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265 Kritiken online

Seit dem 21.12.2003
Hits

„Gangsters“

 Filmkritik   DVD-Infos   Filmdaten   Lesermeinungen 

CONTRA: eine wirksame Schlaftablette mit unspektakulärer Story und blassen Darstellern
CONTRA: technisch durchschnittlich und mit schwacher Ausstattung

Handlung:
Ein Pärchen wird von der Spezialeinheit verhaftet. Was die Polizisten nicht wissen, ist, dass die beiden Undercover-Ermittler sind, deren Ziel es ist, zwei korrupte Polizisten zu überführen. Innerhalb einer Nacht müssen die beiden nun Verhöre über sich ergehen lassen, die Polizisten mit der Beute eines Raubzuges in Versuchung führen und die undichte Stelle in den eigenen Reihen finden.
Filmkritik:
Hauptattribute des Filmes sind die Besetzung mit Anne Parillaud (aus Luc Bessons „Nikita“) und die Inszenierung durch einen ehemaligen Anti-Terror-Spezialisten. Leider macht dies den Regisseur nicht zwangsläufig zu einem Spezialisten für gute Filme, denn was er letztlich abgeliefert hat, ist eine ziemliche Schlaftablette.
Die in Rückblenden bruchstückhaft erzählte Geschichte ist nicht sonderlich originell, der Erzählstil schon viel zu oft angewandt und letztlich soll er nur kaschieren, dass die Vorgänge des Filmes, nämlich eine Nacht der Verhöre der beiden Festgenommenen auf dem Polizeirevier, eigentlich sehr, sehr öde sind.
Hauptdarstellerin Anne Parillaud ist vor allem bekannt durch ihre kongeniale Darstellung in Luc Bessons Klassiker „Nikita“, wo sie als Killerin im Auftrag des Staates eine Wandlung von der verantwortungslosen asozialen Fixerin zur Frau, die den Wert des Lebens schätzen lernt, durchmachte. Leider gelingt es ihr hier zu keiner Zeit, mit ihrer schauspielerischen Leistung irgendwie hervorzustechen. Sie spielt eine heruntergekommene Ermittlerin, die sich in den Kreisen der Stripperinnen und Prostituierten bewegt, ist wortkarg und apathisch.
Ihr Partner ist ebenfalls nicht gerade eine Sympathiefigur. In Rückblenden erfährt man, wie er zu dem Projekt kam, sich in seine Partnerin verliebte und Kontakte zu einem Unterweltboss knüpfte. Die Überfallszenen wirken dann mit ihrer sinnlosen Gewalt völlig aufgesetzt und lösen mit ihrer offensichtlichen Kopie bekannter amerikanischer Genrefilme nur Kopfschütteln aus. Den Rest des Filmes über bewegt sich die Geschichte dann, von einer schmierigen Verhörszene zur nächsten, ihrem unbefriedigenden Ende entgegen.
Was hier realistisch wirken und vielleicht auf Verständnis für die Tätigkeit von Undercoverermittlern und Antiterrorspezialisten und ihre Position zwischen den Fronten wecken soll, ist am Ende ein ermüdendes und zielloses Machwerk.
Bildqualität

Tonwertung

Bonusmaterial

DVD-Check:
Schon die Vorlage dieses Filmes aus dem Jahre 2002 bietet ein rauscharmes und kontrastreiches Bild, das frei von Defekten ist. Die digitale Kompression macht sich auch nicht negativ bemerkbar, Artefakte sind nicht zu bemerken. Die Szenen, zwischen den Neonreflexionen nasser nächtlicher Straßen und dem kalten Licht der Verhörräume besitzen eine gute Farbsättigung. Die Schärfe lässt leider etwas zu wünschen übrig.
Die Qualität sowohl der deutschen als auch der französischen Sprachfassung ist guter Durchschnitt. Rauschen und Störgeräusche sind nicht auszumachen, auf der anderen Seite bietet die Abmischung allerdings auch kaum Raum für interessante Effekte und ist sehr frontlastig. Die Klangcharakteristik der französischen Tonspur unterscheidet sich vor allem bei den Dialogen deutlich von der deutschen. Deutsche Untertitel sind für die Originaltonspur vorhanden.
Die Extras bestehen zur Hauptsache in einer Reihe kurzer Featuretten über einzelne Themen, die mit einer Gesamtlänge von gerade einmal 8 Minuten nicht sehr üppig ausfallen und hintereinander abgespielt werden. Zusätzlich sind mehrere Trailer, auch der zum Hauptfilm, sowie ein Behind-the-scenes-Special vorhanden. Die Ausstattung ist somit eher enttäuschend, allerdings regt der Film auch nicht unbedingt dazu an, sich tiefer mit ihm auseinanderzusetzen.
Gesamturteil:
Gangsters ist eine französische Produktion, die, besetzt mit Anne Parillaud („Nikita“) und geleitet von einem ehemaligen Antiterrorspezialisten durchaus interessant hätte werden können. Mit der in bruchstückhaften Rückblenden erzählten Geschichte kann der Film jedoch nicht seine langweilige Haupthandlung interessant machen, die im Wesentlichen eine Nacht voller Verhöre im Polizeihauptquartier umfasst. Die DVD ist von durchschnittlicher Qualität, die Bonusfeatures haben lediglich eine Alibifunktion.
Diese Kritik wurde verfasst von Dirk Schönfuß.


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Gangsters (2002)

Regie: Olivier Marchal
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