mit sehr guter Bild- und Tonqualität
PRO: knappe aber exklusive Extras

Filmkritik:
Gerade habe ich wieder einmal Fritz Lang's zeitloses Meisterwerk „M“ gesehen und wieder einmal bin ich fasziniert von der Wirkung, die der Film immer wieder auf mich hat. Er führt den Zuschauer zurück in das Berlin der 30er Jahre und doch hat sein Thema bis heute leider nichts von seiner schrecklichen Aktualität verloren.
Kein cleverer Schurke ist es, den die Polizei seit 8 Monaten jagt, keine Panzerknackerbande; ein Kindermörder hält die Stadt in Atem. Eine Mutter trägt den schweren Wäschekorb hinauf in die Wohnung und kocht das Essen für ihre Tochter, doch diese kommt nicht nach hause. Ungeheuer hart wirken die Bilder von dem leeren Treppenhaus oder dem schon auf den Tisch gestellten Teller, denn der Zuschauer weiß zu dieser Zeit bereits, dass sich der Mörders erneut zugeschlagen hat.

Wenn ich sehe, auf welch effektive Weise der Regisseur Fritz Lang hier das Grauen in Bilder umgesetzt hat - da legt sich der Schatten eines Mannes über das Plakat, welches von den Gräueltaten des Mörders berichtet und der Ball, den man bei einem kleinen Mädchen sah, rollt später verlassen über eine abgelegene Wiese - dann kann ich ihm einfach nur Respekt zollen. Umso unverständlicher wirken da oft ähnlich gelagerte Filme aus der heutigen Zeit, die mit blutigen Details nicht geizen und trotzdem nicht einen Hauch der Atmosphäre und des psychologischen Drucks von Langs erstem Tonfilm erzeugen können.
Als der Film 1931 entstand, steckte der Tonfilm noch in den Kinderschuhen und der Regisseur, der seine größten Erfolge bis dahin mit „Metropolis“ und dem Zweiteiler „Die Nibelungen“, beides Stummfilme, feiern konnte, stand vor der Herausforderung, dieses neue Medium adäquat auszunutzen. Der Film verzichtet noch komplett auf eine musikalische Untermalung und selbst manche Szenen sind noch stumm. Dennoch gelingt es dem Film, beispielsweise durch das Pfeifen des Mörders, ein Element ins Spiel zu bringen, welches so in einem Stummfilm nicht umsetzbar gewesen wäre. Dieses Stilmittel wird gekonnt zum Spannungsaufbau genutzt.
Selbst der Montagestil ist äußerst innovativ, benutzt interessante Zwischenschnitte und Parallelmontagen, um den Film so interessant wie möglich zu machen. Dies gelingt auch. Sowohl das spannende Drehbuch von Thea von Harbou („Metropolis“) als auch die gesamte Umsetzung lassen keine Minute Langeweile aufkommen.

Die Story ist absolut packend und macht auch Gebrauch von Handlungselementen, die in unserer heutigen Zeit wohl nicht mehr umsetzbar oder glaubwürdig wären. Gerade dies und die volkstümliche Sprache geben dem Film eine Atmosphäre, die eigentlich nur noch mit Langs anderen Tonfilmen, u.a. „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1932) vergleichbar ist. Da führt die Polizei eine Razzia durch und der Kommissar Lohmann beruhigt die Leute mit „Nu macht doch ma kein' Quatsch“ und natürlich kennen auch alle Ganoven den „dicken Lohmann“.
Die Polizei steht durch die Öffentlichkeit enorm unter Druck und muss Ergebnisse vorweisen. Hier gibt der Film äußerst interessante Einblicke in die Arbeitsweise der Polizei, die sogar Rasterfahndung einsetzt und akribisch Fundstücke von den Tatorten auswertet. Mittlerweile grassiert in der Bevölkerung die Denunziation und der Pöbel droht, Unschuldige zu lynchen. Hierin kann man eine Parabel auf die Machtergreifung der Nazis sehen und tatsächlich war man gezwungen, den Originaltitel „M - Die Mörder unter uns“ durch einen neutraleren Titel zu ersetzen. Langs nächster Film „Das Testament des Dr. Mabuse“ (übrigens ein ähnlich zeitloser Krimiklassiker, sehr empfehlenswert!) wurde dann von den Nazis ganz verboten und er wanderte in die USA aus.
Vor allem haben aber die Ganoven Wut auf den Unbekannten, denn durch die ständigen Durchsuchungen der Polizei können sie ihren „Geschäften“ nicht mehr nachgehen. Also versuchen sie ebenfalls, dieser Bedrohung ihrer Existenz ein Ende zu bereiten und machen ihrerseits Jagd auf den Mörder. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er könnte jederzeit wieder zuschlagen. Letzten Endes wird auch die Frage gestellt, ob ein geistesgestörter Mörder den Tod verdient hat. Diese Frage wirft der Film in eindringlichen Szenen auf und nimmt dem Zuschauer die Entscheidung letztlich auch nicht ganz ab.

Getragen werden vor allem diese Szenen durch das grandiose Schauspiel von Peter Lorre, der kurze Zeit später mit Fritz Lang nach Amerika emigrierte und dort weiterhin als Schauspieler erfolgreich war, auch wenn er leider viel zu selten die Gelegenheit bekam, ähnlich unvergessliche Szenen wie in „M“ zu spielen. Bekannt dürfte er vielen jedoch aus dem 1942 in den USA gedrehten Bogart-Klassiker „Casablanca“ oder „Die Spur des Falken“ sein. Auch andere bekannte Gesichter wie Gustaf Gründgens als Schränker oder Otto Wernicke als Kommissar Lohmann komplettieren die durchweg sehr gut agierende Besetzung.

Im Jahre 2000 wurde der Film aufwändig in Bild und Ton restauriert. Außerdem wurden Szenen wieder integriert, die früher einmal herausgeschnitten worden waren und beispielsweise in den TV-Ausstrahlungen oder der Kinowiederveröffentlichung in den 60er Jahren fehlten. So kann man den Film endlich wieder fast in Originallänge bewundern.

Wer einen äußerst packenden Thriller, ein Stück deutscher Filmgeschichte oder einen intelligenten Film, der zum Denken anregt, sehen möchte, der kommt an „M“ nicht vorbei. Auch wer sich nicht vorstellen kann, dass ein über 70 Jahre alter Film noch fesseln kann, der kann sich durch „M“ eindrucksvoll eines Besseren belehren lassen.
Hier kann man sich mit etwas Wehmut an die Zeit erinnern, als Deutschland noch die Wiege vieler filmischer Innovationen und großer Talente (F.W. Murnau, Fritz Lang, Marlene Dietrich, Leni Riefenstahl und viele andere) war. Der zweite Weltkrieg brach diese große Tradition und davon hat sich die deutsche Filmlandschaft bis heute nicht vollständig erholt.
Bildqualität:
Erstaunlich was BMG hier geschafft hat. Gerade im direkten Vergleich mit der britischen DVD ist erkennbar, wie umfassend und aufwändig die Restauration gewesen sein muss. Selbst die ansonsten vorbildliche amerikanische Criterion-Ausgabe kann hier nicht einmal annähernd mithalten.
Für die DVD-Veröffentlichung wurde das bereits im Jahre 2000 auf Zelluloidebene restaurierte Filmmaterial im Jahre 2002 extra für die DVD-Veröffentlichung nochmals digital in Bild und Ton bearbeitet, um auch noch letzte Defekte zu entfernen und das ungleichmäßig ausgeleuchtete Bild ruhiger zu machen. Dies ist auf eindrucksvolle Weise gelungen. In solchem Glanz ist der Film wohl nie zuvor erstrahlt. Natürlich kann das Bild nicht mit einer aktuellen Produktion mithalten, aber für eine mittlerweile über 70 Jahre alte Produktion ist die Bildqualität hervorragend. Für die DVD hat man auch das Originalbildformat von etwa 1,25:1 beibehalten.
Selbst alte Defekte und störende Linien, die sowohl die Criterion als auch die britische DVD aufwiesen, sind hier nicht mehr sichtbar. An manchen Stellen gibt es zwar noch immer Kratzer, ausgelassene Bilder und realitiv häufig fallen weiße Punkte auf, die meist exzellente Bildschärfe entschädigt aber für vieles. Man kann mit dem Bild sehr zufrieden sein.
Tonwertung:
Das größte Wunder hat man jedoch beim Ton vollbracht. Natürlich gibt es hier kein Surroundfeuerwerk, der Film wurde korrekterweise im originalen Monoformat belassen, aber wer die alten DVDs des Filmes kennt, wird wissen, dass die Sprachverständlichkeit hier äußerst schlecht war und man selbst als Deutscher doch gelegentlich fast auf die Untertitel zurückgreifen mußte, um die Sprache zu verstehen.
Für die DVD-Veröffentlichung wurde der restaurierte Ton noch einmal digital aufpoliert und entrauscht. Die Sprachverständlichkeit ist jetzt sehr gut. Zwar merkt man gelegentlich doch noch am verzerrten Klang von Stimmen, dass die Qualität der Aufzeichnung sehr schlecht gewesen sein muss, aber alles in allem ist der Ton rauschfrei und weiß zu gefallen.
Bonusmaterial:
Bereits beim Einlegen der DVD wird man von einer kurzen Werbefeaturette zur DVD „Der blaue Engel“, einem der bekanntesten UFA-Filme und der große Karrierestart von Marlene Dietrich, begrüßt. Es folgt ein nett animiertes, in Sephiafärbung gehaltenes Hauptmenü, welches die Wahl zum Start des Filmes, einer animierten Kapitelauswahl und den Extras bietet.
Es ist zwar vorbildlich, dass man sich bemüht hat, einige Extras zum Film zusammenzutragen, diese sehen jedoch nach mehr aus als was man tatsächlich bekommt. Der Menüpunkt mit der Dokumentation über Fritz Lang macht Hoffnung, entpuppt sich dann jedoch leider als 2,5-minütiger Ausschnitt aus einem TV-Magazin. Interessanter sind da schon die alten Fotos, Werbematerialen und sogar Storyboards. Diese werden ansprechend präsentiert. Per Bild-im-Bild wird gleichzeitig die entsprechende Filmszene eingeblendet.
Vorbildlich sind die Biografien und Filmografien zu den wichtigsten beteiligten Personen, sowie 2 Texttafeln zur Produktionsfirma Nerofilm und 4 Texttafeln mit ausführlichen Informationen zur Restauration des Filmes.
Sehr schade, dass man es hier verpasst hat, noch einige weitere Extras beizusteuern, am besten wäre ein Audiokommentar eines Filmhistorikers oder eine längere Featurette gewesen.
Gesamturteil:
M“ bietet einen eindrucksvollen Blick zurück auf das Filmschaffen im Deutschland zwischen den Weltkriegen. Fritz Lang, einer der größten deutschen Regisseure, schuf einen der besten Thriller der Filmgeschichte, der seine Zuschauer auch heute noch zu fesseln versteht. Die Bildersprache, der bewußte Einsatz des noch in Kinderschuhen steckenden Filmtons, grandiose schauspielerische Leistungen (vor allem von Peter Lorre) und eine spannende Geschichte haben dafür gesorgt, dass der Film nichts von seiner Faszination verloren hat.
Die DVD bietet den Film in der restaurierten Langfassung. Bild- und Tonqualität sind im Vergleich mit anderen DVD-Fassungen des Filmes sagenhaft gut und sogar ein paar Extras hat man zusammengetragen. Diese sind zwar recht knapp, aber dennoch interessant.
Auch wenn die DVD aufgrund der produktionsbedingt eingeschränkten Qualität keine Empfehlung der Redaktion bekommen kann, so ist sie doch ein ganz heißer Tipp und sollte in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen!
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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M (1931)

Regie: Fritz Lang
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DVD-Infos
Länge: 110min
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